International
Australien

Helen Haines: Australische Politikerin muss Beine amputieren lassen

Australische Abgeordnete verliert nach mutmasslicher Attacke beide Beine

Nach einer mutmasslichen Autoattacke auf eine australische Parlamentarierin haben Ärzte der Politikerin beide Beine amputieren müssen.
21.10.2026, 10:0721.10.2026, 10:47

Helen Haines, die den Wahlkreis Indi im australischen Parlament vertritt, sei in einem kritischen, aber stabilen Zustand, sagte ihr Ehemann Phil Haines vor Journalisten. «Sie lebt, und das ist für uns das Wichtigste», erklärte er.

epa13315856 (FILE) - Independent member for Indi Helen Haines speaks to journalists in the Press Gallery at Parliament House in Canberra, Australian Capital Territory, Australia, 08 September 2026 (re ...
Helen Haines wurde schwer verletzt.Bild: keystone

Die Ärzte hätten zunächst gehofft, ihr rechtes Bein retten zu können. Schliesslich hätten die Chirurgen es jedoch ebenfalls amputieren müssen, nachdem Haines ihr linkes Bein schon kurz nach der Tat am Montag verloren habe.

Was war passiert?

Die unabhängige Abgeordnete war vor ihrem Wahlkreisbüro in Wangaratta nordöstlich von Melbourne von einem Geländewagen erfasst worden. Nach bisherigen Ermittlungen soll der Fahrer sein Fahrzeug gezielt gegen die 65-Jährige gelenkt haben.

Die Politikerin wurde mit schweren Verletzungen am Unterkörper in ein Krankenhaus nach Melbourne geflogen und notoperiert. Der Fall schlägt in Australien seit Tagen hohe Wellen. Zahlreiche Menschen legten am Tatort Blumen nieder.

epa13316483 Tributes and flowers are seen for independent federal MP Helen Haines at her electoral office in Wangaratta, Australia, 20 October 2026. Haines was critically injured after being struck by ...
Der Fall Helen Haines löste grosse Betroffenheit aus.Bild: keystone

Der 43-jährige Fahrer war noch am Tatort festgenommen worden. Er soll Innenminister Tony Burke zufolge den Wagen zuvor noch einmal zurückgesetzt haben, um Haines erneut anzufahren. Ermittler stellten bei ihm ein Messer sicher.

Premierminister Anthony Albanese hatte schon kurz nach dem Vorfall betont: «Das war kein Unfall.»

Verdächtiger vor Gericht

Am Morgen (Ortszeit) musste sich der mutmassliche Täter vor einem Gericht in Wangaratta verantworten.

Ihm werden unter anderem gefährliches Fahren mit schweren Verletzungen als Folge, vorsätzliche schwere Körperverletzung und das Zufügen von Schaden an einem Amtsträger vorgeworfen. Auch wegen Drogendelikten muss er sich verantworten.

Der Beschuldigte beantragte keine Freilassung gegen Kaution und bleibt in Haft. Sein nächster Gerichtstermin ist für Februar angesetzt. Die Ermittler schliessen weitere Anklagepunkte nicht aus. Das Motiv ist bisher unklar.

Besonders erschütternd: Seine Familie erklärte nach Angaben des Senders ABC, seit mehr als 20 Jahren mit Haines befreundet zu sein. Der Ehemann der Politikerin bedankte sich für die grosse Anteilnahme und sagte, seiner Frau stehe ein langer Weg der Genesung bevor.

Zunehmend Drohungen gegen Politiker

Haines vertritt seit 2019 den Wahlkreis Indi im Parlament und wurde bei der Wahl 2025 für eine dritte Amtszeit bestätigt. Der Wahlkreis umfasst grosse Teile des Nordostens von Victoria, darunter die Städte Wangaratta, Wodonga und Benalla.

Der Angriff ereignete sich vor dem Hintergrund einer zunehmenden Zahl von Drohungen gegen Politiker und Politikerinnen in Australien.

Nach Angaben der Bundespolizei ist die Zahl der gemeldeten Belästigungen, Einschüchterungsversuche sowie Todesdrohungen gegen Parlamentarier und andere hochrangige Amtsträger in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Musk soll selbst Starlink für die Ukraine gedrosselt haben
Die Beschränkungen des Starlink-Internets in der Ukraine sollen vom Betreiber SpaceX veranlasst worden sein. Chef Elon Musk soll mit Trump darüber gesprochen haben.
Die Empörung war gross in der Ukraine, als Militärs vergangene Woche plötzlich Probleme mit Starlink-Verbindungen nach Kiew meldeten. Drohnenangriffe gingen ins Leere. Doch wer ordnete die Drosselung der für die Ukraine wichtigen Internetverbindungen aus dem All an? Wie das «Wall Street Journal» berichtet, soll SpaceX-Chef Elon Musk, dessen Unternehmen die Satelliten betreibt, selbst entschieden haben, die Verbindungen einzuschränken. Ähnlich hatte bereits der britische «Telegraph» berichtet, der sich auf Quellen im Weissen Haus beruft. Die Zeitung schrieb, dass Musk Trump die Drosselung aber lediglich vorgeschlagen habe.
Zur Story