Italien verfügt über die meisten Verkehrszonen in Europa – und die unübersichtlichsten
Einer neuen Studie zufolge gibt es in Italien insgesamt 485 innerstädtische Zonen, die nur von Anwohnerinnen und Anwohnern oder mit Sonderberechtigung benutzt werden dürfen. Das heisst: Mehr als die Hälfte (56,2 Prozent) solcher Zonen in Europa befinden sich in Italien. In dem Bericht wird zwar gelobt, dass mit der Regulierung des Verkehrs Staus vermieden würden und die Umwelt geschützt würde. Anders als in Deutschland, Frankreich und Spanien gebe es jedoch keine einheitlichen Vorschriften, sondern unterschiedliche Regelungen von Stadt zu Stadt.
ADAC warnt vor unübersichtlicher Beschilderung
Tatsächlich haben nahezu alle grösseren Städte und auch sehr viele kleinere Gemeinden, die Touristenziele sind, solche Zonen eingerichtet. Die Verbotsschilder sind oft nicht einfach zu verstehen. Zudem zeigen Navigationsgeräte sie nicht immer an, sondern führen manchmal direkt in die Falle. Der ADAC warnt: «Die Beschilderung kann oft sehr unübersichtlich sein. Bei Zweifeln: Sehen Sie unbedingt von der Einfahrt in die ZTL ab!»
In der Regel werden die Verbote mit Videokameras überwacht, mittels elektronischen Datenabgleichs wird dann überprüft, ob das Kennzeichen zugelassen ist. Bis ausländischen Autofahrerinnen und Autofahrern der Strafzettel ins Haus flattert, kann es Monate dauern. Der Bussgeldbescheid lange nach Ende des Italienurlaubs sorgt dann oft für zusätzlichen Ärger. Zudem kann es vorkommen, dass bei mehrmaligem Hinein- und Herausfahren jedes Mal eine Strafe verlangt wird.
Die Studie «Auto e Città, oltre il divieto» («Auto und Stadt jenseits des Verbots») des Osservatorio Auto e Mobilità, an der auch der Verband der italienischen Autohersteller beteiligt war, wurde in Rom vorgestellt. (sda/dpa/jul)
