Tausende demonstrieren gegen massiven Autoverkehr am Brenner
Mehrere Tausend Menschen haben sich am Samstag am Brenner-Pass in Österreich zu einer Demonstration gegen die hohe Verkehrsbelastung an der wichtigen Transitstrecke versammelt. Die Teilnehmer der Veranstaltung in Matrei am Brenner brachten Schilder mit Slogans wie «Genug ist genug!» und «Ruhe im Tal!» mit.
«Es ist sensationell», sagte Protest-Initiator Karl Mühlsteiger zur Zahl der Demonstranten. «Das geht heute in die Geschichte Tirols ein», meinte Mühlsteiger, der Bürgermeister der nahen Gemeinde Gries am Brenner ist. Wegen des Protests ist die Brenner-Route bis zum Abend für Transitfahrten gesperrt. Viele Demonstranten reisten mit Zügen und Velos an.
Auf manchen Schildern war auch Kritik an der verzögerten Planung der Bahn-Zulaufstrecke in Bayern zu sehen, die nach der Fertigstellung des Brennerbasistunnels für eine Entlastung der Autobahn sorgen soll.
Kein Transitverkehr
Die Komplett-Sperre des Brennerpasses für den Transitverkehr ist seit 11.00 Uhr in Kraft. Die Sperre dauert auf österreichischer Seite bis 19.00 Uhr, auf italienischer Seite bis 20.00 Uhr. Sie gilt für die Brenner-Autobahn und sämtliche Nebenstrecken. Anlass der Sperre ist eine Protestaktion auf der Brenner-Autobahn. Dort wollen Bewohner der Region gegen die Verkehrsflut demonstrieren.
Fast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen.
Nach Berechnungen des Ökologie- und Verkehrsverbands VCÖ fahren fast dreimal so viele Lkw über den Brenner wie über alle Alpen-Transitstrecken der Schweiz.
Brandanschlag in Verona
Die Polizei hatte dazu aufgerufen, Tirol während der Sperre weiträumig zu umfahren. Damit soll ein Verkehrschaos vermieden werden. In den Stunden vor der Sperre war der Verkehr praktisch problemlos über den Brenner und durch Tirol gerollt. Verkehrsexperten sprachen von einer überraschend ruhigen Verkehrslage.
Allerdings kam es am Samstag auch zu massiven Störungen im Bahnverkehr – durch einen mutmasslichen Brandanschlag in der Nähe von Verona, wie die italienische Bahngesellschaft Trenitalia mitteilte. Die Zugverbindungen auf der Nord-Süd-Achse durch die Alpen seien massiv beeinträchtigt.
(sda/dpa)
