International
Iran

Trump droht Mullahs – so will Iran zurückschlagen

«Nächste Woche wird es ganz schlimm»: Trump droht Mullahs – so will Iran zurückschlagen

Der US-Präsident will Teheran an den Verhandlungstisch zurückbomben. Das Regime plant massive Vergeltung.
16.07.2026, 23:2616.07.2026, 23:26
Michael Wrase, Limassol / ch media
Ein Wandbild in Teheran zeigt den US-Präsidenten im Sarg: Teheran droht mit massiven Konsequenzen für einen US-Angriff.
Ein Wandbild in Teheran zeigt den US-Präsidenten im Sarg: Teheran droht mit massiven Konsequenzen für einen US-Angriff.Bild: Abedin Taherkenareh

Um Iran an den Verhandlungstisch zurückzubringen, will US-Präsident Donald Trump die Angriffe weiter verschärfen. Am Mittwoch drohte er erneut mit der Zerstörung der iranischen Infrastruktur und nannte als Zeitfenster die «kommende Woche». «Dann wird es für sie richtig schlimm, denn dann sind die Kraftwerke und Brücken dran», sagte Trump wörtlich.

Iran drohte seinerseits mit der Ausweitung des Krieges auf neue Gebiete. Die Reaktionen würden die Erwartungen des Feindes übertreffen, verkündete ein Armeesprecher.

Sicherheitsexperten sehen als wahrscheinlichste iranische Antwort auf eine Eskalation eine verstärkte Verminung der Strasse von Hormus sowie zusätzliche Angriffe auf Schiffe, US-Stützpunkte in der Region und die Energieinfrastruktur der Golfstaaten. Diese Einschätzung deckt sich mit einer Analyse, wonach Teheran im Fall eines Angriffs auf die eigene zivile Infrastruktur voraussichtlich Energie- und Stromanlagen in der gesamten Golfregion ins Visier nehmen und damit die Öl- und Gaspreise zusätzlich in die Höhe treiben würde. Diese Strategie weitet den Konflikt gezielt aus, statt ihn auf das iranisch-amerikanische Verhältnis zu beschränken.

Krieg ohne klares Ziel

Negar Mortazavi, Senior Fellow am Center for International Policy in Washington, sagt zu Trumps Drohkulisse: Zusätzliche Angriffe der USA würden bei Iran lediglich mehr Widerstand erzeugen. «Maximum pressure» habe schon in der ersten Phase des Krieges keine Kapitulation Irans bewirkt, sondern das genaue Gegenteil hervorgerufen, sagt sie.

Explosion in der iranischen Marinebasis Bandar Abbas: Das US-Militär hat die Aufnahme eines Drohnenangriffs veröffentlicht.
Explosion in der iranischen Marinebasis Bandar Abbas: Das US-Militär hat die Aufnahme eines Drohnenangriffs veröffentlicht.Bild: U.S. Central Command via AP

Der an der Universität St. Gallen lehrende Nahost-Experte Andreas Böhm attestierte Trump gegenüber CNBC, er habe den Krieg «ohne klares Ziel» begonnen, was die Vorhersage der nächsten Schritte erschwere. Washington könne die Strasse von Hormus militärisch nicht öffnen, ohne eine Operation von einem Ausmass durchzuführen, das sich der amerikanischen Öffentlichkeit kaum vermitteln liesse; ein umfassenderer Krieg gegen die iranische Infrastruktur werde die Vergeltung auf die Energieinfrastruktur der Golfstaaten zurückfallen lassen.

Böhm hatte bereits im Mai erklärt, Iran sei militärisch-taktisch klar unterlegen. Da die Islamische Republik den Krieg nicht militärisch beenden könne, müsse sie darauf abzielen, den Leidensdruck auf der amerikanischen Seite so weit zu erhöhen, dass diese einlenke. Genau dieses Kalkül – Zeit gewinnen, Kosten für den Gegner erhöhen – dürfte auch hinter einer möglichen Antwort auf Angriffe gegen Kraftwerke und Brücken stehen.

Angriffe auf die Wasserversorgung

Eine schon länger diskutierte, besonders sensible Eskalationsstufe betrifft die Wasserversorgung der Golfregion: In Analystenkreisen an der arabischen Golfküste wird seit Monaten davor gewarnt, die Revolutionsgarden könnten – sollte die eigene kritische Infrastruktur angegriffen werden – Entsalzungsanlagen in den Nachbarstaaten ins Visier nehmen.

Da praktisch die gesamte Trinkwasserversorgung Katars, Bahrains, Kuwaits und grosser Teile der Emirate von solchen Anlagen abhängt, gilt dieses Szenario als eines der potenziell folgenschwersten – ein Schritt, der eine humanitäre Krise auslösen und die Kriegsfolgen weit über die unmittelbaren Energiemärkte hinaustragen würde.

Sorgen bereitet zudem eine jüngste Erklärung der Revolutionsgarden, in der mit der Schliessung anderer Exportrouten in Richtung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten gedroht wird. Gemeint war eine Blockade der Meerenge von Bab el-Mandeb, dem sogenannten «Tor der Tränen» zwischen dem von den Huthis kontrollierten Jemen und Eritrea. «Dann wird der Ölpreis auf 200 Dollar ansteigen», hatte ein Sprecher der Huthis am Dienstag gedroht.

Bild
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Frankreich feiert den Bastille-Tag 2026 mit einer Militärparade
1 / 27
Frankreich feiert den Bastille-Tag 2026 mit einer Militärparade

Frankreich feiert am 14. Juli Nationalfeiertag

quelle: keystone / thomas padilla
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hunter Biden teilt gegen Donald Trump aus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
AD 8154
16.07.2026 23:49registriert September 2023
Wenn alle blind dem Orangenen Onkel folgen und keiner ihm erklärt das sein BBF Bibi Netanjahu ihn voll verarscht hat.
Aber ok.
Die Welt wird schon Zahlen unser Friedens President ist ein genie seines gleichen.
Wer die Ironie findet.
210
Melden
Zum Kommentar
11
Bootsunfälle mit über 500 Flüchtlingen vor Myanmar befürchtet
In Südostasien werden bei zwei möglichen Flüchtlingskatastrophen mehr als 500 Menschen vermisst.
Zwei Boote, die nach Angaben von Angehörigen von der Küste Myanmars in den Golf von Bengalen abgelegt haben, würden vermisst, berichten die UN-Organisation für Migration (IOM) und das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). «Es gibt bislang keine Berichte über Überlebende», sagte ein IOM-Sprecher der dpa.
Zur Story