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Hongkong: Angeschossener Demonstrant angeklagt

Angeschossener Demonstrant in Hongkong angeklagt – ihm drohen bis zu 10 Jahre Haft

03.10.2019, 18:2503.10.2019, 18:25
epa07891105 Riot police fire tear gas during a mass rally in Yuen Long, New Territories, Hong Kong, China, 27 July 2019. Anti-extradition bill protesters took to the streets to denounce the break out  ...
Ein Polizist feuert eine Tränengas-Kartusche ab.Bild: EPA

Der am Dienstag von einem Hongkonger Polizisten angeschossene Demonstrant ist angeklagt worden. Wie die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Donnerstag mitteilte, muss sich der 18-jährige Tsang Chi Kin wegen Randale und Angriffs auf Polizisten verantworten. Dem Schüler drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft.

Die seit fast vier Monaten andauernden Proteste für mehr Demokratie waren am Dienstag eskaliert. Bei einer Demonstration parallel zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China wurde dem 18-Jährigen von einem Polizisten aus kurzer Distanz in die Brust geschossen. Der Polizist, der den Schuss abfeuerte, gab an, in Notwehr gehandelt zu haben.

Videoaufnahmen zeigen, dass Tsang den Polizisten zuvor mit einer Eisenstange angreifen wollte. Der Schüler wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht, nach Behördenangaben hat sich sein Zustand inzwischen stabilisiert.

In Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste gegen die wachsende Einflussnahme der Regierung in Peking und die Beschneidung der Bürgerrechte. Die Proteste hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah. Mittlerweile richten sich die Proteste aber generell gegen die prochinesische Führung in Hongkong und die Einschränkung der Demokratie.

Die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtete am Donnerstag, die Regierung plane ein Vermummungsverbot für Demonstranten. Dieses werde die pekingtreue Regierungschefin Carrie Lam am Freitag verkünden. Mit dem Tragen von Atemschutzmasken schützen sich die Demonstranten auch gegen den massiven Einsatz von Tränengas durch die Polizei. (sda/afp)

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