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Razzia gegen Clans im Ruhrgebiet

Geldwäscherei, Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit: Razzia gegen Clans im Ruhrgebiet

12.01.2019, 22:5013.01.2019, 01:25

Schlag gegen Clankriminalität im deutschen Ruhrgebiet: Mit mehr als 1000 Beamten ist die Polizei am Samstagabend zu Durchsuchungen in mehreren Städten ausgerückt. Das Innenministerium sprach vom grössten Einsatz gegen Clans in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen.

Etwa 1300 Polizisten kontrollierten zeitgleich unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Bochum und Gelsenkirchen Shisha-Bars, Wettbüros, Cafés und Teestuben. Es handele sich um die grösste Razzia gegen Clankriminalität in der Geschichte Nordrhein-Westfalens, erklärte das Landesinnenministerium in Düsseldorf.

Es gehe um den Verdacht der Geldwäscherei, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit. «Die heutige Razzia liegt voll auf unserer Nulltolleranz-Linie. Diese verfolgen wir sehr konsequent und sehr kontinuierlich. Die kriminellen Clanmitglieder sollen merken, wir lassen sie nicht in Ruhe - zu keiner Zeit und an keinem Ort», sagte Innenminister Herbert Reul der Nachrichtenagentur DPA. Reul war unter anderem bei den Massnahmen in Bochum vor Ort.

Die Polizei rückte am Samstagabend um 21 Uhr zeitgleich in den Revierstädten aus. Die Beamten wurden den Angaben nach von Zoll, Finanzbehörden und Ordnungsamt unterstützt. Der Einsatz richte sich auch gegen die Organisierte und Bandenkriminalität, hiess es. Zudem gab es Verkehrs- und Personenkontrollen.

Shisha-Bars geschlossen

In Essen wurde der Polizei zufolge eine Person festgenommen. «Wir verfolgen konsequent Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die von einzelnen Mitgliedern der »Familienclans« begangen werden», twitterte die Polizei. Shisha-Bars wurden wegen zu hoher Belastung mit Kohlenmonoxid geschlossen.

Der Einsatz sollte nach Ministeriumsangaben bis in die Nacht dauern. Auch in anderen Städten wie Mülheim, Witten und Herne liefen Massnahmen. Eine Bilanz sollte es am Sonntag geben.

Bereits mehrere Grossaktionen

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei in Deutschland gegen kriminelle Clans und Mafia-Organisationen vorgeht. Erst Anfang Dezember hatten Ermittler bei gross angelegten Razzien gegen die italienische Mafia-Organisation 'Ndrangheta in Deutschland und anderen Staaten fast 90 Verdächtige festgenommen. Bei den Vorwürfen geht es um Drogenhandel, vor allem mit Kokain, und Geldwäsche. In Deutschland werde im Rahmen der Operation gegen 47 Beschuldigte ermittelt.

Vor allem in Nordrhein-Westfalen wurden nach Behördenangaben damals Vermögenswerte von mehreren Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. An den Durchsuchungsaktionen in Deutschland waren damals rund 440 Beamte beteiligt, es gab 14 Festnahmen.

Im vergangenen Juli und August war die Berliner Polizei mit einem Grossaufgebot gegen kriminelle Mitglieder arabischer Grossfamilien vorgegangen. Beamte durchsuchten Wohnungen und andere Objekte. Vier Menschen wurden in der Hauptstadt festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Bei der Razzia ging es um den Verdacht des Drogenhandels im grossen Stil. (sda/dpa)

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