International
Brasilien

Zunahme von Gewaltverbrechen in Brasilien: Lula da Silva schickt Armee

Zunahme von Gewaltverbrechen: Brasiliens Regierung schickt Armee an Flughäfen und Häfen

02.11.2023, 06:2502.11.2023, 06:25

Um kriminelle Milizen und Drogenschmuggel stärker zu bekämpfen, hat Brasiliens Regierung den Einsatz von Soldaten an mehreren Flughäfen und Häfen des Landes angeordnet. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete am Mittwoch (Ortszeit) ein entsprechendes Dekret, das «die Schaffung einer integrierten Operation zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens vorsieht», wie Lula auf der Plattform X mitteilte. An mehreren Flughäfen und Häfen der Millionenmetropolen Rio de Janeiro und São Paulo soll die Bundespolizei demnach Verstärkung durch das Militär bekommen. Insgesamt sollen 3700 Streitkräfte des Heeres, der Luftwaffe und Marine eingesetzt werden. Hintergrund ist die jüngste Zunahme von Gewaltverbrechen.

«Die Situation hat einen sehr ernsten Punkt erreicht, die Gewalt, die wir erleben, hat sich mit jedem Tag verschlimmert», sagte Lula. In der vergangenen Woche wurden im Westen von Rio mindestens 35 Busse angezündet, nachdem ein prominentes Mitglied der grössten Miliz der Stadt von der Polizei getötet worden war. Milizen bestehen unter anderem aus aktiven und ehemaligen Polizisten, die in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt sind.

A burned bus sits idle in the street the day after it and other vehicles, as well as a train and bus stations, were set fire in Rio de Janeiro, Brazil, Tuesday, Oct. 24, 2023. (AP Photo/Bruna Prado)
Ein ausgebrannter Bus in Rio de Janeiro am 24. Oktober. Bild: keystone

Der Getötete war nach Angaben der Polizei der Neffe des Milizchefs Luis Antônio da Silva Braga, bekannt als Zinho. Die Polizei geht bei den angezündeten Bussen von einem Racheakt aus. Zwar ist es nicht das erste Mal, dass Busse in Rio brennen – nach Angaben der Gewerkschaft der Busunternehmen der Stadt wurden aber noch nie so viele auf einmal an einem Tag in Rio angezündet.

Der Gouverneur des Bundesstaats, in dem die Küstenmetropole liegt, bat daraufhin um föderale Unterstützung im Kampf gegen die Milizen und das organisierte Verbrechen. Die Mobilisierung der Armee soll bis Mai nächsten Jahres gelten und könnte bei Bedarf ausgebaut werden. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Trump: Aussetzung der Russland-Sanktionen soll Friedensgespräche am Laufen halten
Donald Trump setzt mehrere neue Russland-Sanktionen für 60 Tage aus. Der US-Präsident will Moskau damit am Verhandlungstisch halten. Wolodymyr Selenskyj wirft Washington dagegen vor, sich zunehmend auf die Seite Russlands zu stellen.
US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung verteidigt, mehrere neue Sanktionen gegen Russland vorerst auszusetzen. Er wolle während der laufenden Friedensverhandlungen nichts tun, was Moskau «vom Verhandlungstisch vertreiben» könnte, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Zur Story