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Bolsonaro-Partei erkennt Lulas Sieg an – Ausreiseverbot für Bolsonaro

epa13332044 Brazilian presidential candidate Flavio Bolsonaro arrives to deliver a speech after the presidential runoff election in Brasilia, Brazil, 25 October 2026. Brazilian President Luiz Inacio L ...
Flávio Bolsonaro nach seiner Wahlniederlage.Bild: keystone

Bolsonaro-Partei erkennt Lulas Sieg an – Ausreiseverbot für Bolsonaro

Die Partei von Flávio Bolsonaro erkennt den Wahlsieg von Luiz Inácio Lula da Silva unter Vorbehalt an. Der unterlegene Kandidat selbst geht juristisch gegen Lula vor – und darf wegen eines Geldwäscheverfahrens Brasilien vorerst nicht verlassen.
27.10.2026, 04:1427.10.2026, 04:14

Die Liberale Partei (PL) des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro hat das Ergebnis der brasilianischen Stichwahl anerkannt. Der ursprünglichen Forderung Bolsonaros, die gesamte Wahl annullieren zu lassen, schloss sich die Partei damit nicht an.

«Wir erkennen das vom Obersten Wahlgericht verkündete Ergebnis der Präsidentenwahl an», erklärte PL-Chef Valdemar Costa Neto. Gleichzeitig verlangte die Partei, offene Fragen zum Wahlprozess zu klären.

Bolsonaro ändert seine Strategie

Auch Bolsonaro selbst änderte seinen Kurs. Statt die gesamte Wahl anzufechten, will er nun juristisch verhindern, dass Lula und dessen Vizepräsident Geraldo Alckmin vereidigt werden.

Der 45-Jährige wirft Lula vor, staatliche Mittel und politische Macht im Wahlkampf missbraucht zu haben. Unter anderem kritisiert die PL, dass Sozialleistungen kurz vor der Wahl früher ausbezahlt wurden.

Lula gewann die Stichwahl mit 51,8 Prozent der Stimmen, Bolsonaro kam auf 48,2 Prozent. Bolsonaro räumte seine Niederlage bislang nicht ausdrücklich ein und kündigte an, die Opposition gegen Lula im Parlament zu mobilisieren.

KEYPIX - epa13330548 Brazilian president and presidential candidate Luiz Inacio Lula da Silva (C) greets his supporters after casting his vote in the presidential runoff election at a polling station  ...
Lula da Silva hat die Stichwahl gewonnen.Bild: keystone

Ausreiseverbot wegen Geldwäsche-Ermittlungen

Parallel dazu muss Bolsonaro seine Reisepässe abgeben und darf Brasilien nicht verlassen. Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof ordnete die Annullierung seiner Pässe einschliesslich des Diplomatenpasses an.

Hintergrund ist ein Verfahren wegen mutmasslicher Geldwäsche im Zusammenhang mit Unternehmen und Online-Sportwetten. Die Bundespolizei untersucht dabei eine mögliche Verbindung Bolsonaros zu einem Bankkonto einer Firma des ebenfalls beschuldigten Anwalts Willer Tomaz. Bolsonaro bestreitet die Vorwürfe.

«Ich habe nie daran gedacht, das Land zu verlassen.»
Flávio Bolsonaro

Er werde seine Pässe abgeben und sich gegen die Anordnung wehren, sagte Bolsonaro. Zudem darf er keinen Kontakt zu Tomaz aufnehmen.

Gegen Bolsonaro läuft ausserdem ein weiteres Verfahren wegen möglicher Korruption und Geldwäsche im Zusammenhang mit der Finanzierung des Films «Dark Horse» über seinen Vater Jair Bolsonaro. Auch dort bestreitet er Unregelmässigkeiten. (mke/sda/dpa)

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quelle: keystone / eraldo peres
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