International
China

China verteidigt Null-Covid-Politik

China verteidigt Null-Covid-Politik

15.12.2022, 13:4815.12.2022, 13:48
epa10366636 Volunteer health workers wearing protective suit walk in Beijing West Railway Station in Beijing, China, 15 December 2022. According to the notice issued by the Beijing Municipal Bureau of ...
Ein gewohntes Bild in China.Bild: keystone

Inmitten des grossen Anstiegs an Corona-Fällen in China hat die chinesische Propaganda die vor einer Woche abrupt aufgehobene strikte Null-Covid-Strategie verteidigt.

Mit den harten Massnahmen seien Voraussetzungen geschaffen und Zeit gewonnen worden, um die Politik jetzt dem schwächeren Omikron-Virus anzupassen und die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung zu verringern, argumentierte das kommunistische Parteiorgan «Volkszeitung» am Donnerstag in einem Kommentar.

«Nieder mit Xi Jinping!» – Proteste in China gegen Regierung

Video: watson/Fabian Welsch

Laut dem Nothilfe-Koordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Mike Ryan, konnte die Null-Covid-Politik das Virus jedoch zuletzt nicht mehr eindämmen. «Die zunehmend intensive Ausbreitung passierte lange bevor die Massnahmen geändert wurden», betonte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Genf. Die Lockerung habe die aktuelle Corona-Welle nicht ausgelöst. Er hoffe, dass Peking seine Corona-Politik künftig auf die Entlastung des Gesundheitssystems konzentriere. Jetzt sei es wichtig, für die Impfung von Risikogruppen zu sorgen.

Chinas Gesundheitsbehörden gaben zuletzt grünes Licht für einen zweiten Booster für ältere Menschen über 60 Jahre oder Risikogruppen etwa mit chronischen Krankheiten. Nur 69 Prozent der Chinesen über 60 Jahre und nur 42 Prozent der über 80-Jährigen haben nach offiziellen Angaben bisher drei Impfungen bekommen. Aus Angst vor Nebenwirkungen waren ältere Menschen in China bislang nur unzureichend geimpft worden.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus liess durchblicken, dass Peking nicht ausreichend mit der UN-Gesundheitsbehörde kooperiert, um dem Auslöser der Pandemie auf den Grund zu gehen. «Wir fordern China weiterhin auf, die von uns verlangten Daten zur Verfügung zu stellen und Studien durchzuführen, damit wir den Ursprung des Virus besser verstehen können», sagte er am Mittwoch.

Die Corona-Lage in China ist schwer abzuschätzen, weil es keine verlässlichen Zahlen mehr gibt. Krankenhäuser melden einen Ansturm, während die Behörden die Menschen auffordern, Covid-19 möglichst zuhause auszukurieren. Viele Unternehmen, Geschäfte und Restaurants in Peking sind geschlossen, weil Beschäftigte reihenweise krank sind. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Kanada wird vorerst kein assoziiertes EU-Mitglied
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist mit ihrem Vorstoss für eine assoziierte EU-Mitgliedschaft Kanadas vorerst gescheitert. Wie die Deutsche Presse-Agentur von Diplomaten in Brüssel erfuhr, sorgten Bundeskanzler Friedrich Merz und mehrere andere Staats- und Regierungschefs von EU-Ländern dafür, dass die Begriffe «assoziierte Mitgliedschaft» und «assoziiertes Mitglied» aus dem Entwurf für die geplante Abschlusserklärung des an diesem Donnerstag beginnenden EU-Kanada-Gipfels gestrichen wurden. Auch ursprünglich vorgesehene weitreichende Zusagen zur Finanzmarktintegration und gegenseitigen Vorzugsbehandlung bei Massnahmen zur wirtschaftlichen Sicherheit wurden abgeschwächt.
Zur Story