International
Deutschland

K Club in Kehl: Feuer in deutscher Disco – Hunderte fliehen ins Freie

Video: watson/nina bürge

«Die Evakuierung verlief sehr schnell»: Hunderte retten sich vor Flammen in Kehler Disco

29.03.2026, 10:2829.03.2026, 14:40

Es sind Bilder und Aussagen, die Erinnerungen wecken an das Silvester-Inferno von Crans-Montana: In den frühen Morgenstunden bricht in einer Grossraum-Disco in Kehl, unweit der französischen Grenze, ein Feuer aus. Hunderte bringen sich rechtzeitig in Sicherheit, während sich hinter ihnen die Flammen durch den beliebten Club fressen und in den Nachthimmel schlagen.

Niemand wird schwerer verletzt, aber die vor allem auch von jungen Franzosen besuchte Disco dürfte nach dem stundenlangen Brand vollkommen zerstört sein. Nach Polizeiangaben muss der Rettungsdienst lediglich drei Menschen wegen «der Gesamtsituation» behandeln. Sie seien unverletzt geblieben, aber gestresst gewesen und deshalb behandelt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Komplimente für Disco-Betreiber

«Wir tanzten gerade, als der Alarm ausgelöst wurde», berichtet ein Mädchen der Zeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace». «Wir eilten sofort zum Ausgang.» Als die Feuerwehr eintraf, stand die Disco schon im Vollbrand, aber es waren alle Gäste draussen und in Sicherheit, wie Annette Lipowsky von der Stadtverwaltung Kehl sagte. «Die Betreiber haben das echt gut gemacht.»

Auch Betroffene aus dem elsässischen Hagenau sprechen von mehreren Durchsagen auf Deutsch, Französisch und Englisch, in denen die Gäste zur Evakuierung aufgefordert worden seien. «Sie haben uns beruhigt. Die Evakuierung verlief sehr schnell. Das Personal war da, um alle zu leiten», sagten sie laut der Tageszeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace». Es habe keine Panik geherrscht.

Feiernde aus dem nahen Strassburg

Am Morgen nach dem Grossbrand liegt der einst beliebte Club in Trümmern, dichte Rauchschwaden dringen daraus hervor. Ein Bagger reisst Wände der Halle im Industriegebiet ein, damit die Feuerwehr besser an die Glutnester im Innern kommt. Erst wenn diese Arbeiten beendet sind, können die Brandermittler der Kripo in das Gebäude.

Der Club befindet sich unweit der französischen Grenze im Ortenaukreis. In die Hip-Hop- und Afro-Musik-Disco kommen auch Gäste aus dem nahen Strassburg zum Feiern. Insgesamt bietet sie Platz für bis zu 1.500 Gäste mit 400 Sitzplätzen. Angrenzende Gebäude sind laut Polizei durch das Feuer nicht in Gefahr.

Mindestens 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren in den frühen Morgenstunden ausgerückt, wie die Sprecherin der Polizei sagte. Etliche Zeugen seien befragt worden, um die bislang ungeklärte Brandursache zu ermitteln. Zur Schadenshöhe konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Brand-Katastrophe von Crans-Montana

Das Feuer weckt Erinnerungen an das Silvester-Inferno von Crans-Montana, das noch immer die Öffentlichkeit und die Behörden in der Schweiz beschäftigt. Zum Jahreswechsel brach dort in einer Bar ein verheerender Brand aus, 41 Menschen kamen ums Leben und Dutzende wurden verletzt. Funkensprühende Partyfontänen hatten Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
23 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Steibocktschingg
29.03.2026 12:12registriert Januar 2018
Es ist gut zu lesen dass alle Gäste unverletzt evakuiert werden konnten.
652
Melden
Zum Kommentar
avatar
Eckhardt
29.03.2026 11:19registriert Juni 2024
Man kann dem Himmel nur Danke sagen, dass in diesem Fall Kehl nicht Crans war.
3620
Melden
Zum Kommentar
23
Rettungsaktion für Buckelwal Timmy gestartet – und bereits auf Freitag verschoben
Für den vor der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwal ist am Donnerstag eine Rettungsaktion begonnen und bereits auf Freitag vertagt worden. Eine Übersicht zu den Massnahmen:
Zur Story