Diese Belege liefert Deutschland für den russischen Anschlag in Leipzig
In dichtem Gestrüpp nur wenige Kilometer vom Flughafen Leipzig entfernt fanden die deutschen Ermittler ein in die Erde gebuddeltes Loch. Darin hatten die von Russland angeheuerten Agenten die mit Sprengstoff beladene Drohne versteckt, die am 4. August gegen eine am Flughafen Leipzig parkierte ukrainische Frachtmaschine prallte. Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dasss es reiner Zufall war, das sie nicht wie beabsichtigt explodierte.
Die penible Vorbereitung, eine womöglich arbeitsteilige Planung und die gute Ortskenntnis sprechen in den Augen der deutschen Fahnder dafür, dass es sich dabei um eine professionell geplante Operation handelte – womöglich vom russischen Geheimdienst selbst durchgeführt. Das zeigen Recherchen der «Zeit».
Demnach sprechen die Konfiguration der Drohne, der verwendete Sprengstoff und die Zündtechnik dafür, dass russische Profis sie ausgeführt haben. Nur die abschliessende Ausführung sei von sogenannten Wegwerfagenten, die von Russland für kleine Geldbeträge angeheuert werden und oft nicht russische Staatsbürger sind, ausgeführt worden.
«Der Spiegel» berichtet zudem, dass der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) davon ausgeht, dass der Drohnenangriff am Flughafen Leipzig nicht als einzelnes Ereignis, sondern Teil einer ganzen Reihe russischer Hybridoperationen in Deutschland und Europa zu verstehen sei.
Es sollen mehrere Täter sein. Nach Informationen der «Zeit» hat die deutsche Generalbundesanwaltschaft zwei Beschuldigte im Blick. Gesicherte DNA-Spuren führen nach Litauen, Finnland und Polen.
Zudem sei der Hinweis eines ausländischen Nachrichtendienstes bereits Mitte August eingegangen, dass wahrscheinlich russische Agenten hinter dem Anschlag stecken. In dem Kontext sei auch die Aussage des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz gefallen, die er vergangene Woche sagte: «Die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auf. Sie werden dafür bezahlen.»
Sowohl der russische Botschafter in Berlin als auch Kreml-Chef Wladimir Putin wiesen die Vorwürfe zurück.
(her)
