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Kreml wirft Deutschland «Weg der Eskalation» vor

ARCHIV - Kremlsprecher Dmitri Peskow. Foto: Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Kremlsprecher Dmitri Peskow.Bild: sda

Kreml wirft Deutschland «Weg der Eskalation» vor

01.09.2026, 20:2701.09.2026, 20:27

Der Kreml hat Deutschland angesichts der angedrohten Sanktionen im Fall der nicht gezündeten Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle einen Eskalationskurs vorgeworfen. Es sei schwierig, die Anschuldigungen gegen Russland zu kommentieren, weil Deutschland für seine Schuldzuweisung keine Beweise vorgelegt habe, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. «Wenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden», sagte Peskow.

Der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin warf Deutschland vor, die Vorwürfe auch nicht durch Argumente belegt zu haben. «Dass Deutschland den weiteren Weg der Eskalation geht, das ist offensichtlich», sagte Peskow. Russland hatte stets bestritten, etwas mit der Leipziger Drohne zu tun zu haben. Moskau verwies vielmehr auf Kiew, das mit Stimmungsmache gegen Russland einen echten Nutzen ziehe aus dem hybriden Angriff.

Zuvor hatten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Aussenminister Johann Wadephul (CDU) Russland verantwortlich gemacht für den Drohnenvorfall und Strafmassnahmen angekündigt. Wadephul sagte, dass etwa das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden soll. Zudem werde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt.

Moskau verweist auf Beginn des Zweiten Weltkriegs

Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass Moskau Gegensanktionen ergreifen werde – wie bei früheren Fällen. Sie warf Deutschland vor, nur einen Vorwand gesucht zu haben, um etwa das Russische Haus in Berlin zu schliessen.

In einem Beitrag bei Telegram fragte Sacharowa mit Blick auf den Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs durch Deutschland, ob die Regierung in Berlin das Datum zufällig gewählt habe. Teile der Moskauer Führung bezeichnen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch immer wieder als «Fritz», ein Schimpfwort für Deutsche mit Blick auf die faschistische Vergangenheit des Landes. Deutschland hatte am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg begonnen und dann im Verlauf auch die Sowjetunion, zu der Russland gehörte, überfallen. (sda/dpa)

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