Buckelwal Timmy: Professionelle DNA-Analyse liegt vor
Der Timmy genannte Buckelwal ist mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 100 Prozent das Tier, das kurz nach der Freilassung des Wals Anfang Mai vor der dänischen Insel Anholt tot angespült wurde. Dies habe eine erneute Analyse der Daten von zwei DNA-Proben ergeben, die die Tierärztin Kirsten Tönnies zuvor einem chinesischen Labor geschickt hatte, berichtet die «Bild»-Zeitung.
Untersucht hat die Daten demnach Bertram Brenig, Direktor für molekulare Diagnostik am Institut für Veterinärmedizin der Universität Göttingen. Beauftragt hat ihn laut der «Bild» Kirsten Tönnies selbst.
Die Kleintierärztin hatte Ende Juli bei einer Pressekonferenz versucht, die Datensätze selbst zu analysieren, ohne auf dem Podium Unterstützung von Fachleuten zu haben. Ihr Vortrag rief Kopfschütteln im Publikum hervor. Eine der DNA-Proben war am 1. Mai vom Wal genommen worden, als kurz vor der Freisetzung ein Tracker am Tier befestigt wurde. Die zweite Probe wurde später auf Anholt von dem dort angespülten Walkadaver entnommen.
Die Daten, die aus China zurückkamen, verstand Tönnies eigener Auskunft zufolge nicht. Trotzdem wagte sie eine Interpretation. Die Unterschiede im Genmaterial seien so gross, dass es sogar fraglich sei, ob beide Proben von derselben Tierart stammen würden, behauptete Tönnies.
Göttinger Professor gibt Tönnies-Kritikern Recht
«Ich sehe da nicht einen gleichen Buchstaben», versuchte sie ihre Folgerung bei der Präsentation der Datenreihen zu begründen. Gleichzeitig räumte sie freimütig ein, dass ihr der tiefere Sinn der Daten verschlossen geblieben sei.
Experten reagierten irritiert: Der angespülte Walkadaver sei eindeutig ein Buckelwal gewesen. Das tote Tier habe zudem eindeutige Merkmale aufgewiesen, die es nahezu sicher als Timmy identifizieren würden.
Diese Aussagen stützt nun auch die vom Göttinger Genetiker Bertram Brenig vorgenommene Analyse der chinesischen Daten. Die «Bild» zitiert aus seinem Untersuchungsbericht: «Nach der Datenreduktion unter Anwendung üblicher Qualitätsstandards konnte eine Übereinstimmung der beiden Datensätze (IBS-Distanz) von 99,91 Prozent ermittelt werden.» Heisst: Der Wal Timmy ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tot – und Tierärztin Tönnies hat auf ihrer Pressekonferenz Unsinn erzählt.
Verwendete Quellen:
- bild.de: "Wal Timmy ist zu 99,91 Prozent tot"

