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Kritik der CDU weil die Koalition Rot-Grün-Rot in Berlin näherrückt

Regierungsbildung nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus Werner Graf (l-r, Bündnis90 Die Grünen), Spitzenkandidat seiner Partei, Elif Eralp (Linke), Spitzenkandidatin ihrer Partei und Steffen Kra ...
Regierungsbildung nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus Werner Graf (Bündnis90 Die Grünen), Elif Eralp (Linke) und Steffen Krach (SPD).Bild: imago

Rot-Grün-Rot in Berlin rückt näher – Kritik der CDU

In Deutschlands Hauptstadt Berlin wollen Linke, Grüne und SPD jetzt Kurs auf Koalitionsverhandlungen für die Stadtregierung nehmen. Die drei Parteien schlossen am Samstagabend ihre Sondierungen zur Regierungsbildung ab.
18.10.2026, 11:2318.10.2026, 11:23

Nun müssen noch die Parteigremien offiziell über die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen entscheiden, die dann Anfang November beginnen könnten. In einem Papier skizzierten die drei Parteien bereits Schwerpunkte einer künftigen Zusammenarbeit. Ein wichtiger Punkt: die Vergesellschaftung grosser privater Wohnungsbestände.

Laut des Papiers sollen private Wohnungskonzerne ab einem Bestand von 10'000 Wohnungen in Berlin auf diese Weise gegen eine Entschädigung enteignet werden. Einen Grundbestand von 10'000 Wohnungen dürften sie dabei behalten – eine Vergesellschaftung würde erst bei den übrigen Wohnungen in ihrem Besitz greifen. Nach Angaben der Linke-Co-Fraktionsvorsitzenden Elif Eralp wären fünf grosse Konzerne betroffen, darunter Vonovia. Auf diese Weise kämen rund 160'000 Wohnungen zusätzlich in den kommunalen Besitz. Ziel sei, dass die Mieten nicht weiter steigen, sagte Eralp.

Gesetz Mitte 2028 geplant

Mitte 2028 wollen die drei Parteien zu dem Komplex ein Gesetz vorlegen, das erst ein Jahr nach Beschlussfassung in Kraft treten soll. In der Zwischenzeit soll es vom Verfassungsgericht überprüft werden, Klagen sind definitiv zu erwarten. Die Entschädigungssumme soll auf 16 Milliarden Euro begrenzt werden. Eralp sagte, es handele sich um einen «sehr realistischen Betrag».

Eralp, deren Familie aus der Türkei stammt, will erste linke Regierungschefin der Hauptstadt werden. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen die bisher mit den Sozialdemokraten regierende CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent). Die bisher regierende CDU/SPD-Koalition hat damit ihre Mehrheit verloren.

Deutschlands Regierungschef Friedrich Merz (CDU) warnte SPD und Grüne gestern eindringlich vor einer Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin. «Wer die politische Mitte stärken will, darf mit Linksradikalen keine Gespräche führen», rief Merz unter dem Applaus der Delegierten beim Deutschlandtag der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU, der Jungen Union in Bonn. «Hört auf damit, diesen Weg zu gehen.»

Evers nennt Sondierungspapier «Kapitulationserklärung»

CDU-Landeschef Stefan Evers kritisierte das rot-grün-rote Sondierungsergebnis. «Das Sondierungspapier ist vor allem eines: eine Kapitulationserklärung von SPD und Grünen vor einer radikalen, in Teilen antisemitischen Linkspartei», erklärte Evers, der auch Fraktionschef der CDU im Abgeordnetenhaus ist. «Unterschrieben trotz der bundesweiten Widerstände in den eigenen Reihen. Ein Dammbruch, der das politische Koordinatensystem in Deutschland zugunsten der Extreme verschiebt.»

Bereits vor dem Start der Sondierungen am Donnerstag vergangener Woche hatten die drei Parteien eine Vereinbarung dazu geschlossen, wie sie im Falle einer Koalition mit antisemitischen Vorfällen in den Reihen der Linken umgehen wollen. Sie bekennen sich gemeinsam zum Schutz jüdischen Lebens, zum Existenzrecht Israels und zu einer Zwei-Staaten-Lösung, die sowohl Israels Sicherheit als auch die Selbstbestimmung der Palästinenser ermöglichen soll.

Nach Evers Einschätzung setzte sich die Linke in der Sondierung mit ihren zentralen Forderungen durch. «Allen voran bei der Vergesellschaftung von Wohnungen, für die Milliarden ausgegeben werden sollen, ohne dass dadurch eine einzige neue Wohnung entsteht.» Berlin fehlten Hunderttausende Wohnungen. «Doch statt neue zu bauen, werden Investoren abgeschreckt und in Grössenordnungen neue Bürokratie aufgebaut. Das verschärft die Wohnungsnot, statt sie zu bekämpfen.»

Beim zentralen Thema der Sicherheit bleibe das Papier jede Antwort schuldig, so Evers. «Wie wir Kriminalität wirksamer bekämpfen, unsere Polizei stärken und die Menschen in dieser Stadt vor kriminellen Clans und Islamisten schützen können, spielt erkennbar keine Rolle.» (sda/dpa)

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