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Messerangriffe schockieren Deutschland – neue Details sind bekannt

regensburg geiselnahme 23.7.26
Spezialeinheiten bei dem Banküberfall in Regensburg: Ein Mann griff am Donnerstag in einer Bank Menschen an.Bild: Vifogra media/x

Messerangriffe schockieren Deutschland – diese neuen Details sind bekannt

Gleich zwei Messerangriffe erschütterten Deutschland am Donnerstag. Nun kommen neue Details zu den beiden Fällen ans Licht.
24.07.2026, 17:1524.07.2026, 17:20

Stuttgart: Täter hatte Näherungsverbot gegenüber Ehefrau

Zunächst kam es zu einer Gewalttat in einem Shoppingzentrum in Stuttgart. Ein Mann griff seine Ehefrau mit einem Messer an und zündete sie an. Wie nun bekannt wird, hätte sich der Mann seiner Frau nicht nähern dürfen, weil es zuvor bereits zu Gewalt in der Beziehung gekommen war.

So gab es im Juni bereits Gewalt in der Partnerschaft, worauf ein gerichtlich verhängtes Kontakt- und Annäherungsverbot ausgesprochen worden war, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der Mann hätte sich weder seiner Frau noch ihrer Arbeitsstelle nähern dürfen. Dafür, dass der Mann sich nicht an das Verbot halte, habe es keine Anhaltspunkte gegeben.

Der 54-jährige Deutsche war laut Polizei bereits vor der Partnerschaftsgewalt wegen kleinerer Delikte auffällig gewesen. Worum es dabei genau ging, wollte ein Polizeisprecher nicht sagen.

Der Mann soll die 47-Jährige am Donnerstag kurz nach Öffnung des Einkaufszentrums in der süddeutschen Stadt mit einem Messer angegriffen und angezündet haben. Die Frau erlitt laut Polizei lebensgefährliche Verletzungen und wurde in einer Klinik operiert. Sie befinde sich weiter in einem kritischen Zustand, sagte der Polizeisprecher. Die Frau arbeitete den Angaben nach in dem Einkaufszentrum in einem Ladengeschäft.

Regensburg: Bank-Angreifer war Stunden zuvor noch in Haft

Später am Donnerstag sorgte auch ein Angriff in einer Bank im bayrischen Regensburg für Aufsehen. Dort attackierte ein 20-Jähriger in einer Filiale Menschen. Ein Bankangestellter wurde schwer verletzt. Er konnte zwar noch ins Spital gebracht werden, erlag dort aber später seinen Verletzungen.

Der mutmassliche Täter sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen Mord aus Habgier und einem versuchten Raubüberfall ermittelt. Das genaue Motiv des Mannes ist indes noch nicht geklärt. Laut dem Leiter der Kriminalpolizei Regensburg, Robert Fuchs, habe der Mann in der Bank ein Messer und einen Zettel in der Hand gehabt, auf dem sinngemäss gestanden habe, dass er einen Bankraub vorhabe und Geld erbeuten wolle. Es habe sich jedoch um eine bargeldlose Filiale gehandelt, die Aussicht auf Beute habe von vornherein nicht bestanden.

Für den 20-Jährigen bestand bereits seit geraumer Zeit ein Waffenbesitzverbot, weil er in der Vergangenheit unerlaubt mit einem Messer und einem Elektroschocker angetroffen worden war.

Keine Hinweise auf psychische Erkrankung

Die Staatsanwaltschaft habe Haftbefehl beantragt, ein Ermittlungsrichter habe diesem Antrag stattgegeben, sagte Staatsanwalt Thomas Schug. Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Verdächtigen gebe es derzeit nicht. Er werde jedoch entsprechend untersucht.

Der 20-Jährige hatte sich nach dem Messerangriff zunächst in einem Büroraum der Bankfiliale verschanzt. Währenddessen sei es der Polizei gemeinsam mit Kunden und Mitarbeitern der Bank gelungen, das Opfer zur weiteren Versorgung durch ein Fenster auf den Bürgersteig neben das Gebäude zu bringen.

Zwei weitere Bankmitarbeiter konnten befreit werden. Zu Beginn der Tat hatten sich auch Kunden in der Bank befunden, darunter ein junges Ehepaar samt Kleinkind, wie die Ermittler weiter mitteilten.

Festnahme in Toilette

Bei dem tödlichen Angriff nutzte der Täter Ermittlungen zufolge ein Küchenmesser. Die Klinge sei zwölf Zentimeter lang und zwei Zentimeter breit, teilten die Ermittler bei einer Pressekonferenz mit. Spezialkräfte konnten den 20-Jährigen noch in der Bank festnehmen – drei Stunden nach Bekanntwerden der Tat.

Widerstand habe der Mann nicht geleistet. Er habe sich in der Toilette befunden, sagte Kripo-Chef Fuchs. Dort in der Nähe sei auch die Tatwaffe gefunden worden. «So wie es für uns ausschaut, ist sie auch saubergemacht worden», schilderte Fuchs weiter.

An dem Polizeieinsatz seien 372 Einsatzkräfte beteiligt gewesen, sagte Fuchs. Die ersten Einsatzkräfte seien nur vier Minuten nach zwei fast zeitgleich eingegangenen Notrufen bei der Bank gewesen.

Wenige Stunden zuvor in Polizeigewahrsam

Der junge Angreifer sei polizeibekannt und weniger als 24 Stunden vor der Bluttat noch in Polizeigewahrsam gewesen. Er habe sich selbst der Polizei stellen wollen, weil er angeblich eine Bierflasche auf ein Polizeigelände geworfen hatte. Nach Prüfung des Geschehens sei der zu diesem Zeitpunkt leicht alkoholisierte Mann wieder freigelassen worden. Es hätten keine Haftgründe vorgelegen.

In der Vergangenheit war er mehrfach durch kleinere Delikte wie etwa Sachbeschädigungen aufgefallen, sagte Fuchs. Unter anderem sei er mehrfach als vermisst gemeldet worden, weil er in eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung nicht zurückgekehrt war.

Ob er am Tag der Tat alkoholisiert war oder unter dem Einfluss anderer Drogen stand, war zunächst nicht bekannt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung habe die Polizei keine Drogen gefunden. (con/sda/dpa)

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