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Coronavirus: So viele Intensivbetten hat die Schweiz im Vergleich

ABD0010_20200328 - KÖLN - DEUTSCHLAND: 28.03.2020, Köln: HANDOUT - Blick in den Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr. Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Kran ...
In diesem Airbus A310 wurde eine fliegende Intensivstation eingerichtet, um kritische Patienten von Norditalien zur Behandlung nach Deutschland zu fliegen. Bild: APA/Luftwaffe
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So viele Intensivbetten hat die Schweiz im Vergleich zu den Nachbarländern

Auf der ganzen Welt werden Intensivstationen aufgestockt, um die kritischen Corona-Patienten bestmöglich versorgen zu können. Wie gut ist die Schweiz im Vergleich zu den Nachbarstaaten mit Betten in Intensivstationen ausgerüstet?
31.03.2020, 16:3901.04.2020, 08:14
Lea Senn
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Intensivbetten mit Beatmungsgeräten werden in der Corona-Krise zusehends zu Mangelware, denn wer einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung und damit schwere Atembeschwerden hat, ist auf einen solchen Platz angewiesen.

Insgesamt verfügt die Schweiz über 82 Spitäler, Kliniken und Spitalgruppen mit Intensivstationen, in denen vor der Corona-Krise zwischen 950 und 1000 Betten untergebracht waren. Rund 800 bis 850 davon verfügen über Beatmungsgeräte.

Doch die Kapazitäten werden zurzeit weltweit ausgebaut, so auch in der Schweiz: Daniel Dauwalder vom Bundesamt für Gesundheit sprach auf Anfrage von watson von 1200 IPS-Betten, die im Moment zur Verfügung stehen.

Auf Schweizer Intensivstationen wurden laut Dauwalder gestern Montag insgesamt 284 Patientinnen und Patienten beatmet, Tendenz steigend. Die Betten auf der Intensivstation werden allerdings auch nach wie vor von anderen Personen belegt, deren Leben durch eine schwere Krankheit, eine Operation oder einen Unfall bedroht ist.

Die genaue Zahl der aktuell verfügbaren Betten auf Intensivstationen in anderen europäischen Ländern ist also zurzeit schwierig abzuschätzen, weil sie sich laufend verändert. Die letzte verlässliche Zählung der Weltgesundheitsorganisation für Europa stammt aus dem Jahr 2009.

Damals lag die Schweiz mit rund 11 Intensivbetten pro 100'000 Einwohner ziemlich genau im europäischen Schnitt. Allerdings verfügen sämtliche Nachbarländer von uns über grössere Kapazitäten.

Mit den aktuellsten Zahlen von vor der Corona-Krise käme die Schweiz auf einen Schnitt von 11,6 Betten pro 100'000 Einwohner, seit der Studie 2009 hat sich also wenig verändert. Inklusive der aktuellen Aufstockung auf 1200 Betten käme die Schweiz auf einen Schnitt von 14,0 Betten pro 100'000 Einwohner. Für einen sinnvollen Vergleich – die anderen Länder haben ja inzwischen auch aufgestockt – verwenden wir in den Grafiken die Auswertung der WHO von 2009:

Intensivbetten pro 100'000 Einwohner für europäische Länder

Intensivbetten pro 100'000 Einwohner
Bild: watson / daten: who

Beim Blick auf die Karte fallen vor allem unsere beiden Nachbarn Deutschland (29,2 Betten pro 100'000 Einwohner) und Österreich positiv auf (21,8).

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Am wenigsten gut ausgerüstet sind Spitäler in Portugal (4,2), Schweden (5,8) und Griechenland (6,0).

Anzahl Intensivbetten pro 100'000 Einwohner

Anzahl Intensivbetten pro 100'000 Einwohner
bild: watson / daten: who

Im interkontinentalen Vergleich wird Deutschland sogar noch von einem Land übertrumpft: den USA. Die Vereinigten Staaten verfügen über 34,7 Intensivbetten pro 100'000 Einwohner. Betrachtet man die Entwicklung der Covid-19-Erkrankten vor Ort, dürften die Amerikaner bald froh sein um diese Kapazitäten.

Das Daten-Portal Statista wies nebst den oben genannten Zahlen der USA und der WHO-Daten für Europa auch einige ausgewählte asiatische Staaten aus. Demnach befindet sich Südkorea mit 10,6 Betten pro 100'000 Einwohner in einer ähnlichen Ausgangslage wie die Schweiz. Japan, China und Indien verfügen über deutlich kleinere Kapazitäten. Diese Zahlen sind verhältnismässig aktuell, sie stammen aus dem Jahr 2017.

Intensivbetten pro 100'000 Einwohner für Schweiz, Nachbarstaaten und ausgewählte interkontinentale Staaten

Intensivbetten pro 100'000 Einwohner welt

Die Spital-Infrastruktur ist allerdings nur eine der grossen Herausforderungen im Kampf gegen das Coronavirus. Eine andere ist der Mangel an ausgebildetem Pflegepersonal.

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66 Kommentare
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Berner_in
31.03.2020 18:59registriert September 2018
Das grössere Problem ist die chronische Sparpolitik beim Pflegepersonal.

Intensivpflegestationen können relativ schnell aufgestockt werden. Nur was nützt das, wenn ausgebildetes Personal fehlt. Sehr viel wertvolles Pflegepersonal hat sich in den letzten Jahren zunehmend ernüchtert, demotiviert, oft ausgebrannt aus dem Beruf verabschiedet. Gleichzeitig kommt die Ausbildung nicht mehr mit, den Bedarf an Pflegefachpersonal sicherzustellen.

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Es wird sich noch massiv verschärfen.
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Ökonometriker
31.03.2020 19:15registriert Januar 2017
Gibt es hier Informationen zu den genauen Klassifikationen der IPS-Betten? Für den aktuellen Fall ist ja nicht die Anzahl IPS-Betten, sondern die Anzahl IPS-Betten mit Beatmungsgerät ausschlaggebend. Ich kann mir vorstellen, dass sich die Definition, was ein IPS-Bett ist, zwischen den verschiedenen Ländern unterscheidet.
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koalabear
31.03.2020 21:57registriert April 2016
Frage zu Deutschland: vor etwas mehr als einem halben Jahr sah ich auf ZDF einen Bericht, dass viele eingerichtete Intensivstationen geschlossen sind, da das Personal fehlt. Wurde die Zahl der Betten mit oder ohne die geschlossenen Abteilungen gezählt? Ausgerüstete Betten nützen nichts ohne Personal. Weiss jemand genaueres?
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