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Diese sieben Fake-News beschäftigten uns dieses Jahr

Ein hart geführter US-Wahlkampf und andere, stets kontroverse Themen wie die Flüchtlingsproblematik bescherten uns dieses Jahr wieder eine Fülle an Falschmeldungen. Hier eine (unvollständige) Liste.



«Postfaktisch»  wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gekürt. Es geht darum, dass in einem Abstimmungs-, Wahl- und Meinungskampf keine Fakten mehr zählen, sondern nur noch die Lautstärke. Das Wort hängt stark mit dem Begriff «Fake-News» zusammen, der dieses Jahr für viele Diskussionen sorgte.

Dabei gibt es «Fake-News», die zwar ärgerlich sind, doch so weit keinen Schaden anrichten. Andere hingegen sind schlicht Hetze. Hier sieben Beispiele für Fake-News aus dem Jahre 2016:

Der «Horrorclown», der auf eine Landmine tritt

A man dressed as a horror clown is pictured when thousands of revelers dressed in carnival costumes celebrate the start of the street-carnival in Cologne, Germany, Thursday, Feb. 12, 2015. (AP Photo/Martin Meissner)

Horrorclowns sorgten auch dieses Jahr wieder für Schlagzeilen. Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

Kurz vor Halloween fielen watson, der «Blick» und viele andere Newsportale auf dieses Ei herein. In Kambodscha soll ein «Horrorclown» auf eine Landmine getreten und gestorben sein. Es stellte sich jedoch heraus, dass eine Fake-News-Website aufgeschaltet wurde, um diese Meldung zu verbreiten. Die «Times of Cambodia» wurde nur für diese Meldung ins Leben gerufen. 

Kind stirbt in den Armen von Santa Claus

Vor Weihnachten passierte dasselbe. In den USA soll ein todkrankes Kind in den Armen eines als Santa Claus verkleideten Ingenieurs verstorben sein. Sein letzter Wunsch war es, mit dem Weihnachtsmann zu sprechen. «Wenn du vor der Himmelstür ankommst, sag ihnen, dass du Santa Claus' bester Helfer bist, und dann werden sie dich reinlassen», will Eric Schmitt-Matzen zu ihm gesagt haben. 

Eric Schmitt-Matzen erzählt seine Geschichte:

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Video: YouTube/MemoryHD

Mittlerweile hat sich die US-Zeitung «Knoxville News Sentinel»  von der Story distanziert. Die Geschichte hielt keinem Hintergrundscheck stand. Dies beweise zwar nicht, dass Schmitt-Matzen lüge, die Zeitung könne aber nicht weiter hinter der Publikation stehen. Der Ingenieur selbst bleibt weiterhin bei seiner Geschichte.

Der Corona-Erfinder macht 80 Dorfbewohner zu Millionären

Antonino Fernández stammt aus dem kleinen Dorf Cerezales del Condado in Spanien. Nach dem spanischen Bürgerkrieg wanderte er nach Mexiko aus und gründete unter anderem die Brauerei Corona. Als er diesen Herbst mit 98 Jahren verstarb, soll er mit seinem Testament jeden der 80 Einwohner aus seinem Heimatort zum Millionär gemacht haben, schrieb der «Business Insider» und andere Zeitungen. 

Nur: Bierbaron Fernández hatte seine Millionen nicht den Dorfbewohnern geschenkt, sondern seiner Familie. Es stimmt zwar, dass er der Gemeinde viel Geld spendete, jedoch erhielten die Dorfbewohner nicht direkt Geld von ihm. Fernández' Anwalt meint gegenüber den Medien: «Diese Geschichte ist total ausser Kontrolle geraten.»

Der verstorbene Antonino Fernández.

Die iPhone-Kopfhörer-Buchse kann man sich selber bohren

Das iPhone ist jedes Jahr ein grosses Thema. Sobald ein neues Gerät oder Feature erscheint, stehen die Apple-Fans und Hater auf der Matte. Neu dieses Jahr: Das Smartphone verzichtet auf eine Kopfhörerbuchse. Für die einen ist das «unheimlich innovativ», für andere «einfach nur dämlich.» Man mag davon halten, was man will, doch die Buchse ist weg, man kann sie auch nicht mit einem Akkuschrauber zurückholen. 

Nicht nachmachen!

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Video: YouTube/TechRax

Das behauptete aber ein «Lifehack»-Video auf YouTube, das mittlerweile über 15 Millionen Mal angeklickt wurde. Das Video stammt von Taras Maksimuk, der auf YouTube einen Kanal betreibt. Alle seine Videos beschäftigen sich damit, wie man ein iPhone zerstören kann. Ein Video heisst zum Beispiel: «iPhone 7 vs World's Strongest Acid - What Will Happen?»

Das hielt einige iPhone-Besitzer aber nicht davon ab, den Trick tatsächlich zu probieren:

Den Kommentaren unter dem Video zufolge haben diverse Leute tatsächlich ein Loch in ihr iPhone gebohrt und ihr neues Smartphone damit zerstört. Einige sprechen sogar schon von einer Sammelklage.

Das Zitat von Trump im «People Magazine»

Til Schweiger hat es nach der Wahl von Trump zum US-Präsidenten auf Facebook gepostet und viele andere haben es auch geteilt. Die Rede ist von folgenden Sätzen, die Trump 1998 gegenüber dem «People Magazine» gesagt haben soll:

«Wenn ich kandidieren würde, würde ich das als Republikaner. Es ist die dümmste Wählergruppe in diesem Land. Sie glauben alles, was sie auf Fox News sehen. Ich könnte lügen und würde trotzdem gewinnen.»

Das «People Magazine» hat daraufhin seine eigenen Archive durchforstet, konnte jedoch weder besagtes Zitat noch sonst ein Interview mit Donald Trump von 1998 finden. Ziemlich schnell wurde klar, dass es sich dabei um einen Fake handelt.

Der US-Wahlkampf von Donald Trump wurde von vielen Fakemeldungen begleitet. Hier eine (unvollständige) Auswahl:

Das Schild war ironisch gemeint und wurde von einer Trump-Gegnerin gebastelt.

Hillary Clinton wollte Assange «drohnen»

In der Endphase des US-Wahlkampfes lieferte sich Hillary Clinton nicht nur eine Schlammschlacht mit Donald Trump, sondern auch mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange. WikiLeaks warf Clinton unter anderem vor, im innerparteilichen Wahlkampf von der Demokratischen Partei gegenüber Bernie Sanders bevorzugt worden zu sein.

Aus den gehackten E-Mails soll aber auch hervorgegangen sein, dass Clinton Assange mit einer Drohne ausschalten wollte. Die Geschichte wurde noch durch einen Tweet von WikiLeaks befeuert:

In Wahrheit stammt dieser Satz nicht aus einem gehackten E-Mail, sondern wurde von der Propaganda-Plattform truepundit.com unter Berufung auf eine unbekannte Quelle im «State Department» veröffentlicht. Weitere Beweise wurden keine nachgeschoben. 

Wie Trump wurde auch Clinton Opfer von diversen Falschmeldungen:

Bild

Der Twitter-Account Conservative Nation ist mittlerweile gelöscht worden. Im Bild ist eine australische Schauspielerin zu sehen, die für einen Videodreh so geschminkt wurde. bild: twitter

Muslime zerstören einen Weihnachtsbaum

In diesem Video soll je nach Posting zu sehen sein, wie hunderte Muslime einen Weihnachtsbaum in Deutschland, Belgien, Holland oder Schweden zerstören. Einige Regionalzeitungen griffen die Geschichte auf und rechtspopulistische Politiker aus diversen Ländern teilten das Video auf Social Media

Doch dieser Baum steht in Ägypten und die Plünderung des Weihnachtsbaumes ist ein beliebter Brauch bei den Kopten (ägyptische Christen). Auf dem Video sind also ironischerweise Christen zu sehen.

Tatsächlich gibt es immer wieder Meldungen, wie Muslime Weihnachten in der westlichen Welt abschaffen wollen. Ob es sich um Weihnachtsbaumverbote in Schweden oder um Verbote von Nikolausfeiern in Österreich und Deutschland handelt, spielt keine Rolle. Diese Meldungen entpuppten sich zu guter Letzt alle als Fakes.

Doch auch von der «anderen» Seite werden Fakemeldungen aufgegriffen, um damit politisch Kapital zu schlagen. In Deutschland sei ein Abgeordneter der rechtsextremen NPD von zwei syrischen Flüchtlingen gerettet worden. Der NPD-Mann hatte einen Autounfall und soll von den zwei Syrern aus dem Auto gezogen worden sein. Alle grossen deutschen Zeitungen haben die Geschichte aufgenommen.

Später stellte sich aber heraus, dass die Syrer wohl am Unfallort waren, der Verunglückte jedoch von zwei Busfahrern aus dem Auto befreit wurde. 

Auch Bilder können lügen: Was dir diese Fotos nicht zeigen

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