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US-Angriffe auf «Drogenschmuggler»: 227 Tote in einem Jahr

(COMBO) This combination screen grabs from a video posted on the X account of US Southern Command (SOUTHCOM) on February 20, 2026, shows a vessel before (top) and during it being struck at the directi ...
Eines der abgeschossenen Boote.Bild: US Southern Command

US-Angriffe auf «Drogenschmuggler»: 227 Tote in einem Jahr

02.09.2026, 21:5502.09.2026, 21:55

In ihrem umstrittenen Kampf gegen mutmassliche Drogenschmuggler im Pazifik und der Karibik haben die USA in einem Jahr 227 Menschen getötet. Insgesamt seien bei dem Einsatz «Southern Spear», der seit genau einem Jahr läuft, 68 Schläge gegen sogenannte Drogenboote ausgeführt worden, teilte ein Sprecher des für die Region zuständigen Kommandos Southcom mit. Lediglich drei mutmassliche Drogenschmuggler seien lebend gerettet worden.

Das US-Verteidigungsministerium hatte den Einsatz «Southern Spear» («Südlicher Speer») auf Geheiss von Präsident Donald Trump gestartet, um den Drogenschmuggel entlang des amerikanischen Kontinents zu unterbinden. Ein US-Regierungsvertreter teilte am Dienstag mit, infolge der Einsätze sei der Drogenschmuggel in der Karibik um bis zu 65 Prozent zurückgegangen. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.

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Ein Mitarbeiter des Nationalen Instituts für Forensik (INACIF) untersucht in Santo Domingo beschlagnahmtes Kokain.Bild: keystone

Kritiker zweifeln rechtliche Grundlage an

Seit Beginn des Einsatzes verkündet Southcom immer wieder, mutmassliche Drogenschmuggler getötet zu haben. Dazu werden regelmässig auch Aufnahmen der tödlichen Angriffe verbreitet. Wo genau die Schläge stattfinden und mit welcher rechtlichen Begründung, bleibt zumeist offen. Kritiker bezweifeln, dass die Angriffe in internationalen Gewässern völkerrechtlich zulässig sind.

Mit dem Kampf gegen Drogenschmuggel hatten die USA im vergangenen Jahr auch ihre erhebliche Militärpräsenz vor der Küste Venezuelas begründet, obwohl das Land nicht als Produktionsstätte, sondern als Transitland gilt – und zwar vor allem für den europäischen Markt. Wenig später nahmen sie den langjährigen Staatschef Nicolás Maduro gefangen. (sda/dpa)

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