Das sind die Gewinner des Nobelpreis für Medizin
Die Gewinner
Der Nobelpreis für Medizin geht an die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Forscher Karl Deisseroth. Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik, wie das Karolinska-Institut in Stockholm mitteilte.
Optogenetik ist eine Methode, mit der sich Zellen - meist Neuronen - mit Hilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen. Sie kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe und sogar in frei beweglichen Tieren gezielt zelluläre Aktivität zu steuern.
Hegemann und Nagel entdeckten das Protein Kanalrhodopsin (Channelrhodopsin), das Zellen empfindlich für Licht macht. Deisseroth setzte das Gen für dieses Protein in Neuronen von Ratten ein. Dadurch konnte er diese Nervenzellen mit Licht aktivieren.
Im vergangenen Jahr ging der Nobelpreis für Medizin an Mary Brunkow, Fred Ramsdell (beide USA) und Shimon Sakaguchi (Japan). Ausgezeichnet wurden ihre Entdeckungen zur sogenannten peripheren Immuntoleranz, die verhindert, dass das Immunsystem dem Körper schadet.
Der Zeitplan
In sechs Kategorien werden anfangs Oktober Nobelpreise vergeben:
- Montag, 5. Oktober: Physiologie und/oder Medizin
- Dienstag, 6. Oktober: Physik
- Mittwoch, 7. Oktober: Chemie
- Donnerstag, 8. Oktober: Literatur
- Freitag, 9. Oktober: Friedensbemühungen
- Montag, 12. Oktober: Wirtschaft
Der Preis
Personen, die mit einem Nobelpreis geehrt werden, erhalten nebst einer Medaille und einer Urkunde auch ein Preisgeld. Anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums erhöhte die Nobelstiftung das Preisgeld auf 12 Millionen schwedische Kronen (ca. 990'000 Schweizer Franken), von den elf Millionen 2025.
Finanziert wird das Ganze mithilfe des Vermögens von Alfred Nobel. Nach seinem Tod floss dieses in einen Fonds. Die Gewinne daraus finanzieren den Nobelpreis.
Der Auswahlprozess
Im September des Vorjahres ruft das Nobelpreiskomitee Tausende Forschende, ehemalige Gewinner eines Nobelpreises sowie Professorinnen und Professoren von Universitäten der ganzen Welt dazu auf, Personen für die verschiedenen Kategorien zu nominieren. Sie haben dazu bis zum 31. Januar Zeit. Ausser ihnen darf niemand eine Person für einen Nobelpreis nominieren. Zudem darf sich keine Person selbst nominieren.
Von Februar bis September prüfen die 5-10-köpfigen Komitees ihre Vorschläge, diskutieren sie und sortieren die besten aus. Im Oktober werden die Laureates (Preisträgerinnen und Preisträger) gewählt und öffentlich verkündet. Ihre Siegermedaille, die Urkunde sowie das Preisgeld erhalten sie am 10. Dezember in Stockholm und Oslo.
Die einzelnen Nobelpreise können auf bis zu drei Personen aufgeteilt werden. Auch Organisationen wie das Rote Kreuz können mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden.
Alfred Nobel
Alfred Nobel war ein schwedischer Chemiker und Erfinder. Seine bekannteste Erfindung war das Dynamit. Nach seinem Tod im Jahr 1896 hinterliess er ein Testament mit dem Wunsch, sein ganzes Vermögen zur Gründung einer Stiftung zu spenden. Grund dafür soll sein schlechtes Gewissen gewesen sein. Denn am Ende seines Lebens bereute Nobel, wie viel Zerstörung mithilfe von Dynamit angerichtet wurde.
Seine Stiftung soll jährlich eine Person ehren, die im vergangenen Jahr den grössten Nutzen für die Menschheit erbracht habe.
Der Nobelpreis wird jährlich am 10. Dezember übergeben, dies ist Alfred Nobels Todestag. Der erste Nobelpreis wurde erst 1901, fünf Jahre nach dem Tod von Alfred Nobel, an Wilhelm Conrad Röntgen für seine Entdeckung der Röntgenstrahlen verliehen.
(nil, mit Material von Keystone-SDA)
