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Europäer stimmen sich vor Nato-Gipfel in der Türkei ab

epa12931965 A Canadian serviceman of the NATO Multinational Brigade holds the NATO flag during a military parade in Aizkraukle, Latvia, 04 May 2026. The day marks 36 years since the restoration of Lat ...
In zwei Wochen beginnt der Natogipfel in der Türkei.Bild: keystone

Ukraine, Iran, Lastenverteilung: Europäer stimmen sich vor Nato-Gipfel ab

24.06.2026, 05:3324.06.2026, 05:33

Zwei Wochen vor dem Nato-Gipfel in der Türkei stimmen sich die Staats- und Regierungschefs fünf mächtiger europäischer Mitgliedstaaten in Berlin ab. Bei dem Treffen auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird es um die weitere Unterstützung der Ukraine, die Rolle der Europäer bei der Lösung des Iran-Konflikts und die Lastenverteilung zwischen den Nato-Staaten gehen.

Es ist das erste Spitzentreffen der sogenannten E5 seit dem bislang letzten Nato-Gipfel im Juni 2025 in Den Haag. Damals war auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dabei. Die Gruppe besteht aus den vier europäischen G7-Ländern und Polen, das an Russland grenzt und sich als Interessenvertreter der osteuropäischen Staaten versteht.

E3 oder E5?

Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs werden aber bisher von einer kleineren Gruppe, der E3, im Namen der Europäer vorangetrieben. Ihr gehören nur Deutschland, Frankreich und Grossbritannien an, was auf Kritik bei Italien und Polen stösst. Das dürfte in Berlin Thema werden.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk besteht darauf, dass Polen mit am Tisch sitzt. «Polen ist ein absolut unverzichtbares Bindeglied, um ernsthaft über die Zukunft der Ukraine und der Region zu sprechen», sagte er vor zwei Wochen laut der Nachrichtenagentur PAP.

Wer in Sachen Ukraine für Europa spricht, ist seit einiger Zeit Streitthema. Beim EU-Gipfel in Brüssel sorgte vergangene Woche EU-Ratspräsident António Costa für Aufsehen, weil sein Team unabgesprochen Kontakt zu Russland aufgenommen hatte. Von einigen EU-Staaten wie Irland und Österreich bekam er Unterstützung dafür. Die deutsche Delegation sah die Initiative dagegen als Affront gegen die E3.

Starmer trotz Rücktritts dabei

Neben Tusk, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reist auch der britische Premierminister Keir Starmer nach Berlin, der seinen Rücktritt angekündigt hat.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird aus Washington zugeschaltet, wo er sich anschliessend mit US-Präsident Donald Trump trifft. Die USA erwarten von den Europäern, mehr für die Bündnisverteidigung zu tun. Gleichzeitig sind sie verärgert über aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung der Verbündeten im Iran-Krieg, den die USA im Februar an der Seite Israels begonnen hatten.

Staaten wie Frankreich, Grossbritannien und Deutschland wollen das kompensieren, indem sie bei einer anhaltenden Waffenruhe mit Minenjagdbooten und Kriegsschiffen für mehr Sicherheit in der so wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, der Strasse von Hormus, sorgen wollen.

Rutte versucht zu beschwichtigen

Rutte versuchte vor seinem Treffen mit Trump, die Wogen zu glätten. «Was die Nato angeht, weiss ich, dass es Enttäuschung gibt, aber wir sollten auch bedenken, dass es sich hierbei um Einzelfälle handelt», sagte er dem US-Sender Fox News. (sda/dpa)

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Die Geschichte der Nato
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Die Geschichte der Nato
1949: In Washington wird am 4. April der Nordatlantikvertrag unterzeichnet. Das Bündnis hat anfangs zwölf Mitglieder: Belgien, Dänemark, Frankreich, Grossbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA.
quelle: epa/u.s. national archives / u.s. national archives and records administration / handout
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NATO-Chef Rutte kuscht bei CNN vor Trump
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