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Gesellschaft & Politik

Ukraine: Selenskyj entlässt Oberbefehlshaber Syrskyj

Selenskyj entlässt Oberbefehlshaber Syrskyj

21.07.2026, 21:5321.07.2026, 22:19
Ukrainian President Volodymyr Zelensky addresses a press conference after the Coalition of the Willing summit on security guarantees for Ukraine in Paris, Monday, July 13, 2026. (Teresa Suarez/Pool Ph ...
Hat schon wieder jemanden entlassen: Wolodymyr Sekenskyj.Bild: keystone

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach tagelangem Druck von Demonstranten Armeechef Olexander Syrskyj entlassen. Neuer Oberbefehlshaber werde Mychajlo Drapatyj, teilte Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal mit.

Der Präsident hatte zunächst trotz Kritik an seinem seit 2024 eingesetzten Oberkommandierenden festgehalten, nachdem er vorige Woche den populären Politiker Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister entlassen hatte. Der erst 35 Jahre alte Fedorow hatte danach seinen Konflikt mit dem noch zu Sowjetzeiten ausgebildeten Syrskyj öffentlich gemacht. Dabei ging es massgeblich um einen Richtungsstreit in der Kriegsführung. Fedorow stand vor allem für die auch im Westen gelobten Einsätze ukrainischer Drohnen gegen russische Ziele.

Ausdrücklich dankte Selenskyj dem scheidenden General und würdigte seine militärischen Verdienste. Der Präsident hatte angesichts fortdauernder Proteste gegen die Entlassung von Fedorow seit Tagen Gespräche mit Militärs geführt, wie er auf der Plattform X mitteilte.

Schon am Samstag hatte er in seiner täglichen Videoansprache angesichts der Strassenproteste gesagt, dass er darauf höre, was die Leute sagen. Er habe auch lange mit Fedorow und Syrskyj gesprochen, sagte er. Am Dienstagabend folgte nach Angaben von Selenskyjs Sprecher Dmytro Lytwyn ein weiteres Gespräch mit Fedorow. Zu dessen neuer Rolle gab es zunächst keine Angaben.

Demonstrationen gegen Syrskyj und für Fedorow dauerten anSechs Tage in Folge demonstrierten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Städten mehrere Tausend vor allem junge Menschen gegen Fedorows Entlassung. Die Demonstranten forderten seine Wiedereinsetzung. Hauptforderung war dabei aber eine Ablösung von Armeechef Syrskyj. Aus Militärkreisen gab es zugleich auch offene Unterstützung für Syrskyj.

Fedorows Posten als Verteidigungsminister hat am Freitag geschäftsführend der Geheimdienstler Jewhenij Chmara übernommen. Selenskyj muss Chmaras Kandidatur jedoch noch im Parlament einreichen und ihn von den Abgeordneten bestätigen lassen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Syrskyj war seit Februar 2024 Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Der aus Russland stammende 60-jährige Berufsmilitär hat sich vor allem bei der Verteidigung von Kiew und der erfolgreichen Gegenoffensive im Raum Charkiw 2022 verdient gemacht.

Fedorow hatte das Verteidigungsministerium seit Januar geleitet. Davor stand er an der Spitze des 2019 geschaffenen Digitalisierungsministeriums. (sda/dpa)

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8 Kommentare
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Neruda
21.07.2026 22:23registriert September 2016
An alle russischen Trolle: Hier seht ihr mal den Unterschied zwischen der Ukraine und Russland. Erstens gehen die Ukrainer selbst unter Beschuss noch auf die Strasse, wenn ihnen die Politik des Präsidenten nicht passt und zweitens, lässt die ukrainische Führung selbst in Kriegszeiten Proteste zu!

Und genau darum muss die Ukraine weiter unterstützt werden gegen den Terrorstaat Russland!
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Randy Orton
21.07.2026 22:01registriert April 2016
Gute Entscheidung, das Fedorov entlassen wurde kann nun rückgängig gemacht werden oder ihm eine andere wichtige Rolle in der Verteidigung der Ukraine zugeteilt werden.
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MartinZH
21.07.2026 22:51registriert Mai 2019
Präsident Sekenskyj hat diese "verzwickte Situation" m.E. einigermassen gut gelöst.

Es ist sicher sehr schwierig – in dieser Kriegs-Situation – stets die richtigen Entscheidungen zu fällen, wenn man die Demokratie lebt und den Protest der Bevölkerung spürt.

Ich wünsche der Ukraine auf alle Fälle, dass das Kräfteverhältnis zwischen der politischen und militärischen Führung wieder ins Lot kommt, denn in der momentanen Lage ist es vollkommen dysfunktional, die Einheit zu gefährden.

Sekenskyj beweist, dass er das gesamte Gefüge ziemlich geschickt beieinanderhält. Hoffen wir, dass das so bleibt.
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