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WMO: beispiellos starker El Niño – Schock für Weltwirtschaft

epa13283167 A woman walks during rainfall in Yangon, Myanmar, 05 October 2026. Myanmar faces severe risks of extreme weather, abnormal rainfall, high temperatures, and water shortages as a Super El Ni ...
Während einige Regionen von starken Regenfällen bedroht sind, müssen andere mit Dürreperioden rechnen.Bild: keystone

WMO: beispiellos starker El Niño – Schock für Weltwirtschaft

21.10.2026, 15:4721.10.2026, 15:47

Die Welt muss sich nach UN-Angaben auf ein Wetterphänomen El Niño von beispielloser Stärke und womöglich verheerende Folgen einstellen. Die Wassertemperaturen im tropischen Pazifik seien in den vergangenen 40 Jahren, seit es systematische Messungen gibt, noch nie so hoch gewesen, sagte die Generalsekretärin der Weltwetterorganisation (WMO), Celeste Saulo, in Genf.

Es drohten erhebliche Konsequenzen, warnte sie. Je nach Weltregion ist einerseits mit starken Dürren und andererseits heftigen Regenfällen und Überschwemmungen und besonders starker Hitze zu rechnen.

Das liegt daran, dass das alle paar Jahre natürlich auftretende Phänomen, das mit der Erwärmung des Oberflächenwassers im Pazifik beginnt, das Wetter weltweit beeinflusst. In der Region steigt dann warme, feuchte Luft auf, was die weltweiten Wind- und Luftströmungen verändert. Europa ist von den Auswirkungen weniger betroffen.

«Die Schäden werden nicht auf die Länder beschränkt bleiben, die unmittelbar von diesem El Niño betroffen sind», warnte der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher. «Sie werden wirtschaftliche Schocks für die Weltwirtschaft auslösen und zu weiteren Konflikten, Vertreibungen und Migration führen.»

Die Meerestemperatur im Pazifik könnte nach den Modellrechnungen von November bis Januar 3,8 Grad über dem langjährigen Mittel erreichen, sagte Saulo. Die bislang höchste Abweichung habe bei etwa drei Grad gelegen. Von einem El Niño werde bereits ab 0,5 Grad über normal gesprochen. Der Höhepunkt wird im Dezember 2026 erwartet.

Dürren und Überschwemmungen

Nach Angaben der WMO drohen unter anderem in Ostafrika und Teilen Zentralamerikas Dürren. Dagegen müssen das südliche Afrika, Teile Südostasiens und der Nordwesten Nordamerikas sowie die westliche Seite Südamerikas mit heftigeren Regenfällen rechnen.

epa12811693 Tom Fletcher, Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator, gives an update on the hyper-prioritized plan of the 2026 Global Humanitarian Overview (GHO ...
UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher.Bild: keystone

Saulo und Fletcher forderten dringend Vorbereitungen, damit den Betroffenen, die in vielen Weltregionen bereits durch Konflikte und Armut schwer getroffen sind, schnell geholfen werden kann.

«Die Entscheidung liegt also auf der Hand», sagte Fletcher. «Wir können auf eine Katastrophe warten oder in Resilienz investieren. Wir können El Niño nicht verhindern. Aber wir können die vor uns liegenden Herausforderungen ernst nehmen. Und wir können kreativ und grosszügig sein, wenn es darum geht, uns darauf vorzubereiten.» (sda/dpa)

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