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El Niño trifft diese Regionen besonders hart

SANTIAGO, CHILE - JULY 17: Emergency workers walk through flooded streets in a suburban area of ââSantiago, Chile, on July 17, 2026. The storm that has affected 10 of Chile's 16 regions since Thu ...
In Chile kamen im Juli infolge heftiger Regenfälle mindestens zehn Menschen ums Leben.Bild: Anadolu

Diese Regionen trifft es besonders hart – der rekordträchtige El Niño in 5 Grafiken

Das Klimaphänomen El Niño bricht Rekorde und legt weiter zu. In vielen Regionen richtet er bereits jetzt Schaden an. Bis Ende Jahr dürfte sich das Phänomen noch verstärken.
07.10.2026, 09:2407.10.2026, 10:30

Im Pazifik baut sich ein Klimaphänomen auf, das es so noch nie gegeben hat. Die US-Wetterbehörde NOAA rechnet mit einer 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass dieser El Niño alle bisherigen übertrifft. Schon jetzt treibt er die Meerestemperaturen weltweit auf Rekordwerte. Seinen Höhepunkt erreicht er aber erst gegen Ende Jahr.

Was ist El Niño?

Normalerweise schieben die Passatwinde warmes Oberflächenwasser des Pazifiks von Südamerika nach Westen Richtung Asien. Vor der Küste Perus steigt dafür kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe auf.

Beim Phänomen El Niño lassen diese Winde nach. Das warme Wasser geht zurück nach Osten und heizt den tropischen Pazifik auf. Das verändert Wind, Wolken und Regen rund um den Globus.

Vor der südamerikanischen Westküste weicht die Wasseroberflächentemperatur besonders stark ab (Stand: 4. Oktober 2026).
Vor der südamerikanischen Westküste weicht die Wasseroberflächentemperatur besonders stark ab (Stand: 4. Oktober 2026).NOAA

Den Namen haben ihm peruanische Fischer gegeben. Sie bemerkten schon vor Jahrhunderten, dass sich das Meer alle paar Jahre um die Weihnachtszeit erwärmt. Dann blieben die Fische aus. Sie nannten die warme Strömung El Niño, das Christkind.

So stark ist El Niño in diesem Jahr

Wie stark der Pazifik vom Normalzustand abweicht, ist an der Meerestemperatur in der sogenannten Niño-3.4-Region zu sehen. Dieses Gebiet liegt mitten im Pazifik, auf Höhe des Äquators. Hier messen Forschende, wie stark ein El Niño ist.

Ende September lag das Wasser über drei Grad über dem langjährigen Mittel. Damit übertraf es den bisherigen Rekord vom 18. November 2015 deutlich. In den El-Niño-Jahren 1997 und 2015 lagen die Werte Anfang September bei rund 1,9 Grad, also über ein Grad tiefer als heute.

Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt: Starke El Niños erreichen ihren Höhepunkt meist im November oder Dezember. Dieser hat den Rekord bereits zwei Monate früher geknackt. Und bisher hat sich jeder starke El Niño nach Mitte September gemäss Carbon Brief weiter verstärkt.

Offiziell bewertet die NOAA El Niño mit dem relativen Index RONI. Dieser nimmt den Schnitt über drei Monate und rechnet die allgemeine Erwärmung der Ozeane heraus. Liegt der Index über mehrere Monate bei mindestens +0,5 Grad, herrscht El Niño. Fällt er auf −0,5 Grad oder tiefer, spricht man von La Niña.

Bis September stieg der aktuelle El Niño auf 1,7 Grad. Den Rekord hält bisher derjenige von 1982/83 mit 2,4 Grad. Diese Marke dürfte bis Ende Jahr fallen.

Diesen Einfluss hat El Niño

Die Folgen von El Niño sind keine Prognosen mehr: In Indien fiel in den vergangenen Monaten laut des India Meteorological Department (IMD) weniger Regen als üblich. Zudem erlebte das bevölkerungsreichste Land der Welt den wärmsten August seit Messbeginn 1901. Der IMD-Direktor nennt El Niño als einen Hauptgrund.

In Indonesien agiert El Niño als Verstärker der Waldbrände. Der europäische Atmosphärendienst Copernicus meldet intensivere Brände im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

Auch in Mittelamerika regnet es zu wenig: Dem Panamakanal geht das Wasser aus. Von Mai bis August fiel dort 34 Prozent weniger Regen als im historischen Mittel. Weiter südlich in Chile war das Gegenteil der Fall: Wegen schwerer Unwetter rief die Regierung im Juli in mehreren Regionen den Notstand aus.

Das bringt die Zukunft

Für viele andere Länder kommt das Schlimmste erst noch. Das zeigt ein Bulletin des Climate Vulnerable Forum vom 17. September, eines Zusammenschlusses besonders klimaverletzlicher Staaten.

Fachleute schätzen darin für neun Weltregionen ab, welche Gefahren in den kommenden Monaten drohen.

Im südlichen Afrika dürfte zu wenig Regen fallen, von Angola bis Mosambik. Beim letzten starken El Niño 2015/16 konnten sich dort rund 40 Millionen Menschen nicht mehr ausreichend ernähren.

Am Horn von Afrika droht dagegen zu viel Wasser: Für Südäthiopien, Somalia und den Nordosten Kenias erwarten die regionalen Wetterdienste mehr Regen und Überschwemmungen.

Und bei uns?

Auf das Wetter in Europa hat El Niño kaum Einfluss. Dennoch trifft das Phänomen die Schweiz indirekt. El Niño heizt den ganzen Planeten auf. Ernteausfälle in Asien und Afrika sowie Engpässe im Welthandel, etwa am Panamakanal, können die Preise für Lebensmittel und Waren auch hierzulande in die Höhe treiben.

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