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Gesundheit

Erster Mensch mit Shamonda-Virus in Frankreich gestorben

ARCHIV - 15.05.2026, Brandenburg, Herzberg: Bullen stehen in einem Stall der Agrargenossenschaft Gr臟endorf eG. (zu dpa: ォShamonda-Virus breitet sich aus - wie gef臧rlich es istサ) Foto: Frank Hammerschm ...
Auch Schweizer Kühe sind vom Virus betroffen.Bild: DPA

Frankreich meldet ersten Shamonda-Virus-Fall beim Menschen

22.10.2026, 15:1622.10.2026, 15:16

Das Shamonda-Virus galt bislang als nicht auf Menschen übertragbar. In Frankreich ist nun ein infizierter immungeschwächter Patient gestorben. Auch in der Schweiz grassiert das Virus.

Die Infektion wurde nach Angaben des Agrarministeriums bei einem Patienten mit schwerer Immunschwäche festgestellt, der wegen einer gravierenden Erkrankung in einer Klinik in Lyon behandelt wurde.

Vor dem Tod des Patienten beobachtete Gehirnkomplikationen hingen nach den bisherigen Untersuchungen sehr wahrscheinlich mit der Shamonda-Infektion zusammen, hiess es weiter. Nach derzeitigem Wissensstand bestehe kein Gesundheitsrisiko für die allgemeine Bevölkerung, betonte das Ministerium.

Das Shamonda-Virus galt bislang als nicht auf den Menschen übertragbar. Die Infektion des französischen Patienten mit dem Erreger stelle den ersten dokumentierten Nachweis des Virus beim Menschen dar, teilte das Ministerium mit.

Virus auch bei Schweizer Kühen

Derzeit werde davon ausgegangen, dass die Infektion durch den Stich einer Mücke der Gattung Culicoides im Osten Frankreichs verursacht wurde. In dem Gebiet seien im Frühjahr und Sommer Infektionen von Tieren mit dem Shamonda-Virus gemeldet worden.

Auch in der Schweiz grassierte das Shamonda-Virus diesen Sommer. Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) hat es Ende Juli erstmals in Proben von Rindern mit Fieber, Durchfall und Milchrückgang nachgewiesen. Seither wurde das Virus auch in abortierten Rinderfoeten und in Pferden nachgewiesen.

Nachdem knapp 200 positive Fälle in 22 Kantonen nachgewiesen wurden, meldete das IVI Mitte Oktober, dass sich die akute Phase der Shamonda-Virus-Welle in der Schweiz wieder abschwäche.

«Obwohl das Virus vom Bund nicht als geregelte Tierseuche eingestuft wird, ist eine aufmerksame Überwachung weiterhin geboten – insbesondere durch die konsequente und kostenlose Untersuchung von Aborten sowie missgebildeten oder beeinträchtigten Jungtieren während der anstehenden Winterperiode», heisst es auf der Webseite des Instituts.

Erste dokumentierte Übertragung auf einen Menschen

Erstmals registriert wurde das Virus 1965 in Nigeria. Übertragen wird es durch Gnitzen – also sehr kleine Stechmücken. Obwohl der Erreger bereits seit mehreren Jahrzehnten in Afrika und Asien zirkuliere, sei bislang noch kein Fall beim Menschen dokumentiert worden, erklärte das französische Agrarministerium. Es handele sich also um einen Ausnahmefall.

In Deutschland wurde das Shamonda-Virus erstmals in diesem Sommer bei Rindern nachgewiesen. Nachweise bei Nutztieren gab es laut ECDC inzwischen auch in Österreich, der Schweiz, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Italien und Irland. (nil/sda/dpa)

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