Winterdepression – diese Anzeichen sind typisch
Wenn die Tage kürzer, dunkler und kälter werden, bemerken viele Menschen auch in ihrem Gemüt einen Wandel: Sie fühlen sich nicht mehr so vital und munter wie im Frühling und Sommer und brauchen mehr Schlaf. Wer an einer Winterdepression leidet, ist aber nicht bloss ein bisschen müder als sonst oder schlecht gelaunt. Die Beschwerden sind ausgeprägter und ein Grund, sich Hilfe zu suchen.
Winterdepression – die Anzeichen im Überblick
Eine Winterdepression, fachsprachlich auch saisonale depressive Störung genannt, äussert sich für gewöhnlich durch folgende Anzeichen:
- gedrückte Stimmung
- verminderte Konzentration
- Interessen- oder Freudlosigkeit
- verstärkte Gereiztheit
- Müdigkeit und Energielosigkeit
- übermässiges Schlafbedürfnis (Hypersomnie)
- gesteigerter Appetit, vor allem auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel
- Gewichtszunahme
- Gedanken an Tod oder Selbsttötung
Für die meisten dieser Beschwerden gilt: Wenn sie kurzfristig und einmalig oder selten auftreten, sprechen sie nicht zwangsläufig für eine Erkrankung.
Bestehen sie hingegen länger, sind sie stark ausgeprägt oder beeinträchtigen sie den Alltag, sollte ärztlich oder psychotherapeutisch abgeklärt werden, ob eine Depression oder eine andere psychische oder körperliche Erkrankung dahintersteckt.
Lass dir helfen!
In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen und depressiven Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.
– Die Dargebotene Hand: Tel 143, www.143.ch
– Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel 147, www.147.ch
– Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch
Typisch für eine saisonale depressive Störung ist, dass die Beschwerden mindestens zwei Wochen anhalten und die depressiven Phasen immer wieder zu einer bestimmten Jahreszeit auftreten. Das ist nicht immer der Winter. Eine Frühlings- beziehungsweise Sommerdepression kommt aber seltener vor.
Anzeichen für Winterdepression – was jetzt?
Eine Winterdepression kann je nach Ausmass der Niedergeschlagenheit zu einer schweren Belastung werden. Um das zu verhindern, ist es wichtig, entsprechende Anzeichen frühzeitig ärztlich abklären zu lassen, etwa durch die Hausärztin oder den Hausarzt. Alternativ kann auch eine Praxis für Psychotherapie als Anlaufstelle infrage kommen.
Im Gespräch klären Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, ob eine Depression mit saisonalem Muster vorliegt oder ob die Beschwerden eine andere Ursache haben. Je nach Ausprägung kommen verschiedene Behandlungen infrage, darunter Psychotherapie und Lichttherapie. Bei der Lichttherapie sitzen Betroffene meist morgens vor einer speziellen Lichttherapielampe. Häufig werden Lampen mit einer Lichtstärke von 10'000 Lux etwa 30 Minuten lang genutzt.
Verwendete Quellen:
- Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 22.9.2026), kostenpflichtig
- "ICD-11 in Deutsch – Testversion". Online-Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de (Abrufdatum: 22.9.2026)
- "Unipolare Depression". Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 31.7.2026), kostenpflichtig
- "Saisonal abhängige affektive Störung". Online-Informationen des Dorsch Lexikons der Psychologie: dorsch.hogrefe.com (Stand: 17.2.2021)

