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Gesundheit

Coronavirus: Li Wenliang warnte als erster vor dem Virus, nun ist er tot

Der Arzt, der vor dem Coronavirus warnen wollte, ist tot – jetzt wird er als Held gefeiert

07.02.2020, 05:0207.02.2020, 10:32

Er war einer der ersten, die vor dem Coronavirus warnten – nun ist er tot: der Augenarzt Li Wenliang. Als er seine Warnung ausgesprochen hatte, wurde er von der Polizei vorgeladen und man warf ihm vor, die «öffentliche Ordnung mit falschen Angaben in ernster Weise bedroht» zu haben. Doch der Arzt liess sich nicht einschüchtern und machte die Aktion der Polizei später publik. Damit bewies er, was viele bereits befürchteten: Die Behörden in der chinesischen Provinz Wuhan hatten versucht, die Sache zu vertuschen.

Nun ist der Arzt selbst mit nur 34 Jahren an den Folgen des Coronavirus gestorben. Er hatte sich bei einer seiner Patientinnen angesteckt. Dies berichtete die chinesische Zeitung «Global Times».

Der Tod von Wenliang beschäftigt nicht nur die Chinesen. Im Kurznachrichtendienst Twitter ist Li Wenliang seit Donnerstagabend ein wichtiges Thema. Er wird von vielen wie ein Held gefeiert. So schreibt dieser User: «Nicht alle Helden tragen einen Umhang, RIP Dr. Li Wenliang.»

Andere prangern das Vorgehen der Chinesischen Behörden an: «Vergesst nie, wie die Chinesischen Behörden ihn (Li Wenliang, Anm. d. Red.) verhaftet haben und ihm vorwarfen, falsche Informationen zu verbreiten. Das ist China.»

Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet, wurden gewisse Hashtags zum Thema von den chinesischen Zensoren blockiert. Stattdessen war folgender Satz zu lesen:« Aufgrund der relevanten Gesetze, Verordnungen und Regelungen kann die Seite mit diesem Hashtag nicht gezeigt werden.» Die Zensur bestätigen auch einige Tweets, wie dieses Beispiel zeigt:

Erstaunlicherweise berichtete sogar das chinesische Staatsfernsehen über den Tod des Arztes und Familienvaters. Der Druck wurde so gross, dass schliesslich auch der Parteiapparat nachgab und dem Arzt Respekt zollte.

Gefeiert wird der Arzt, weil er den Mut aufbrachte, die Krise anzusprechen, obwohl die Behörden ihm Steine in den Weg legten. Er bewies damit grosse Menschlichkeit und Weitsicht. Sogar der Oberste Gerichtshof bestätigte, dass das Virus schneller hätte eingedämmt werden können, wenn man auf Li Wenliang gehört hätte. Die Chinesische Führung will trotzdem hart gegen Personen vorgehen, die «Gerüchte» über das Virus verbreiten. Nun, Li Wenliang verbreitete keine Gerüchte, sondern die Wahrheit. (mim)

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