Schweiz
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epaselect epa08153264 Workers manufacture protective face masks in a factory, as face mask stocks run low amid the outbreak of coronavirus, in Handan, Hebei Province, China, 23 January 2020. The outbreak of coronavirus has so far claimed 17 lives and infected more than 550 others, according to media reports. Authorities in Wuhan announced on 23 January, a complete travel ban on residents of Wuhan in an effort to contain the spread of the virus.  EPA/STRINGER CHINA OUT

Arbeiter produzieren Atemmasken in Handan, Hebei-Provinz in China. Bild: EPA

Das Coronavirus verbreitet Angst und Schrecken: Doch wie gut ist die Schweiz gerüstet?

Das neuartige Coronavirus verbreitet sich um den Erdball. In China leben deswegen 20 Millionen Menschen unter Quarantäne. Der Erreger ist nach Ansicht der Experten aber nicht sehr gefährlich.

Bruno Knellwolf / ch media



Die Bilder ähneln sich und sehen alle Jahre wieder sehr bedrohlich aus. Zu sehen sind darauf Ansammlungen von Menschen, die sich nur noch mit Schutzmasken nach draussen trauen. China hat Angst vor dem neuartigen Coronavirus mit dem Namen «2019-nCoV». Ein Erreger, der über Tröpfchenübertragung die oberen und unteren Atemwege befällt und im schlimmsten Fall Lungenentzündungen auslöst. «Wie bei allen Coronaviren-Erkrankungen führt auch diese zu Schnupfen, laufender Nase und Fieber. Je tiefer die Erkrankung ins Lungengewebe eindringt, desto schwerer werden die Symptome», sagt Virenspezialist Pietro Vernazza vom Kantonsspital St.Gallen. Das Virus gehört zur selben Familie wie Sars und Mers.

Pietro Vernazza: Chefarzt Infektiologie Kantonsspital St.Gallen

Pietro Vernazza: Chefarzt Infektiologie Kantonsspital St.Gallen. Bild: Ralph Ribi

Unterlassungen bei Sars

Der Name Sars lässt aufhorchen, weil die Krankheit im Jahre 2002 grassierte und man der chinesischen Regierung später vorwarf, die Gefahr dieser Pandemie heruntergespielt zu haben. So ist vielleicht zu verstehen, dass China bei diesem neuartigen Coronavirus drastisch reagiert. Inzwischen sind neben Wuhan weitere Städte komplett abgeriegelt worden. Die Menschen in Wuhan sind verpflichtet, Schutzmasken zu tragen. Die inzwischen 17 Toten und 620 am Coronavirus erkrankten Chinesen rechtfertigen gemäss dem chinesischen Krisenmanagement die einschneidenden Massnahmen. Die Schweizer Firmen Novartis, Schindler und ABB haben Firmen in der eingeschlossenen Stadt Wuhan. Gemäss dem EDA leben acht Schweizer in der Millionenmetropole.

WHO ruft wegen Virus in China keine «internationale Notlage» aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat trotz der rasanten Ausbreitung einer neuen Lungenkrankheit in China vorerst keine «gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite» ausgerufen. Ein Expertenrat, der die WHO berät, sah dafür am Donnerstag keinen Anlass. (sda/dpa)

Drastische Massnahmen in Wuhan

Ob die extremen Massnahmen der Chinesen gerechtfertigt sind, will Vernazza aus der Ferne nicht kommentieren. Die wissenschaftlichen Informationen aus China seien jeweils immer etwas dünn. Überrascht darüber ist der Infektiologe aber schon und er bezweifelt, dass diese Abschottung einen Nutzen hat. Vernazza betont:

«Dieses neuartige Coronavirus lässt sich mit dem Sars-Virus nicht vergleichen.»

Zwar hat sich inzwischen bestätigt, dass sich auch «2019-nCoV» von Mensch zu Mensch überträgt. «Diesmal handelt es sich aber um eine relativ milde Erkrankung», sagt der Virenforscher. Deshalb werden auch viele Betroffene trotz ihrer Ansteckung nichts bemerken und unentdeckt bleiben. Das neue Coronavirus ist viel weniger gefährlich als das Sars-Virus, das 2002 auch zuvor gesunde Menschen tötete. Auch unter dem Pflegepersonal. Die Opfer des neuen Coronavirus sind im Gegensatz dazu gesundheitlich angeschlagene, ältere Menschen. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich bislang Menschen nur bei engem Kontakt mit Infizierten angesteckt, in der Familie oder in Praxen. Zudem laufe sich die Infektion nach einer Ansteckung schnell tot.

Richtiges Händewaschen hilft

Richtiges Händewaschen und das Vermeiden von Kontakt mit angesteckten Menschen nützen. Ob Masken helfen, ist nach Vernazza dagegen zweifelhaft. Die Verhältnismässigkeit müsse gewahrt bleiben. «Grippeviren sind weitaus schlimmer als Coronaviren.» Weltweit Schlagzeilen machten aber die letzteren und im Alltag werde viel zu wenig gegen Grippeviren unternommen, obwohl geeignete Mittel zur Verfügung stünden. Zum Beispiel Grippeimpfungen.

Es ist nun gut möglich, dass Menschen mit dem Coronavirus in die Schweiz einreisen. Panik sei nicht angebracht. Die Schweiz profitiere von den Erfahrungen mit der Sars-Epidemie und sei gut auf solche Fälle vorbereitet.

«Da haben sich bei uns Standard-Prozesse etabliert.»

Dabei steht im Vordergrund, zu verhindern, dass das neuartige Coronavirus sich weiter verbreitet. Menschen mit Fieber müssen an der Grenze schnell identifiziert, abgeklärt und im Erkrankungsfall isoliert werden. Eine spezielle Therapie gegen «2019-nCoV» existiert nicht, auch keine Impfung.

Unmittelbar geschehe in der Schweiz nichts, sagt das Bundesamt für Gesundheit. Allerdings ist das Amt beunruhigt über die Dynamik und Entwicklung des Coronavirus. Die WHO hat bis gestern noch keinen Notstand ausgerufen. (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Walter Hechtler 24.01.2020 01:00
    Highlight Highlight Fledermaus Suppen sind halt doch nicht geeignet fuer Menschen. Man hat es doch schon lange im Film "Contagion" gesehen wie ein Virus sich ausbreitet.
  • MartinZH 23.01.2020 22:05
    Highlight Highlight Roche lagert für einen Viertel der Bevölkerung Tamiflu (Oseltamivir). Das Ablaufdatum rückt immer näher. Damit es wirkt, muss man es spätestens nach 48 Stunden einnehmen.

    Das funktioniert doch gar nicht! Rezept-Beschaffung, Apotheken-Vorrat, Logistik, etc. Warum werden die sowieso bald abgelaufenen Pillen nicht grossflächig an die CH-Bevölkerung verschickt? Einfach eine Packung pro Haushalt – genau so, wie diese Tabletten für einen Nuklear-GAU, die wir erhalten haben?

    Wenn es mit dem Coronavirus soweit ist, haben wir keine Zeit mehr. Es wäre zu Begrüssen, wenn die Bundesämter handeln würden!
    • bokl 23.01.2020 22:25
      Highlight Highlight Viel zu gefährlich. Corona-Viren könnten sich via die Tamiflu-Packungen unkontrolliert verbreiten. Zum Glück hat uns der Chef der Armee an den Notvorrat errinnert. Zwei Wochen Isolation im Keller sind die einzige Chance zu Überleben. Auch komplett offline gehen. Diese China-Viren sind so modern, dass sie auch IP-Pakete infizieren. Bin nun offline. Viel Glück und bis Februar.
    • MartinZH 24.01.2020 00:22
      Highlight Highlight @bokl: Helm (alternativ: Aluhut), Militär-Schoggi, Sackmesser, Chlor-Tabletten fürs Trinkwasser und Gamelle (inkl. Ordonnanz-Besteck) nicht vergessen in den Bunker mitzunehmen. 😉👍
  • äti 23.01.2020 21:54
    Highlight Highlight In der Schweiz sterben jedes Jahr tausende an der Grippe. Und das ist ganz normal. Einfach als Vergleich.
    • Walter Hechtler 24.01.2020 01:03
      Highlight Highlight Ja und mit Coronavirus sterben in Schweiz vielleicht 4 Millionen dieses Jahr. Viele sagen zu sich selbst, wenn es den Killer Meteor nicht schafft dann solls mit dem Virus geschehen.
    • Vinc 25.01.2020 13:45
      Highlight Highlight @Hechtler: wie kommen Sie auf 4 Millione in CH? Meinen Informationen nach wird das Virus 21,63 Millionen Schweizer und Weltweit 156.11 Milliarden Menschen dahinraffen!!!
  • Garp 23.01.2020 21:41
    Highlight Highlight "Allerdings ist das Amt beunruhigt über die Dynamik und Entwicklung des Coronavirus."

    Und was beunruhigt das Amt daran genau? Darüber ist im Artikel nichts zu erfahren. Da beruhigt man die Leute im Artikel und dann kommt am Schluss noch ein unerklärter Beunruhigungssatz.
  • fabsli 23.01.2020 21:26
    Highlight Highlight Esst Peperoni! Haben viel Vitamin C.
    • Garp 23.01.2020 21:35
      Highlight Highlight Ist grad nicht Saison, Kohl und Sauerkraut im Winter :) .
    • Calvin Whatison 23.01.2020 22:01
      Highlight Highlight mmhhmmm i ❤️ Kohlrabi. 👍🏻
    • MartinZH 23.01.2020 22:11
      Highlight Highlight Rosenkohl! 🙄 Mhhh, fein! 😋👍

      Und: "An apple a day keeps the doctor away." 🍏👍🍎😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Abu Nid As Saasi 23.01.2020 21:17
    Highlight Highlight "der" Virus?
    • Julian Wermuth 23.01.2020 21:40
      Highlight Highlight Jap, Duden lässt einem die Wahl. ;-)

      https://www.duden.de/rechtschreibung/Virus
    • Abu Nid As Saasi 23.01.2020 22:17
      Highlight Highlight Sprachverhunzung, im Titel "der" und weiter unten im Text"Das neue Coronavirus ist viel weniger gefährlich als das Sars-Virus, das 2002 auch zuvor gesunde Menschen tötete".

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