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Bericht: Schottischer Polizist missbrauchte mehrere Frauen

Bericht: Schottischer Polizist missbrauchte mehrere Frauen

23.07.2026, 14:1723.07.2026, 14:17

In Schottland bewegt der Fall eines Polizisten, der über Jahre Sexualstraftaten und Mordversuche begangen haben soll, die Bevölkerung. Der Mann hatte sich im Mai nach einer Festnahme wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung das Leben genommen.

Wie die BBC berichtete, identifizierte die Polizei in der Folge acht weitere mutmassliche Opfer, die von dem Beamten teils ausserhalb seines Polizeidienstes angegriffen worden sein sollen.

Die bisherigen Erkenntnisse seien «wirklich schockierend», sagte die stellvertretende Polizeichefin Lynn Ratcliff der BBC. Der Polizist habe seine Macht eindeutig missbraucht. Auslöser der Ermittlungen gegen den Mann war eine Frau, die im vergangenen Jahr mutig genug gewesen sei, sich an die Polizei zu wenden.

Die Frau war den Ermittlungen zufolge 2012 zum Opfer des Mannes geworden. Er vergewaltigte sie demnach in ihrem Haus in Glasgow, nachdem sie selbst die Polizei gerufen hatte, um eine Straftat zu melden. Der Mann kehrte nach dem Einsatz, an dem mehrere Polizisten beteiligt waren, zurück und beging die Tat. Wie die BBC berichtete, führte die Spur zu dem Polizisten, weil dieser in den Wochen nach der Vergewaltigung wiederholt die Ermittlungsakte der Frau im polizeiinternen Computersystem aufgerufen hatte – auch im Urlaub.

Beweismaterial auf sieben Handys

Die Ermittlungen ergaben Verbindungen zu einem weiteren Fall: 2018 hatte eine Sexarbeiterin aus Glasgow einen gewalttätigen Kunden gemeldet. Bei der Hausdurchsuchung bei dem Polizisten am 24. April wurden dann sieben Mobiltelefone und ein Laptop gefunden, auf denen laut BBC Tausende explizite Videos und Bilder gefunden wurden. Sie zeigten, dass der Mann während seiner Polizeilaufbahn die Dienste von Hunderten Sexarbeiterinnen in Anspruch genommen hatte.

Der Polizist wurde vom Dienst suspendiert, aber nicht festgehalten. Am 6. Mai wurde er dann tot aufgefunden.

Wie die BBC-Recherche ergab, wäre er in einigen der Fälle wegen versuchten Mordes angeklagt worden. Der BBC gegenüber erklärten die Ermittler, alles daranzusetzen, das vollständige Ausmass seiner mutmasslichen Straftaten aufzuklären.

«Sollte es Menschen geben, die glauben, Opfer (des Mannes) geworden zu sein, möchten wir sie eindringlich ermutigen, den Mut und das Vertrauen aufzubringen, sich bei uns zu melden und uns ihre Erlebnisse zu schildern», sagte Ratcliff. (dab/sda/dpa)

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