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Grossbritannien

Ex-Prinz Andrew soll trotz Epstein-Skandal royale Beerdigung erhalten

FILE - Britain's Andrew Mountbatten-Windsor, formerly known as Prince Andrew, looks round as he leaves after attending the Easter Matins Service at St. George's Chapel, Windsor Castle, Engla ...
Andrew Mountbatten-Windsor soll trotz entzogenen royalen Titels nach seinem Tod mit königlichen Ehren beigesetzt werden.Bild: keystone

Trotz Verwicklung in Epstein-Skandal: Andrew soll royales Begräbnis erhalten

Der frühere Herzog von York steht weiterhin auf einer geheimen Regierungsliste für hochrangige royale Bestattungen. Die Pläne stossen bereits auf scharfe Kritik.
10.08.2026, 15:5110.08.2026, 15:51
Birthe Wenge / t-online
Ein Artikel von
t-online

Andrew Mountbatten-Windsor soll nach seinem Tod mit königlichen Ehren beigesetzt werden – obwohl König Charles III. seinem Bruder vergangenen Herbst seine verbliebenen Titel entzogen hatte. Das berichtet die britische «Mail on Sunday» unter Berufung auf hochrangige Quellen.

Demnach steht der frühere Herzog von York trotz seiner Verstrickungen in den Skandal um den 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weiterhin auf einer geheimen Regierungsliste für hochrangige royale Bestattungen. Diese Regelung ist Teil der Pläne der Regierung, mit denen der Tod von Mitgliedern der Königsfamilie lange im Voraus vorbereitet wird, berichtet die Zeitung.

Als Ort für eine Trauerfeier gilt die St.Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor, wo auch Königin Elisabeth und Prinz Philip beigesetzt wurden. Als letzte Ruhestätte sei der Royal Burial Ground in Frogmore vorgesehen – ein privater Friedhof im Home Park in Windsor.

«Andrew hat Schande über das Vereinigte Königreich gebracht»

Die Pläne stossen auf scharfe Kritik. Gloria Allred, eine US-Anwältin, die 27 Epstein-Opfer vertreten hat, sagte der «Mail on Sunday»: «Andrew hat durch seine Verbindung zu Jeffrey Epstein Schande über die königliche Familie und das Vereinigte Königreich gebracht. [...] Welche Botschaft würde eine solche Zeremonie an Epsteins Opfer senden? Ausserdem: Warum sollten die britischen Steuerzahler die Last tragen, seine Ausgaben zu seinen Lebzeiten oder nach seinem Tod zu bezahlen?» Und die konservative Politikerin Alicia Kearns erklärte, Andrew sollte «unter keinen Umständen ein königliches Begräbnis zuteil werden.»

Der 66-Jährige verlor nach Bekanntwerden seiner Verbindungen zu Epstein zunächst seine militärischen Ehrenämter und alle offiziellen Aufgaben für das Königshaus. Später wurde ihm auch die Anrede «Seine Königliche Hoheit» in der Öffentlichkeit entzogen. Seinen restlichen Titeln enthob ihn Charles III. vergangenen Herbst – seitdem darf er sich nur noch Andrew Mountbatten-Windsor nennen.

Bestattungspläne für Mitglieder der königlichen Familie werden in Grossbritannien üblicherweise lange vor dem Tod festgelegt. Auf dem Royal Burial Ground in Frogmore liegt unter anderem König Edward VIII. begraben, der 1936 abdankte und ebenfalls in Ungnade fiel.

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