Ex-Prinz Andrew soll hohe Summe als Entschädigung für seinen Auszug kassieren
Ein Bericht des britischen Rechnungshofs hat in den vergangenen Tagen für Unruhe rund um Ex-Prinz Andrew gesorgt. Zunächst wurde bekannt, dass er drei Cottages auf dem Gelände seiner früheren Residenz, der Royal Lodge, untervermietet und die Einnahmen selbst einbehalten hatte. Jetzt ist ein weiteres Detail aus demselben Bericht veröffentlicht worden.
Demnach steht Andrew nach seinem Auszug aus der Royal Lodge eine Entschädigung von bis zu 488'342 Pfund zu, umgerechnet rund 521'000 Schweizer Franken. Die Grundlage dafür liegt in einem Vertrag, den Andrew im Jahr 2003 mit dem Crown Estate, der Immobilienverwaltung der britischen Krone, abgeschlossen hatte.
Damals erhielt er einen 75-jährigen Pachtvertrag für die Royal Lodge. Im Gegenzug leistete er eine Einmalzahlung von einer Million Pfund und verpflichtete sich, rund 7,5 Millionen Pfund (rund 8 Millionen Franken) in die Sanierung des Anwesens zu investieren. Die laufende Miete war dagegen symbolisch: eine sogenannte «Peppercorn Rent», also eine Pfefferkorn-Miete, die praktisch Null Pfund betrug. Ausserdem enthielt der Vertrag eine Ausstiegsklausel: Bei vorzeitiger Rückgabe der Royal Lodge könne Andrew einen Teil seiner Investitionen zurückfordern. Laut dem Rechnungshof-Bericht stünden ihm dabei zwischen 301'967 und 488'342 Pfund zu, umgerechnet sind das zwischen etwa 322'000 und 521'000 Franken.
Ob er die volle Summe erhält, ist noch offen. Vor der Rückgabe wird die Royal Lodge begutachtet. Eventuelle Schäden oder notwendige Reparaturen werden von der Entschädigung abgezogen. Dem Bericht zufolge läuft Andrews Pachtvertrag noch bis zum 30. Oktober 2026, bis zu diesem Datum muss das Anwesen spätestens an das Crown Estate zurückgegeben werden.
Andrew hatte die Royal Lodge Anfang Februar 2026 verlassen müssen und war zunächst auf die Wood Farm gezogen, bevor er Ostern 2026 auf die Marsh Farm auf dem Sandringham-Anwesen in Norfolk umzog. Hintergrund seines Rückzugs aus dem engeren Kreis der Königsfamilie sind seine Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der 2019 im Gefängnis starb.
«Niemand will mehr etwas mit ihm zu tun haben»
Ein Mitarbeiter des Palastes sagte «Bild»: «Die Stimmung im Palast ist sehr schlecht. Der Bericht des Rechnungshofs sorgt viele – besonders die Königsfamilie.» König Charles III. versuche seit seinem Amtsantritt, die Monarchie moderner aufzustellen. Der Mitarbeiter weiter: «Andrew ist heute isoliert. Niemand will mehr etwas mit ihm zu tun haben. Aber durch den Bericht wird deutlich, wie gut er lebte.» Über Charles hiess es: «Der König leidet sehr unter dem Skandal. Er ist hin- und hergerissen. Loyalität zu seinem jüngeren Bruder einerseits. Und Verantwortung den royalen Finanzen und der Öffentlichkeit gegenüber andererseits.»
Der Rechnungshof-Bericht beleuchtet auch Andrews Töchter. Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie hätten demnach seit fast 20 Jahren in königlichen Residenzen gelebt, ohne dafür Miete zu zahlen. Ab 2008 wohnten beide mietfrei im St. James's Palace. Eugenie zog 2018 in das Ivy Cottage auf dem Gelände des Kensington Palace. Die Wohnkosten wurden aus dem sogenannten «Privy Purse» bestritten, dem Privatvermögen von König Charles.

