International
Iran

Iran-Krieg: Nach Angriff auf Gasfeld South Pars droht weitere Eskalation

Angriff auf Gasfeld im Iran
Israel hat am Mittwoch das iranische South-Pars-Gasfeld angegriffen. Nun droht eine weitere Eskalation.screenshot x

Nach Angriff auf Irans Gasindustrie droht weitere Eskalation – die neusten Entwicklungen

18.03.2026, 16:1818.03.2026, 16:19

Nach Angriffen auf seine Gasindustrie droht der Iran im Krieg mit Israel und den USA, seinerseits Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar zu attackieren.

Die Militärführung begründete dies damit, dass zivile und lebenswichtige Infrastruktur angegriffen worden sei, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Die Zeit begrenzter Gefechte sei vorbei. Das Kriegspendel bewege sich in Richtung eines «umfassenden Wirtschaftskriegs». Sollten die Revolutionsgarden ihre Drohung wahr machen, Einrichtungen der Energieindustrie in den Nachbarländern anzugreifen, würden diese noch weiter in den Krieg mit hineingezogen.

Die neusten Entwicklungen im Iran-Krieg in der Übersicht.

Angriff nahe dem grössten Gasfeld der Welt

Medien berichteten unter Berufung auf israelische Regierungskreise, dass die Luftwaffe des Landes die Angriffe auf die Gasindustrie am Persischen Golf geflogen habe. Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr.

Video: watson

Bei Asalujeh am Persischen Golf liegt mit «South-Pars» das grösste Gasfeld der Welt, das sich der Iran mit Katar teilt. Die Region ist zentral für den iranischen Energiesektor und deckt etwa 70 Prozent der heimischen Gasversorgung. Der Sprecher des katarischen Aussenministeriums warfen Israel einen «gefährlichen und unverantwortlichen Schritt» inmitten der militärischen Eskalation vor.

Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul warnte vor einer Ausweitung des Iran-Kriegs mit weltweiten Folgen. Der Krieg habe «ein wirkliches Eskalationspotenzial, was nicht nur diese Region, sondern die Welt insgesamt in eine allergrösste Krise stürzen kann», sagte er in Berlin.

Katar: Israels Angriff auf Gasanlagen «unverantwortlich»

Katar hat Israel für den Angriff auf Anlagen der iranischen Gasindustrie verantwortlich gemacht und diesen scharf verurteilt. Es handle sich um einen «gefährlichen und unverantwortlichen Schritt inmitten der aktuellen militärischen Eskalation in der Region. Das erklärte der katarische Aussenamtssprecher Madschid al-Ansari auf X.

Ölpreise steigen wieder deutlich

Die Ölpreise haben am Mittwoch nach Angriffen auf Gasanlagen des Irans kräftig zugelegt. Am Nachmittag kostete Rohöl der Sorte Brent 108,25 Dollar und damit etwa viereinhalb Prozent mehr als am Vortag.

Zu Wochenbeginn war die Notierung für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee noch zeitweise unter die Marke von 100 Dollar gefallen. Der Iran hat im Krieg mit den USA und Israel neue Angriffe auf Teile seiner Gasindustrie gemeldet und damit den jüngsten Preisschub am Ölmarkt ausgelöst.

Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr. Näheres dazu wurde zunächst nicht bekannt. Ob Israel oder die USA für die Luftangriffe verantwortlich waren, blieb zunächst unklar.

Israel: Irans Geheimdienstchef getötet

Israel setzt die Serie seiner Angriffe auf iranische Top-Funktionäre fort. Der Geheimdienstminister Ismail Chatib sei getötet worden, teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mit. Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung. Ausserdem hat Israels Führung nach Angaben des Verteidigungsministers die Tötung jedes ranghohen iranischen Vertreter genehmigt. Dafür sei keine weitere Genehmigung erforderlich.

Laridschani und sein Sohn werden beigesetzt

Israel hat im Iran-Krieg bereits Dutzende führende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet, darunter Irans obersten Führer Ali Chamenei und Sicherheitschefs Ali Laridschani. Zur Trauerfeier für Laridschani und seinen ebenfalls getöteten Sohn kamen Regierungsanhänger in Teheran zusammen.

Iranischer Geheimdienst geht gegen Oppositionelle vor

Irans Geheimdienst fahndet nun nach Regierungsgegnern. Teheran ging eigenen Angaben zufolge gegen Dutzende Netzwerke von Oppositionellen vor – insbesondere Anhänger des Schah-Sohns Reza Pahlavi, der im Ausland eine führende Rolle in der Opposition beansprucht.

Mindestens zwölf Tote in Beirut

Bei israelischen Luftangriffen in der Hauptstadt Beirut sind nach libanesischen Angaben mindestens 12 Menschen getötet und 41 weitere verletzt worden. Am frühen Mittwochmorgen erschütterte eine Explosion das Stadtviertel Baschura: Laut einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wurde ein Hochhaus getroffen und komplett in Trümmer gelegt. Zuvor hatte Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen.

Einschlag auf Gelände von iranischem AKW

Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran schlug nach Angaben aus Teheran ein Geschoss auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr ein. Das Kraftwerk selbst sei nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden.

USA setzen Bunkerbrecher gegen iranische Stellungen ein

Die US-Streitkräfte warfen nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben auf besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Strasse von Hormus ab – einer strategisch wichtigen Meerenge, über die grosse Mengen Öl verschifft werden. Mehrere der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien erfolgreich eingesetzt worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten mit. Demnach zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe in der Meerenge eingesetzt werden sollten.

Diskussion um «unmittelbare Bedrohung»

Die US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard nahm inzwischen Stellung zum Rücktritt eines Regierungsmitarbeiters aus Protest gegen den Iran-Krieg. Es obliege US-Präsident Donald Trump als Oberbefehlshaber, zu beurteilen, was eine unmittelbare Bedrohung darstelle und was nicht, und ob er Massnahmen ergreife, die er zum Schutz der Sicherheit der eigenen Truppen, der US-Bevölkerung und des Landes für notwendig erachte, schrieb sie auf X.

Der Chef des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, Joseph Kent, hatte am Dienstag seinen Rücktritt bekanntgegeben, weil aus seiner Sicht der Iran keine unmittelbare Bedrohung für die USA dargestellt habe. Es sei offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten den Krieg aufgrund israelischen Drucks begonnen hätten. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 25
Iran-Krieg in Bildern

Der Krieg im Iran hat zur Folge, dass die Ölpreise weltweit steigen.

quelle: keystone / altaf qadri
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hochhaus explodiert in Beirut
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
17 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Grüblerine
18.03.2026 17:03registriert Januar 2024
Was soll man da noch sagen? Bibi und sein Handlanger Donnie sind so auf dem Egotrip, dass sie Kauf nehmen, dass der ganze nahe Ost brennt. Und die Befehlsempfänger salutieren brav und machen was diese Kriegstreiber verlangen. Leute, das ist erst der Anfang, dolce Vita ist vorbei. Ich kann keinen verstehen der jetzt noch Trump unterstützt.
252
Melden
Zum Kommentar
17
Weitere Pleite für Trump: US-Gericht erklärt Medienkürzungen für ungültig
Ein US-Richter hat die drastischen Sparmassnahmen beim staatlich finanzierten Rundfunksender Voice of America (VoA) grösstenteils für ungültig erklärt.
Zur Finanzierung und Berichterstattung des Auslandssenders gebe es gesetzliche Vorgaben, die unter den von der Regierung auferlegten Bedingungen nicht erfüllt werden könnten, teilte der Richter mit. Zuvor hatte ein anderer Richter bereits die Kündigung Hunderter VoA-Journalisten für unrechtmässig erklärt.
Zur Story