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USA und Iran: Konflikt um Strasse von Hormus eskaliert

Satellitenbild der Strasse von Hormus
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Satellitenbild der Strasse von Hormus.Bild: Wikimedia

USA und Iran: Konflikt um Strasse von Hormus eskaliert

12.07.2026, 17:3112.07.2026, 17:40

Der Konflikt um die Strasse von Hormus spitzt sich nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran erneut gefährlich zu. Bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche bombardierte das US-Militär Ziele entlang der iranischen Südküste. Als Reaktion attackierten Irans Streitkräfte US-Ziele in Jordanien und den Golfstaaten und erklärten die Meerenge erneut für gesperrt. Gespräche über eine diplomatische Lösung für die künftige Verwaltung der Meerenge endeten am Samstag ohne Durchbruch.

In der Nacht griff das US-Militär nach eigenen Angaben mit Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffen rund 140 militärische Stellungen im Iran an. Zu den Zielen gehörten unter anderem Raketenstellungen, Munitionslager sowie Infrastruktur der Küstenüberwachung und Kommunikation, wie das für die Region zuständige Regionalkommando (Centcom) mitteilte. Diese Woche seien damit insgesamt mehr als 300 Ziele attackiert worden. Als Grund für die Bombardierungen nannte das US-Militär iranische Angriffe auf die kommerzielle Schifffahrt.

Irans Streitkräfte starten Vergeltungsangriffe auf mehrere Staaten

Die Marinestreitkräfte der iranischen Revolutionsgarden verteidigten ihren Militäreinsatz in der Meerenge. «Auf Anstiftung ausländischer Mächte» hätten mehrere Schiffe eine «nicht genehmigte Route» befahren, hiess es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Mitteilung. Ein Schiff, das seine Ortungssysteme abgeschaltet habe, sei daraufhin von einem Warnschuss getroffen und gestoppt worden, hiess es weiter. Die britische Behörde UKMTO meldete, dass die Crew eines Containerschiffs nach einem Brand von Bord gegangen und gerettet worden sei.

Als Reaktion auf die US-Angriffe attackierten Irans Streitkräfte nach eigenen Angaben unter anderem einen Militärflugplatz in Jordanien mit Raketen. Im Oman wurde demnach ein Logistikzentrum für US-Kriegsschiffe angegriffen. Die regulären Streitkräfte feuerten zudem Kamikazedrohnen auf Ziele in Kuwait und Bahrain. Die Golfstaaten meldeten ihrerseits Angriffe mit Drohnen und Raketen, gaben einige Stunden später aber teils wieder Entwarnung.

US-Präsident Donald Trump erklärte die Strasse von Hormus derweil entgegen iranischer Angaben als offen für den Schiffsverkehr. Auch das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom schrieb in einem Post auf der Plattform X, die für den Handel wichtige Meerenge bleibe eine internationale Wasserstrasse, die der Iran nicht kontrolliere.

Strasse von Hormus im Zentrum des Konflikts

Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Strasse von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe. Trotzdem kam es immer wieder zu neuen Angriffen. Aus Sicht von Trump ist die Waffenruhe beendet.

Die für den weltweiten Energiehandel wichtige Meerenge erwies sich kurz nach Beginn des Iran-Kriegs als wirkungsvolles Druckmittel für die Führung in Teheran. Mit Drohungen und Angriffen hatte der Iran den Verkehr faktisch zum Erliegen gebracht. Die eingeschränkte Schifffahrt liess die Energiepreise steigen und erhöhte zugleich den innenpolitischen Druck auf den US-Präsidenten.

USA forderten Bekenntnis zu Öffnung der Strasse von Hormus

Die USA hatten Medienberichten zufolge ein Bekenntnis des Irans zu einer freien und sicheren Schifffahrt gefordert und Teheran dafür eine Frist bis Samstag gestellt. Die iranische Führung solle öffentlich versichern, dass die Meerenge offen sei und der Iran von Angriffen auf Handelsschiffe absehe, schrieben unter anderem das Portal «Axios» und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.

Der Golfstaat Oman, der in dem Konflikt vermittelt, legte einen Vorschlag zur gebührenfreien Durchfahrt der Strasse von Hormus vor. Demnach soll der Schiffsverkehr auf der südlichen Route wie vor dem Krieg frei möglich sein, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. Auf der nördlichen Route entlang der iranischen Küste wären laut CNN Genehmigungen Teherans nötig, allerdings ebenfalls keine Gebühren fällig.

Gespräche am Samstag in der omanischen Hauptstadt Maskat endeten zunächst ohne Durchbruch. Vertreter aus dem Iran und dem Oman hätten jedoch beschlossen, das Format auf politischer sowie technischer Ebene fortzusetzen, «um zu einer gemeinsamen Verständigung über die Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt» in der Meerenge zu gelangen, hiess es in einer Erklärung des iranischen Aussenministeriums.

The truck carrying the coffin of the slain Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei makes its way along an avenue during the funeral procession in Tehran, Iran, Monday, July 6, 2026. (AP Photo/Va ...
Der Lastwagen, der den Sarg des getöteten iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei transportiert, fährt während des Trauerzuges in Teheran.Bild: AP

Nach Staatsbegräbnis: Irans Führung fordert Rache

Unterdessen schwor die iranische Führung Vergeltung für ihren Ende Februar getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei. In der Nacht zu Freitag wurde der ehemalige Religionsführer in seiner Heimatstadt Maschhad bestattet. «Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen», hiess es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung, die Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wurde.

Seit seiner Ernennung zum neuen obersten Führer vor mehr als vier Monaten ist Modschtaba Chamenei nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Seither wird viel über seinen Verbleib und auch seinen Gesundheitszustand spekuliert. US-Medienberichten zufolge soll er bei dem Luftangriff, bei dem sein Vater getötet wurde, schwer verletzt worden sein.

Ende Februar hatten Israel und die USA ihren Krieg gegen den Iran begonnen und das Land fast 40 Tage lang aus der Luft angegriffen. Dabei wurden zahlreiche einflussreiche Generäle und Spitzenpolitiker gezielt getötet, darunter bereits am ersten Kriegstag Irans oberster Führer Chamenei. Die iranischen Streitkräfte reagierten mit massiven Raketenangriffen auf US-Ziele in der Golfregion. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Krieg Israels und der USA als völkerrechtswidrig. (sda/dpa)

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17 Kommentare
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Knut Knallmann
12.07.2026 18:11registriert Oktober 2015
Es ist echt schlimm, dass ich diese Schlagzeilen nur noch mit einem Schulterzucken quittiere. Morgen Montag gibts dann wieder einen neuen Friedensplan gefolgt von Bombardierungen am Dienstag.
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001243.3e08972a@apple
12.07.2026 17:50registriert Juli 2024
Manchmal denkt man es wäre besser für die Menschheit, wenn sich Trump nur noch Golf und Fussball verschreiben würde.
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So oder so
12.07.2026 18:28registriert Januar 2020
Trump hat einen Friedensplan ? Er ist der Präsident des Friedens - Obama war viel Schlimmer !

Hat mir so ein Köppel Fan erklären wollen
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