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Huthis haben Bab al-Mandab unter Kontrolle – das sind die Auswirkungen

epaselect epa13229108 Houthi fighters march during a campaign to mobilize more fighters amid an offensive against Saudi-backed government troops, in Sana'a, Yemen, 10 September 2026. Yemen's ...
Jubelnde Huthi-Kämpfer marschieren am Donnerstag durch die jemenitische Hauptstadt Sanaa.Bild: keystone

«Im Nahen Osten hat es selten ein strategisches Versagen dieser Grössenordnung gegeben»

Die Huthi-Miliz hat die gesamte Küste Jemens unter Kontrolle – und damit auch die wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Was das für Auswirkungen hat, erfährst du hier.
11.09.2026, 18:3611.09.2026, 18:38

Das ist passiert

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen Regierungsquellen zufolge die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen und strategisch wichtige Inseln, darunter Perim, eingenommen.

Damit haben die Huthi ihren Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab, durch die eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt führt, deutlich erhöht. Der Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Beide sind Teil einer Schifffahrtsroute, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien darstellt.

Die Insel Perim, welche die Houthis nun ebenfalls unter ihre Kontrolle gebracht haben, liegt mittig am engsten Punkt der Meerenge. Mit dieser Insel weiten die Rebellen ihren Griff auf den Bab al-Mandab bedeutend aus.

Erst kürzlich hatten die Rebellen auch die jemenitische Hafenstadt Mokka eingenommen. Mit den jüngsten Vorstössen kontrollieren die Huthi nun die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen.

Das sind die Auswirkungen

Von ihren neu gewonnenen Positionen aus können die Huthi Handels- und andere Schiffe im Roten Meer gezielter angreifen oder stören als zuvor. Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg dürfte damit noch stärker bedroht werden als bisher. Die Huthi hatten dort in den vergangenen Jahren mehrfach Schiffe angegriffen und teils versenkt oder diese gekapert.

Während die infolge des Iran-Kriegs stark beeinträchtigte Strasse von Hormus insbesondere für den Handel mit Öl und Flüssigerdgas wichtig ist, da sie den rohstoffreichen Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet, ist der Bab al-Mandab hingegen für den gesamten Waren- und Rohstoffverkehr zwischen Europa und Asien von grosser Bedeutung.

Steigender Ölpreis

Insbesondere Saudi-Arabien könnte durch die veränderten Verhältnisse am Bab al-Mandab im Exportgeschäft gestört werden. Denn seit Beginn des Iran-Kriegs hat das Land rund 70 Prozent seines Öls über den im Westen liegenden Hafen Janbu exportiert. Von dort aus wurde ein Grossteil durch den Bab al-Mandab verschifft.

epa13220607 A handout screen grab taken from a video released on 07 September 2026 made available by the Houthi military media center shows smoke and balls of fire rising from trucks at a camp of the  ...
Ein Luftschlag der Huthi-Miliz auf eine Stellung der jemenitischen Regierungstruppen. (7. September)Bild: keystone

Der Ölpreis legte deshalb in der Nacht auf Freitag bereits deutlich zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November erreichte zeitweise fast 110 US-Dollar, also rund 90 Franken.

Die USA und die EU versuchten mit Militäreinsätzen bereits, Handelsschiffe besser vor Angriffen der Miliz zu schützen. Die Huthi hatten schon im Zuge des Gaza-Kriegs aus Solidarität mit der Hamas wiederholt Schiffe im Roten Meer angegriffen. Dadurch wurde der internationale Schiffsverkehr erheblich gestört. Nach saudisch geführten Angriffen kündigten die Huthi im Juli eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien an. Seitdem griffen sie mehrere Schiffe an und zwangen weitere zu Kursänderungen.

Zehntausende flüchten

Durch die jüngsten Entwicklungen sind nach UN-Angaben zudem mehr als 46.000 Menschen in die Flucht getrieben worden. «Familien werden gezwungen, in diesem Konflikt zum zweiten oder dritten Mal zu fliehen, wobei ihnen fast nichts mehr geblieben ist», sagte die Chefin der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Amy Pope, laut einer Mitteilung.

In der Nacht hätten Berichten zufolge viele Menschen die Hafenstadt Mokka mit ihren Habseligkeiten verlassen, hiess es. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen hatten die strategisch wichtige Stadt am Donnerstag eingenommen. In einigen Gebieten des Bürgerkriegslands sollen ganze Dörfer verlassen worden sein. IOM forderte die Konfliktparteien auf, humanitären Zugang zu garantieren und die Sicherheit von Helfern zu gewährleisten.

Das sind die Reaktionen

Die international anerkannte jemenitische Regierung reagierte DPA-Informationen zufolge mit Luftangriffen auf Huthi-Kämpfer am Hafen und dem Flughafen in Mokka. Auf internationaler Ebene fielen die Reaktionen gemischt aus.

«Im Mittleren Osten hat es selten ein strategisches Versagen dieser Grössenordnung gegeben»

So sprach der israelische Militärexperte Danny Citrinowicz vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran von einem Rückschlag für den Westen. «Im Mittleren Osten hat es selten ein strategisches Versagen dieser Grössenordnung gegeben», schrieb er auf X. «Was in den letzten Tagen geschehen ist, ist daher nicht einfach nur ein saudisches Problem. Es ist ein internationales Problem», fügte er hinzu.

Irans Vizepräsident gratulierte den Huthi-Rebellen nach ihrem Vormarsch. «Wir freuen uns über die Siege des heldenhaften Volkes des Jemen», schrieb Mohammed Resa Aref an die mit Teheran verbündete Miliz gerichtet auf X.

epa13229334 A Yemeni fills jerrycans with drinking water from a donated water pipe, in Sana'a, Yemen, 10 September 2026. Yemen's Houthi forces captured the strategic Red Sea port city of Mok ...
Ein Jemenit füllt Kanister mit Trinkwasser. (10. September 2026)Bild: keystone

Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) fürchtet, dass der sich verschärfende Konflikt im Roten Meer noch mehr Menschen in den Hunger treibt. «Die Welt schaut auf die Strasse von Hormus», sagte der WFP-Direktor für Deutschland, Österreich und Liechtenstein, Martin Frick, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Doch die aktuelle Eskalation rund um die Meerenge von Bab al-Mandab könnte die globalen Handels- und Versorgungslinien für Lebensmittel noch mehr strangulieren.»

Das ist der Hintergrund

Im Jemen war zuletzt ein seit Jahren andauernder Konflikt erneut aufgeflammt. Die Huthi kämpfen gegen die international anerkannte Regierung und deren Verbündete. Sie gehören zur sogenannten iranischen «Achse des Widerstands», einem regionalen Netzwerk aus vom Iran unterstützten Milizen. Teheran unterstützt die Huthi ähnlich wie die Hisbollah im Libanon mit Waffen, Technologie, Fachwissen und finanziellen Mitteln.

Auf der anderen Seite stehen die jemenitische Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, sowie regierungstreue Kräfte. So sind beispielsweise die sogenannten Nationalen Widerstandskräfte strategische Partner der Regierung geworden im Kampf gegen die Huthi, gegen die das saudisch angeführte Bündnis auch Luftangriffe fliegt.

So geht es nun weiter

Am Montag wollen der Iran und die Staaten am Persischen Golf über die umkämpfte Strasse von Hormus sprechen. Ausgerichtet wird das Treffen im Oman, wie das iranische Aussenministerium bestätigte. Teilnehmen sollen nach Informationen des Nachrichtenportals «Iran Nuances» die Aussenminister aus dem Iran, Irak, Oman, Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien.

Ob die Entwicklungen am Bab al-Mandab dabei ebenfalls zum Thema werden, ist unklar.

Irans Aussenminister Abbas Araghtschi und sein omanischer Kollege Badr al-Busaidi werden dem Bericht zufolge die Regierungsvertreter über den Stand der Verhandlungen unterrichten. Beide Länder diskutieren seit Wochen über einen Mechanismus, wie der Schiffsverkehr durch die Meerenge geregelt werden soll.

(cpf, mit Material der sda/dpa)

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    Pantoffelheld
    11.09.2026 19:01registriert September 2025
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    Mehili71
    11.09.2026 19:29registriert Februar 2026
    Diesen Irsinn haben wir alle der amerikanischen Flachbirne mit dem Karpfenmaul zu verdanken. Shame on you Mr. President...
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    JBV
    11.09.2026 18:46registriert September 2021
    Das sind keine guten Nachrichten. Ein religiös-autoritäres Terrorregime erlangt Kontrolle über eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten.
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