Neue Berichte zu Missständen: Iran sabotierte «USS Abraham Lincoln»
Der US-Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» ist seit neun Monaten im Einsatz. Die Lage an Bord ist verheerend. Matrosen drohen über Bord zu springen. Nun enthüllte die Zeitung «New York Times» die Hintergründe für die katastrophale Situation auf dem Flaggschiff der US-Marine. Demnach legte der Iran unmittelbar nach dem Beginn der US-Angriffe im Februar im Golf mit gezielten Attacken auf einen Stützpunkt in Bahrain die Versorgung des Schiffes lahm. Die US-Marine musste auf den britischen Stützpunkt Diego Garcia versorgt werden – rund 3'500 Kilometer entfernt vom Persischen Golf.
Zuvor hatten US-Medien über gravierende Missstände berichtet. Laut «Military Times» berichtete die Frau eines Soldaten bei einem Angehörigentreffen unter Tränen über ihren Mann an Bord des Schiffes: «Er hofft, dass er morgen nicht mehr aufwacht», sagte Annabelle Loma.
Die «USS Abraham Lincoln» war am 21. November 2025 aus dem kalifornischen San Diego ausgelaufen, um im Südchinesischen Meer Dienst zu leisten. Sie wurde jedoch noch vor den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Angriffen auf den Iran in die Krisenregion umgeleitet. Sie soll nun vom US-Flugzeugträger «USS George Washington» abgelöst werden.
Trump schaltet sich in Debatte ein
Die Lage an Bord des Flugzeugträgers beschäftigt inzwischen auch die US-Politik. US-Senator Richard Blumenthal forderte die US-Regierung auf, zu erklären, was sie tue, um die Streitkräfte an Bord zu unterstützen. «Weitverbreitete Berichte über Versorgungsengpässe, Probleme bei den Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und mehr erfordern sofortiges Handeln.»
Auch US-Präsident Donald Trump äusserte sich zu den Missständen. Beim Besuch eines Militärstützpunkts im US-Bundesstaat Maryland spielte er die Bedenken herunter und erklärte: «Das Schiff nimmt Fahrt auf, oder wird bald Fahrt aufnehmen und wird durch ein anderes, sehr ähnliches Schiff, ersetzt.»
Auf die Frage, ob der Flugzeugträger zu lange im Einsatz sei, sagte der US-Präsident nur: «Nein, nein, nein. Bei weitem noch nicht lange genug.»
Doch regte sich an anderer Stelle Kritik an Trumps Vorgehen. Ernest Moniz, Chef-Unterhändler der US-Regierung für das 2015 besiegelte Atomabkommen mit dem Iran, sagte der «Financial Times»: «Der Iran hat den Heimvorteil. Und diese entscheidenden Heimvorteile gingen für uns in Vietnam und Afghanistan nicht gut aus.» Trump hatte das Atomabkommen in seiner ersten Amtszeit aufgekündigt.
Nach gezielten Luftschlägen gegen iranische Atomanlagen im Vorjahr, hatte der US-Präsident im Februar den Krieg im Golf gestartet, um das Regime in Teheran zum Einlenken im Atomstreit zu bewegen.
Verwendete Quellen:
- Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP, Reuters
- nytimes.com: Navy Carrier’s Problems Are Tied to Attacks on U.S. Base Early in War (Englisch)
- ft.com: US nuclear negotiator Ernest Moniz: ‘Iran has the home-court advantage’ (Englisch, kostenpflichtig)
(hkl)

