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Irland

Mutmasslicher Gangsterboss in Irland im Gefängnis

Irlands gefährlichster Gangster? 49-Jähriger in Haft – doch der bestreitet alles

Der mutmassliche Anführer einer europaweit bedeutsamen kriminellen Organisation ist von Dubai nach Dublin ausgeflogen worden und in Untersuchungshaft gekommen.
10.08.2026, 06:2210.08.2026, 06:58
epaselect epa13158355 Security officers stand guard at a gate of Casement Aerodrome in Baldonnel, County Dublin, Ireland, 09 August 2026, following the extradition of alleged crime boss Daniel Kinahan ...
Sicherheitskräfte am 9. August in Baldonnel, Irland.Bild: keystone

Was ist passiert?

Am Sonntag sorgte die Landung eines Regierungsjets in Irland für Aufruhr. Denn nicht irgendwer sass an Bord: Der Mann steht laut Medien mutmasslich an der Spitze der berüchtigten Kinahan-Clangruppe in Irland. Im Frühjahr war er bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen worden. Der 49-jährige Ire erschien laut britischer Nachrichtenagentur PA nach der Ankunft zunächst vor einem Sonderstrafgericht.

Was genau wird ihm vorgeworfen?

Die kriminelle Vereinigung soll schwere Straftaten im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität verübt haben. Die Gruppe wird unter anderem mit jahrzehntelangem Drogen- und Waffenschmuggel in Verbindung gebracht. Laut BBC soll es sich bei dem Beschuldigten um den Sohn des Gründers der Verbrecherorganisation handeln.

Die Bande Kinahan Transnational Criminal Organization (KTCO) soll in den 1990er Jahren entstanden sein. Sie soll sich danach zur mächtigsten organisierten kriminellen Gruppierung Irlands entwickelt haben. Später soll sie angefangen haben, über Landesgrenzen hinweg zu agieren.

epa13158368 Onlookers gather outside Casement Aerodrome in Baldonnel, County Dublin, Ireland, 09 August 2026, following the extradition of alleged crime boss Daniel Kinahan from the United Arab Emirat ...
Zahlreiche Schaulustige vor Ort.Bild: keystone

Vor Jahren war eine Millionensumme für Informationen zum Verbleib des mutmasslichen Gangster-Bosses ausgesetzt worden. Er soll Spitznamen wie «Chess», «D» oder «Cuz» gehabt haben, wie aus Informationen, die das US-Aussenministerium vor Jahren veröffentlicht hatte, hervorgeht.

Laut den Informationen verkaufte die Gruppierung zunächst Kokain und Heroin aus Südamerika in Irland, dann in ganz Grossbritannien und auch auf dem europäischen Festland. Hinzu kamen demnach Geldwäsche und Waffenhandel. Zudem sollen Morde verübt worden sein.

Eine Fehde mit einer rivalisierenden Drogenbande in Dublin brachte den Clan weltweit in die Schlagzeilen. 2016 fielen Schüsse in einem Hotel in Dublin bei einer Veranstaltung für einen Boxkampf. Der Beschuldigte soll Ziel gewesen sein, er überlebte unverletzt. Seither wurden laut den Informationen 18 Menschen getötet. Laut PA soll der Beschuldigte am 5. Oktober erneut vor Gericht erscheinen.

Was sagt er selbst zu den Vorwürfen?

Der britische Sender BBC berichtete, der Anwalt des Beschuldigten habe erklärt, die Vorwürfe, er sei ein Gangster-Boss, seien falsch. (dab/sda/dpa)

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