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Mehr als 160 Christen bei Überfall in Nigeria entführt

Mehr als 160 Christen bei Überfall in Nigeria entführt

21.01.2026, 14:3221.01.2026, 15:33

Bewaffnete haben in einem Dorf in Nigeria mehr als 160 Gläubige aus drei Kirchen entführt.

Die Behörden des Bundesstaats Kaduna im Nordwesten des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas bezeichneten den Angriff von Sonntag zunächst tagelang als Lüge und drohten mit Strafen wegen angeblicher Falschmeldungen. Erst nach öffentlichem Druck bestätigte die Polizei, der Vorfall habe sich nach «Überprüfung durch operative Einheiten und Geheimdienstquellen» tatsächlich ereignet.

Einwohner des Dorfes Kurmi Wali sagten der Deutschen Presse-Agentur (dpa), insgesamt 177 Menschen seien während der Gottesdienste entführt worden. Elf von ihnen hätten fliehen können, 166 würden festgehalten. Die Angaben decken sich mit Berichten der Christlichen Vereinigung von Nigeria (CAN).

Die Angreifer seien auf Motorrädern gekommen und hätten während des Überfalls auf die drei Kirchen wahllos geschossen. Nach dem Angriff hätten die mutmasslichen Entführer im Dorf angerufen und 17 Motorräder gefordert. Die Dorfbewohner rechnen mit Lösegeldforderungen.

Behörden fürchten Imageschaden – und weitere US-Luftschläge

In Nord- und Zentralnigeria sind sowohl islamistische Terrorgruppen als auch bewaffnete kriminelle Banden aktiv, die jährlich Tausende Menschen entführen, um Geld oder die Freilassung von Mitgliedern zu erpressen. Polizei und Militär bekommen die Lage nicht unter Kontrolle. Konflikte verlaufen in dem je zur Hälfte christlich und muslimisch geprägten Land zunehmend entlang religiöser Trennlinien, die meist nicht die eigentliche Ursache sind.

Obwohl der Grossteil der Opfer Muslime sind, geraten Angriffe auf Christen zunehmend in den internationalen Fokus. Das US-Militär flog an Weihnachten Luftangriffe im Nordwesten Nigerias, die sich nach Angaben von Präsident Donald Trump gegen Kämpfer der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) richteten, denen die Ermordung von Christen vorgeworfen wird. Trump drohte mit weiteren Schlägen, sollte das «Abschlachten» von Christen anhalten.

Dorfbewohner berichteten, Regierungsvertreter hätten sie gedrängt, den Vorfall nicht öffentlich zu machen, da die Berichterstattung über die Entführungen dem Bundesstaat Kaduna ein schlechtes Image verschaffe. Reuben Buhari von der christlichen Organisation Christian Solidarity Worldwide Nigeria sagte der dpa, Soldaten hätten ihn daran gehindert, das Dorf zu betreten, als er den Überfall untersuchen wollte. (rbu/sda/dpa)

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