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Italienische Ex-Aussenministerin Emma Bonino ist gestorben

Italienische Ex-Aussenministerin Emma Bonino ist gestorben

Die ehemalige italienische Aussenministerin und EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot.
11.09.2026, 10:5811.09.2026, 10:58

Die Politikerin starb im Alter von 78 Jahren, wie ihre Partei Più Europa (Mehr Europa) mitteilte. Die Politikerin war von 1995 bis 1999 innerhalb der EU-Kommission für Verbraucherschutz zuständig. Später wurde Bonino in ihrem Heimatland Europa-Ministerin und danach auch Aussenministerin.

Launch of the United States of Europe list, in Rome, Italy - 17 May 2024 Emma Bonino, leader of the Europa party, attends in the launch event of the electoral campaign of the United States of Europe l ...
Emma Bonino wurde 78 Jahre alt.Bild: www.imago-images.de

«Heute verlieren wir nicht nur unsere Vorsitzende, wir verlieren eine der klarsten, mutigsten und freiesten Persönlichkeiten in der politischen Geschichte unseres Landes und der freien Welt», erklärte die Partei in den sozialen Medien.

Bonino kämpfte für Legalisierung der Abtreibung

Bekanntheit erlangte Bonino in den 1970er Jahren als prominente Vertreterin der Partei Radicali Italiani (Italienische Radikale), die vor allem radikal-liberale Positionen vertrat. Im stark katholisch geprägten Italien der 1970er Jahre kämpfte sie erfolgreich für die Legalisierung der Abtreibung. Mit 26 Jahren wurde sie schwanger und nahm selbst eine damals illegale Abtreibung vor.

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Emma Bonino in den 1970er-Jahren.Bild: www.imago-images.de

Bonino war seit langer Zeit gesundheitlich angeschlagen. Anfang der Woche musste sie wegen Atemnot in ein Krankenhaus in Rom eingeliefert werden. Bis Donnerstag wurde sie auf der Intensivstation behandelt und in eine private Einrichtung verlegt. Medienberichten zufolge basierte diese Entscheidung auf einer Übereinkunft ihres privaten Arztes und den Ärzten im Krankenhaus.

Seit Krebsdiagnose immer mit Kopftüchern

Ihr Ansehen in Italien war bis zuletzt hoch. 2013 hatte sich Bonino darum bemüht, als erste Frau italienische Staatspräsidentin zu werden. In den Umfragen lag sie sogar lange Zeit vorn. Schliesslich wurde jedoch der damalige Amtsinhaber Giorgio Napolitano (1925-2023) wiedergewählt.

Nach ihrer Krebsdiagnose im Jahr 2015 zeigte sie sich in der Öffentlichkeit fast immer mit farbenfrohen Kopftüchern. Mehrere Jahre nach der Diagnose und verschiedenen Therapien erklärte sie, vollständig geheilt zu sein. (dab/sda/dpa)

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