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Justiz

Mörder von Olof Palme vielleicht unschuldig

Beweislage gegen mutmasslichen Mörder von Olof Palme zu dünn

18.12.2025, 12:4018.12.2025, 12:40

Neue Wende im Mordfall Olof Palme: Der schwedischen Staatsanwaltschaft zufolge ist es falsch gewesen, dass 2020 der mutmassliche Mörder des früheren Ministerpräsidenten benannt worden ist.

epa05179650 (FILE) A file picture of Olof Palme taken in 1984. Former Swedish prime minister Olof Palme was assassinated on a street in Stockholm while walking home from a movie theater. On 28 Februar ...
Olof Palme war ehemaliger Ministerpräsident von Schweden, der 1986 erschossen wurde. Bild: EPA/TT NEWS AGENCY

Er habe die Umstände geprüft, die den Mann belastet hätten, aber auch die, die gegen seine Täterschaft sprächen, teilte Oberstaatsanwalt Lennart Guné mit. Insgesamt sei er zu der Einschätzung gekommen, dass die Beweislage nicht ausreiche, um den im Jahr 2000 gestorbenen Mann als Tatverdächtigen auszumachen. Die Ermittlungen in dem Fall werden trotzdem nicht neu aufgerollt.

Schwedens damaliger Regierungschef Olof Palme war am 28. Februar 1986 kurz vor Mitternacht gemeinsam mit seiner Frau auf dem Heimweg aus einem Stockholmer Kino, als ihn ein Mann auf offener Strasse von hinten mit einem Schuss niederstreckte. Der weit über Schweden hinaus bekannte Sozialdemokrat wurde kurz darauf in einem Krankenhaus für tot erklärt. Seine Frau Lisbet erlitt einen Streifschuss.

Ein schwedisches Trauma

Die Tat und die daraufhin nur schleppend anlaufenden Ermittlungen zählen zu den grossen Traumata der schwedischen Nation. Der Fall gilt als Schwedens grösster Kriminalfall des vergangenen Jahrhunderts und ist für das skandinavische Land in etwa das, was für die USA der Mord an John F. Kennedy war. Auch international war das Interesse enorm.

John F. Kennedy, 1961.
Der Mordfall erinnert an den von John F. Kennedy.Bild: WikiCommons

Im Jahr 2020 waren sich die Ermittler dann letztlich sicher, den mutmasslichen Täter benennen zu können: einen damals längst gestorbenen Mann namens Stig Engström, der in Schweden oft als «Skandia-Mann» bezeichnet wurde. Weil er bereits seit 2000 tot war, konnte keine Anklage gegen ihn erhoben werden.

Die Ermittlungen wurden deshalb vom damals zuständigen Staatsanwalt Krister Petersson eingestellt. «Ich bin der Ansicht, dass wir so weit gekommen sind, wie man es von der Untersuchung verlangen kann», sagte Petersson damals.

Bei Oberstaatsanwalt Guné war in diesem September beantragt worden, den Beschluss zur Verfahrenseinstellung noch einmal zu prüfen. Rein rechtlich sei es aber nicht möglich, Ermittlungen wiederaufzunehmen, solange ihre Einstellung auf dem Tod des Tatverdächtigen beruhe, erklärte Guné. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass weitere Untersuchungen die Beweislage entscheidend verändern würden. Näher wollte sich der Staatsanwalt am Nachmittag auf einer Pressekonferenz dazu äussern. (sda/dpa)

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