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Kanada: Provinz Alberta stimmt über mögliche Abspaltung ab

Aerial view of the Walterdale Bridge and downtown Edmonton skyline at dusk, with the North Saskatchewan River reflecting the warm city lights. The modern bridge and illuminated high-rises represent th ...
Luftaufnahme der Walterdale-Brücke und der Skyline der Innenstadt von Edmonton, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta.Bild: iStockphoto

Kanada: Provinz Alberta stimmt über mögliche Abspaltung ab

19.10.2026, 04:4319.10.2026, 04:43

Die Bewohner und Bewohnerinnen der ölreichen Provinz Alberta können heute per Referendum über einen möglichen Weg hin zu einer von einer Minderheit immer wieder geforderten Abspaltung von Kanada abstimmen. Die Stimmberechtigten sollen dabei entscheiden, ob ihre Provinz Teil Kanadas bleiben soll oder ob ein Prozess eingeleitet werden soll, der zu einem rechtlich bindenden weiteren Referendum über eine Abspaltung führt.

In Umfragen hatte sich zuletzt eine grosse Mehrheit für den Verbleib als Teil Kanadas ausgesprochen – etwa 70 Prozent. Rund 20 Prozent sprachen sich dagegen aus. Der Rest zeigte sich unentschieden. Wer wollte, konnte seine Stimme bereits per Brief oder persönlich im Voraus abgeben.

Provinz ist für Nationalparks in den Rocky Mountains berühmt

Die kanadische Provinz Alberta mit rund fünf Millionen Einwohnern liegt im Westen des flächenmässig zweitgrössten Landes der Erde und ist bei Touristen vor allem für ihre Nationalparks in den Rocky Mountains beliebt. Ein Grossteil der Bewohner und Bewohnerinnen lebt in den Metropolen Edmonton und Calgary.

A woman standing on a scenic lookout overlooking Moraine Lake in Alberta, Canada.
Eine Frau steht auf einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Moraine Lake in Alberta, Kanada.Bild: Stone RF

Eine Bewegung, die unter anderem aus kulturellen und wirtschaftlichen Gründen die Abspaltung von Kanada fordert, gibt es in der als sehr konservativ geltenden Provinz schon länger. Einige Vertreter der Ölindustrie beispielsweise fühlen sich von Umweltauflagen eingeschränkt. Auch viele Demonstranten, die während der Corona-Pandemie gegen Einschränkungen und Impfvorschriften protestiert hatten, schlossen sich später der Unabhängigkeitsbewegung an.

Obwohl die Bewegung stets eine Minderheit darstellte, konnte sie Albertas konservative Premierministerin Danielle Smith dazu bewegen, das Referendum anzusetzen. Smith sprach sich allerdings immer für einen Verbleib als Teil Kanadas aus.

Premierminister Carney gegen Abspaltung: «Kanada funktioniert»

Auch Kanadas Premierminister Mark Carney hatte sich immer wieder deutlich gegen eine Abspaltung ausgesprochen. «Kanada funktioniert», hatte Carney beispielsweise zuletzt bei einer Veranstaltung in der Provinz gesagt. «Generationen von Menschen aus Alberta haben mitgeholfen, dieses Land aufzubauen. Es ist eures. Es ist unseres. Und es ist es wert, dafür zu kämpfen.»

Canada Prime Minister Mark Carney delivers a statement on Parliament Hill following a deadly fire at Canadian Forces Base Wainwright in Alberta, in Ottawa on Sunday, Oct. 18, 2026. (Patrick Doyle/The  ...
Kanadas Premierminister Mark Carney hofft auf einen Verbleib Albertas in Kanada.Bild: keystone

Beide grossen politischen Parteien des Landes haben sich ebenfalls immer wieder deutlich gegen eine Abspaltung ausgesprochen. Aus der US-Regierung von US-Präsident Donald Trump kam dagegen Unterstützung für die Unabhängigkeitsbewegung.

Trump kokettiert mit Kanada als 51. Bundesstaat der USA

Die USA und Kanada befinden sich aktuell in einem festgefahrenen Handelsstreit, der zuletzt wieder eskaliert war. US-Präsident Trump hatte Kanada immer wieder gedroht und damit kokettiert, dass das Nachbarland 51. Bundesstaat der USA werden könnte. Da müsse Kanada gegenhalten und das ginge nur gemeinsam, sagte Premierminister Carney. «Wir müssen stark sein und gemeinsam sind wir stärker.» (sda/dpa)

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