Fidschi fordert mehr Klimahilfe von Industriestaaten
Der südpazifische Inselstaat Fidschi hat die Industriestaaten zu mehr Unterstützung für besonders vom Klimawandel betroffene Länder aufgerufen. Zum Auftakt eines Vorbereitungstreffens für die Weltklimakonferenz COP31 forderte Klimaministerin Lynda Tabuya am Montag eine gerechte Energiewende und mehr Finanzhilfen.
Minister und Unterhändler beraten bis Donnerstag in Fidschi und Tuvalu über die im November im türkischen Antalya stattfindende COP31. Im Mittelpunkt stehen die Folgen des Klimawandels für die Pazifikstaaten. In Tuvalu sind Teile von zwei der neun Atolle bereits weitgehend vom Meer überspült.
Der kleine Inselstaat bereitet wegen des steigenden Meeresspiegels Pläne für eine Umsiedlung seiner Bevölkerung vor. «Der Anstieg des Meeresspiegels ist keine künftige Bedrohung, sondern bereits Realität», sagte Regierungschef Feleti Teo vergangene Woche vor der Uno.
Kritik richtet sich auch gegen Australien, das die COP31-Verhandlungen leitet und zugleich zu den grossen Kohleexporteuren gehört. Mehrere Pazifikstaaten fordern einen Stopp neuer australischer Kohle- und Gasprojekte. Australiens Klimaminister Chris Bowen erklärte dagegen, sein Land könne gerade als Exporteur fossiler Energieträger eine besondere Perspektive einbringen.
Laut eines Uno-Berichts benötigen Entwicklungsländer jährlich 310 bis 365 Milliarden Dollar an finanziellen Mitteln für die Anpassung an den Klimawandel. 2023 standen dafür lediglich 26 Milliarden zur Verfügung. Besonders bedroht sind Inselstaaten: Dort steigt der Meeresspiegel laut Uno etwa doppelt so schnell wie im weltweiten Durchschnitt, unter anderem wegen Meeresströmungen und der ungleichmässigen Erwärmung der Ozeane. (sda/awp/afp)
