Prinzessin Astrid von Norwegen ist tot: ihr Leben in Bildern
Gerade einmal zwei Wochen nach dem Tod des norwegischen Königs Harald V. trauert das Königshaus erneut um ein prominentes Familienmitglied: Prinzessin Astrid von Norwegen ist am Freitag im Alter von 94 Jahren «friedlich eingeschlafen», wie der Palast in einer offiziellen Mitteilung bekanntgab.
Die Schwester des dahingeschiedenen Königs hatte zuletzt unter mehreren gesundheitlichen Problemen gelitten; im März lag sie wegen einer Lungenentzündung im Spital. Ein bildlicher Rückblick auf ihr Leben.
Prinzessin Astrid wurde am 12. Februar 1932 als zweites Kind des damaligen Kronprinzen Olav V und seiner Ehefrau, Märtha von Schweden, geboren. Den Grossteil ihrer Kindheit verbrachten sie und ihre zwei Jahre ältere Schwester Ragnhild (rechts im Bild) auf dem Landgut Skaugum, welches noch heute in Besitz der Königsfamilie ist.
1937 kommt ihr Bruder Harald zur Welt. Mit seiner Geburt wird er der designierte Nachfolger von Kronprinz Olav. Denn bis 1971 waren Frauen grundsätzlich von der norwegischen Thronfolge ausgeschlossen. Bis 1990 galt, dass männliche Nachfolger, auch wenn sie jünger als ihre Schwestern waren, Vorrang hatten.
1940 überfällt das Deutsche Reich Norwegen. Daraufhin fliehen der König, Kronprinz Olav, dessen Familie, die Regierung und das Parlament in den Norden des Landes. Mit Einverständnis des Königs reisen Märtha und die Kinder über Schweden und Finnland in die USA, während der König, Kronprinz und die Exilregierung nach England gingen.
In den USA verbleiben Märtha und ihre Kinder vorerst in Cape Cod, Massachussetts, bevor sie dauerhaft eine Bleibe in Bethesda, Maryland beziehen. Während dieser Zeit besucht Kronprinz Olav seine Familie mindestens ein mal jährlich.
Im Juni 1945 kann Astrid wieder nach Norwegen zurückkehren. Die Norwegerinnen und Norweger sind hocherfreut über die Rückkehr der Königsfamilie.
1950 legt Prinzessin Astrid an der Nissen-Mädchenschule ihre Matur ab. Danach studiert sie zwei Jahre lang Wirtschaft und Politikgeschichte an der Universität Oxford.
1954 verstirbt ihre Mutter, Kronprinzessin Märtha, nach langer Krankheit. Weil Schwester Ragnhild zu diesem Zeitpunkt bereits verheiratet ist, wird Astrid formell zur ersten Frau im Staat – zur «First Lady». Diesen Titel und die dazugehörigen repräsentativen Aufgaben behält sie bis ins Jahr 1968, als ihr Bruder Harald, dann selbst Kronprinz, heiratet. Astrids eigene Heirat mit dem Bürgerlichen Johan Martin Ferner 1961 steht dem nicht im Weg.
1962 bringt Astrid ihr erstes Kind – Catherine – zur Welt. Im Jahr darauf kommt die zweite Tochter Benedikte. Bis 1972 folgen noch ein Mädchen und zwei Söhne.
In ihrer Rolle als First Lady begleitet Prinzessin Astrid ihren Vater Olav V., der 1957 zum König gekrönt worden ist, stets an offizielle Anlässe.
Ganz nach ihrem Vater ist Prinzessin Astrid auch Sportfanatikerin. Sie selbst bezeichnet sich einst als «Sport-Idiotin». In dem Sinne fährt sie selbst gerne am Holmenkollen Ski – schaut aber auch gerne zu.
Altersbedingt hat die Prinzessin schliesslich zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im März 2026 verpasst sie wegen einer Lungenentzündung und der daraus resultierenden Hospitalisierung einen Staatsbesuch des belgischen Königs. Im Mai wird ihr ein Herzschrittmacher eingesetzt.
Letztendlich verstirbt ihr Bruder, König Harald V., am 28. August 2026. Nur zwei Tage nach seiner Beerdigung stirbt auch Prinzessin Astrid. Die ältere Schwester Ragnhild war bereits 2012 verstorben.
Prinzessin Astrid von Norwegen genoss Zeit ihres Lebens bei der Bevölkerung hohes Ansehen. Von früh an hatte sie sich für die Belange und Probleme der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft eingesetzt.
