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Streik USA: Hollywood-Schauspieler treten in Streik – die Gründe

«Wir hatten keine Wahl»: Hollywood-Schauspieler sind im Streik

14.07.2023, 06:2514.07.2023, 12:44

Doppelstreik in Hollywood: Nach den Drehbuchautoren legen nun auch die Schauspielerinnen und Schauspieler in den USA ihre Arbeit nieder.

Der Streik

Nachdem bei Verhandlungen mit dem Verband der TV- und Filmstudios AMPTP keine Einigung erzielt werden konnte, haben die Kunstschaffenden am Freitag um 00.01 Uhr Ortszeit ihre Arbeit niedergelegt, teilte die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA in Los Angeles mit.

Die Darsteller fordern unter anderem bessere Vergütung und die Regelung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der Branche.

Zahlreiche Schauspielerinnen und Schauspieler machten nach der Bekanntgabe ihre Unterstützung für den Streik öffentlich. «Wir werden das gewinnen», schrieb «Sex and the City»-Star Cynthia Nixon bei Twitter. Auch Darsteller wie Josh Gad, Jamie Lee Curtis und Issa Rae signalisierten über die sozialen Medien ihre Unterstützung. Die Schauspieler des Films «Oppenheimer», darunter Matt Damon und Emily Blunt, verliessen am Donnerstag nach einem Auftritt auf dem roten Teppich aus Solidarität mit dem Streik eine Premiere in London.

Zuvor hatten beide Seiten noch einen Schlichter hinzugezogen. Trotzdem konnte bis zu einer von der Schauspielgewerkschaft gesetzten Deadline keine Einigung gefunden werden. «Ich kann ehrlich gesagt nicht glauben, wie weit wir bei so vielen Dingen auseinander sind», sagte Drescher.

Der Verband der TV- und Filmstudios AMPTP – der unter anderem Netflix, Amazon, Apple und Disney vertritt – verteidigte sich. Man habe versucht, eine Einigung zu finden, hiess es in einer Mitteilung. Die Gewerkschaft habe nun aber «leider einen Weg gesucht, der zu finanziellen Problemen für die unzähligen Tausend Menschen führen wird, die auf die Branche angewiesen sind».

Die Ankündigung

Der Streik war am Donnerstag offiziell beschlossen worden. «Wir hatten keine Wahl», sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Fran Drescher («Die Nanny») bei einer Pressekonferenz. «Wir sind die Opfer hier. Wir werden von einer sehr gierigen Einheit zu Opfern gemacht.» Die Mitglieder ihrer Gewerkschaft dürften nicht mehr länger «an den Rand gedrängt sowie respektlos und ehrlos behandelt werden».

SAG-AFTRA president Fran Drescher, center, Ben Whitehair, left, and Joely Fisher attend a press conference announcing a strike by The Screen Actors Guild-American Federation of Television and Radio Ar ...
Gewerkschaftsvorsitzende Fran Drescher (rechts) neben Ben Whitehair. Bild: keystone

Die Gewerkschaft SAG-AFTRA hat mehr als 160'000 Mitglieder, darunter Schauspieler für Film und Fernsehen, Stuntleute, TV-Journalistinnen und Moderatoren. Der Streik betrifft aber nur Schauspieler und Schauspielerinnen für Serien und Filme. Er ist für sie alle bindend, sie dürfen nun bis auf Weiteres nicht mehr vor der Kamera arbeiten. An einer Urabstimmung am 7. Juni hatten rund 65'000 Mitglieder der Gewerkschaft teilgenommen, 97,9 Prozent hatten sich für einen Streik ausgesprochen.

Die Folgen

Mit wenigen Ausnahmen müssten nun alle Dreharbeiten mit Schauspielerinnen und Schauspielern vor der Kamera eingestellt werden, hiess es von der SAG-AFTRA. Zudem dürfen die Gewerkschaftsmitglieder unter anderem auch keine Arbeit hinter der Kamera übernehmen, wie etwa Synchronsprecharbeiten, oder ihre Filme und Serien durch Werbeauftritte und Interviews bewerben. Die Gewerkschaft kündigte an, diese Bedingungen streng kontrollieren zu wollen.

Der Streik ist ein weiterer harter Schlag für die Unterhaltungsindustrie in den USA, denn seit dem 2. Mai haben bereits die Drehbuchautoren ihre Arbeit niedergelegt. Deren Streik hat schon jetzt Auswirkungen für Zuschauer. So können beispielsweise viele Late-Night-Shows nicht mehr wie sonst ausgestrahlt werden.

Beide Kreativbranchen leiden darunter, dass zwar mehr Filme und Serien produziert werden, aber die Budgets sinken und bei Serien oft weniger Folgen pro Staffel gedreht werden. Ausserdem bringen Wiederholungen bei Streaminganbietern für die Kreativen anders als im Fernsehen geringere und von der Zuschauerzahl unabhängige Tantiemen.

(yam/sda/dpa)

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