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Ukraine-Ticker: Russische Verluste höchste seit Weltkrieg

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Russische Verluste höchste seit Weltkrieg +++ Selenskyj zu Putin-Treffen bereit

Die aktuellsten Nachrichten zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den geopolitischen Auswirkungen im Liveticker.
27.01.2026, 08:5328.01.2026, 10:43
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10:16
Tote und Verletzte durch russische Luftangriffe
Durch russische Drohnenangriffe sind in der Ukraine nach Behördenangaben an mehreren Orten Zivilisten getötet oder verletzt worden.

In der Gemeinde Bilohorodka westlich von Kiew sei ein Elternpaar getötet worden, teilte die nationale Polizei auf Telegram mit. Das vierjährige Kind des Paares musste demnach verletzt behandelt werden. Daneben habe es drei weitere Verletzte gegeben.

Im südlichen Gebiet Dnipropetrowsk wurde ein Mann getötet. Sieben Menschen wurden verletzt, wie Militärgouverneur Olexander Hanscha mitteilte. Auch Odessa am Schwarzen Meer wurde die zweite Nacht in Folge attackiert.

Weiterhin kaum Strom in Kiew

In mehreren Regionen des Landes gebe es wegen der Angriffe Notabschaltungen der Stromversorgung, teilte der staatliche Versorger Ukrenergo mit. In der Hauptstadt Kiew waren nach Angaben von Energieminister Denys Schmyhal von Dienstagabend immer noch 710'000 Verbrauchsstellen ohne Strom. Dringendste Aufgabe sei dort, wieder zu einem verlässlichen Wechsel von Versorgung und Abschaltungen zu kommen.

Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 137 russische Drohnen, von denen 103 ausgeschaltet worden seien.

Ihrerseits griff die Ukraine die Stadt Sewastopol auf der besetzten Halbinsel Krim und mehrere russische Regionen mit Drohnen an. Es gab aber keine Angaben zu grösseren Schäden. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien nachts 75 ukrainische Drohnen abgefangen worden. (sda/dpa)
9:50
Thinktank: 1,2 Millionen russische Soldaten tot, verletzt oder verschwunden
Die russische Armee hat in ihrem vor fast vier Jahren begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine rund 1,2 Millionen Soldaten verloren. Dies geht aus einem Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington, D.C. hervor. Darin eingerechnet sind neben toten auch verletzte und verschwundene Soldaten.

Eine solch hohe Zahl an Verlusten hat es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Die Zahl übersteigt alle Verluste sowjetischer und russischer Kriege seitdem zusammengerechnet (Afghanistankrieg und beide Tschetschenienkriege).



Das CSIS gibt für die Ukraine eine Zahl von 500'000 bis 600'000 getöteten, verwundeten oder verschwundenen Soldaten an.

Russland beklagt laut den Daten zwischen 275'000 und 325'000 getöteten Soldaten, bei der Ukraine sind es zwischen 100'000 und 140'000.

(rbu)
7:36
Ukrainischer Aussenminister: Selenskyj ist zu Treffen mit Putin bereit
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist laut seinem Aussenminister bereit, mit Blick auf ein Ende des russischen Angriffskriegs direkt mit Kremlchef Wladimir Putin über heikle Fragen zu verhandeln. Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch nicht geklärt, sagte Chefdiplomat Andrij Sybiha in einem Interview mit dem ukrainischen Portal «Jewropejska Prawda». Dabei gehe es um Gebietsfragen und das russische besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja. Um diese Fragen zu klären, sei Selenskyj bereit, sich mit Putin zu treffen, sagte Sybiha.

Russland verlangt für einen Waffenstillstand territoriale Zugeständnisse der Ukraine, insbesondere einen Abzug der ukrainischen Truppen aus den Gebieten Donezk und Luhansk. Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das grösste in Europa und seit März 2022 - also kurz nach Kriegsbeginn - von russischen Truppen besetzt.

Schon in der Vergangenheit hatte Selenskyj mehrfach ein Treffen mit dem russischen Staatschef gefordert, während Moskau stets bremste. Am vergangenen Wochenende verhandelten in den Vereinigten Arabischen Emiraten Unterhändler der Ukraine und Russlands unter Vermittlung der USA erstmals seit Monaten wieder direkt miteinander. Die Gespräche sollen am kommenden Sonntag in Abu Dhabi fortgesetzt werden. (sda/dpa)
18:52
Ukraine: Tote nach russischem Angriff auf Passagierzug
Bei einem Drohnenangriff auf einen Passagierzug im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine sind laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Nach vier weiteren werde noch gesucht, zwei seien verletzt worden, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. «Es gibt und es kann keine militärische Rechtfertigung geben, um Zivilisten in einem Zugwaggon zu töten», sagte er.

In jedem Land würde ein solcher Angriff als Terrorismus gewertet werden, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Er forderte mehr Druck auf Russland und dass es für seine Taten bestraft werden müsse. Auch in seiner abendlichen Videobotschaft verlangte er mehr Druck auf die russische Ölindustrie, mit der Moskau seinen Angriffskrieg finanziert.

Selenskyj zufolge waren mehr als 200 Passagiere in dem angegriffenen Zug. Zuvor hatte der ukrainische Minister für Regionalentwicklung, Olexij Kuleba, von 291 Passagieren gesprochen, die regionale Staatsanwaltschaft sprach von mehr als 155 Passagieren.

Drei Drohnen der ursprünglich iranischen Bauart Schahed seien vor der Lokomotive und in einem Passagierwaggon eingeschlagen, schrieb er weiter. Die 291 Passagiere seien aus dem Zug evakuiert worden. Der Zug war demnach auf der Strecke Barwinkowe-Lwiw-Tschop in Richtung Westen unterwegs.

Schon in der Vergangenheit hatte es nach russischen Angriffen immer wieder auch Tote und Schäden im Zugverkehr und an Bahnhöfen der Ukraine gegeben. Nun schilderten ukrainische Behörden einen direkten Angriff auf einen Passagierzug. Die Ukraine verteidigt sich seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (sda/dpa)
16:05
Selenskyj besteht auf EU-Beitritt für Ukraine schon 2027
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ungeachtet der teils verbreiteten Skepsis in europäischen Staaten die Forderung nach einer EU-Mitgliedschaft für sein Land schon 2027 bekräftigt.

«Der Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union ist eine der wichtigsten Sicherheitsgarantien nicht nur für uns, sondern für ganz Europa», teilte Selenskyj nach einem Telefonat mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker mit. «Denn die gemeinsame Stärke Europas ist insbesondere auch dank der ukrainischen Beiträge in den Bereichen Sicherheit, Technologie und Wirtschaft möglich.»



Obwohl es bisher keine Aussicht auf einen beschleunigten EU-Beitritt für die Ukraine gibt und die Verfahren in der Regel langwierig sind, betonte Selenskyj, dass er auf die Unterstützung der Partner setze. Bei den Verhandlungen über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine pocht er immer wieder auf Sicherheitsgarantien. Hier sieht Selenskyj vor allem die USA am Zuge, die auch zwischen Ukrainern und Russen vermitteln.

Der ukrainische Präsident hatte zuletzt auch erklärt, dass die US-Sicherheitsgarantien ausgehandelt seien. Als Voraussetzung für das Inkrafttreten der Garantien gilt aber eine Beendigung des Krieges. Für einen Waffenstillstand verlangt Russland territoriale Zugeständnisse der Ukraine, insbesondere einen Abzug der Truppen Kiews aus den Gebieten Donezk und Luhansk – auch Donbass genannt.

Drängen die USA die Ukraine zur Aufgabe von Donezk?

Die «Financial Times» berichtete, dass Washington Druck ausübe auf Kiew, sich auf ein Abkommen mit Moskau einzulassen. Für einen Verzicht auf den Donbass stelle die Administration unter US-Präsident Donald Trump der Ukraine nicht nur die Sicherheitsgarantien in Aussicht, sondern auch eine Ausrüstung der Armee mit Waffen, berichtete die Zeitung. Eine offizielle Bestätigung für diese Linie gibt es nicht.

Die am Wochenende begonnenen trilateralen Gespräche zwischen Ukrainern und Russen unter US-Vermittlung sollen an diesem Sonntag in Abu Dhabi fortgesetzt werden. Selenskyj hat eine Vorverlegung des Termins vorgeschlagen. Er sieht sich auch angesichts der schwierigen humanitären Lage im Land nach den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur und den massenhaften Strom- und Heizungsausfällen unter Handlungsdruck.

Selenskyj bedankte sich im Telefonat mit Kanzler Stocker auch für die von Österreich bereitgestellte Hilfe für die Energiewirtschaft des Landes. Die Ukraine verteidigt sich inzwischen seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (sda/dpa)
8:50
Viele Verletzte in Odessa nach Drohnenangriff
Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden. Der Chef der Stadtverwaltung, Serhij Lyssak, berichtete morgens auf Telegram von mindestens 22 Verletzten.

Es seien mehrere Wohnblocks und Einfamilienhäuser, ein Infrastrukturobjekt und eine Kirche im Stadtzentrum beschädigt worden. Nachts habe es mehrere Brände gegeben, teilte Lyssak mit. Rettungskräfte bargen Menschen, die in den beschädigten Häusern eingeschlossen waren.

Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 165 feindliche Drohnen, von denen 135 abgefangen worden seien. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 19 ukrainischen Drohnen. (sda/dpa)
11:59
Kreml sieht Ukraine-Gespräche noch ganz am Anfang
Der Kreml sieht die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein Ende des Krieges noch ganz am Anfang.

«Es wäre falsch, mit grosser Ergebnisträchtigkeit zu rechnen», kommentierte Kremlsprecher Dmitri Peskow ein erstes Treffen, das am vergangenen Wochenende in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfand.

Es gehe um schwierige Themen, sagte Peskow in Moskau der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. «Aber allein die Tatsache, dass diese Kontakte konstruktiv begonnen haben, muss man positiv sehen.»

Peskow: Keine freundschaftliche Atmosphäre möglich

Bei den ersten direkten Verhandlungen der Kriegsparteien seit Monaten wurde nur vereinbart, das Gespräch nach einer Woche fortzusetzen. Ein Termin steht bislang nicht fest. Peskow widersprach Berichten von US-Vertretern, dass zwischen den beteiligten Ukrainern und Russen eine fast freundschaftliche Atmosphäre geherrscht habe. «Das ist im jetzigen Stadium wohl kaum möglich», sagte er.

Hat Trump in Alaska etwas zugesagt?

Der Kremlsprecher verwies erneut auf eine angebliche «Formel von Anchorage», in der Russlands Interessen festgelegt seien. Dies bezieht sich auf das Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin im August 2025 in Alaska. Zu einer Einigung wurde nichts mitgeteilt. Aber Moskau fordert einen Abzug der ukrainischen Armee aus Gebieten im Osten, die diese bislang noch verteidigt. Kiew lehnt dies ab.

Der deutsche Sicherheitsexperte Nico Lange schrieb im Netzwerk X, es scheine, als habe Trump in Anchorage Zusagen gemacht, die er nun nicht einlösen könne. Deshalb drängten die USA die Ukraine zu diesem Verzicht. (sda/dpa)
7:17
Selenskyj trifft belarussische Oppositionelle Tichanowskaja
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja haben sich in der litauischen Hauptstadt Vilnius getroffen. Selenskyj habe sie bei dem Treffen zu einem Besuch nach Kiew eingeladen, schrieb die im Exil lebende Tichanowskaja bei Telegram.

Ihren Angaben nach war es das erste bilaterale Treffen der beiden. Tichanowskaja dankte dem ukrainischen Präsidenten für die Aufnahme freigelassener politischer Häftlinge aus Belarus. Selenskyj schrieb zunächst nichts über das Treffen in sozialen Medien.

Auf Drängen der USA hatte in Belarus Machthaber Alexander Lukaschenko im Dezember mehr als 100 politische Gegner nach jahrelanger Gefangenschaft in die Freiheit entlassen. Zahlreiche wurden per Bus ausser Landes in die Ukraine gebracht. Darunter war auch die prominente Oppositionelle Maria Kolesnikowa.

Selenskyj war am Sonntag in Litauen und nahm dort an Veranstaltungen anlässlich des 163. Jahrestags eines Aufstands gegen das Russische Reich teil. Er traf dort Litauens Präsident Gitanas Nauseda und Polens Präsident Karol Nawrocki. (sda/dpa)
12:35
Friedensgespräche werden fortgesetzt
In der kommenden Woche sind nach US-Angaben weitere Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant. Zu den am vergangenen Freitag und Samstag abgehaltenen trilateralen Gesprächen zwischen Kiew, Moskau und Washington schrieb der US-Sondergesandte Steve Witkoff auf der Plattform X, diese seien «sehr konstruktiv» gewesen. Es seien Pläne gemacht worden, «die Gespräche nächste Woche in Abu Dhabi fortzusetzen.»



Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die trilateralen Verhandlungen am Samstagabend als konstruktiv gelobt. Es seien viele Themen besprochen worden bei dem ersten Treffen der beiden Kriegsgegner seit längerer Zeit, schrieb er in sozialen Netzwerken. Er erwarte nun den genauen Bericht der ukrainischen Delegation nach ihrer Rückkehr. (sda/dpa)
12:32
Neue Angriffe – noch immer hunderte in Kiew ohne Heizung
Trotz der Verhandlungen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine hat Russland das Land erneut mit Drohnen und Raketen beschossen. Zum Einsatz gekommen seien 102 Kampfdrohnen und zwei Iskander-Raketen, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. 87 Drohnen wurden demnach abgewehrt, es gab aber auch Einschläge an zehn unterschiedlichen Orten.

Unterdessen bleibt die Lage in der Hauptstadt Kiew infolge vorangegangener russischer Attacken schwierig. Zwar sei der grösste Teil der am Samstag in 6000 Wohnblocks ausgefallenen Heizungen wieder an das Wärmenetz angeschlossen worden, doch 1676 Wohnblocks seien immer noch ohne Wärmeversorgung, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In der Nacht lagen die Temperaturen in Kiew im zweistelligen Frostbereich.

Auf der Gegenseite meldete auch Russland ukrainischen Beschuss. 52 Drohnen sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau abgewehrt worden. Der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte mit, dass durch Raketenbeschuss in der Nacht Energieobjekte beschädigt worden seien. Zu den Folgen machte er keine Angaben. Die Region kämpft seit Wochen mit Problemen bei der Energieversorgung. (sda/dpa)


22:10
Behörden: Russische Grenzregion unter Raketen-Beschuss
Die westrussische Grossstadt Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine ist nach Behördenangaben von einem schweren Raketenangriff getroffen worden. «Unseren Informationen nach war es der massivste Raketenbeschuss Belgorods (seit Kriegsbeginn)», schrieb der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, bei Telegram. Demnach wurden Energieanlagen getroffen. Tote und Verletzte habe es ersten Informationen nach aber nicht gegeben, fügte er hinzu.

Russland beschiesst seit Kriegsbeginn systematisch die Infrastruktur der benachbarten Ukraine. Das Energienetz dort ist inzwischen so geschwächt, dass vielerorts die Menschen täglich stundenlang ohne Strom und Heizung auskommen müssen. Aber auch die Russen selbst spüren zunehmend die Folgen des Kriegs. Belgorod ist in Russland eine der am stärksten betroffenen Regionen. Wegen ukrainischer Angriffe ist dort ebenfalls die Stromversorgung eingeschränkt.
(sda/dpa)
15:33
Verhandlungen vorerst beendet
Der zweite Verhandlungstag bei den trilateralen Gesprächen zwischen Kiew, Moskau und Washington über eine Beendigung des russischen Kriegs in der Ukraine ist beendet. Die Delegationen seien in ihre Hotels zurückgekehrt, eine Fortsetzung heute sei nicht mehr geplant, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Verhandlungskreise. Konkrete Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt.

Nach aus Verhandlungskreisen durchdringenden Informationen sind beide Kriegsparteien grundsätzlich mit dem Verlauf der Gespräche zufrieden. Es gebe Resultate, doch diese würden von den Verantwortlichen daheim verkündet, zitierte Tass ein Mitglied der russischen Verhandlungsdelegation. Die Ukraine habe die Verhandlungen ebenfalls als «positiv» und «konstruktiv» bewertet, schrieb der politische Beobachter von Axios, Barak Ravid, auf X. Demnach sollen die Gespräche bereits in der nächsten Woche fortgesetzt werden. (sda/dpa)

15:30
Gespräche über Gebietsverhandlungen
Die Verhandlungen über eine Beendigung des russischen Kriegs in der Ukraine haben nach Medieninformationen am zweiten Tag auch mit Gesprächen über das heikle Thema Gebietsabtretungen begonnen. Mehrere Dokumente würden studiert und erörtert, hiess es der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge aus russischen Delegationskreisen. «Sowohl Territorien als auch (Sicherheits-)Garantien und andere Aspekte», zitierte die Agentur ihren Informanten.

Das Thema Gebietsabtretungen ist eins der heikelsten bei den Gesprächen über einen Frieden. Russland fordert neben den ohnehin schon besetzten Gebieten im Osten der Ukraine weitere Landstriche, konkret die auch nach knapp vier Jahren noch nicht eroberten Reste des Gebietes Donezk, für sich ein. Die Ukraine wiederum lehnt einen einseitigen Rückzug aus der Region ab.

Bei den Verhandlungen in Abu Dhabi, wo nun russische und ukrainische Unterhändler nach längerer Pause auch wieder direkt miteinander reden, beharrt Moskau neben dem Verzicht Kiews auf den Nato-Beitritt auch auf grössere Gebiete des Nachbarlands. Sollte es keine diplomatische Lösung geben, werde Russland sein Ziel auf militärischem Weg erreichen, heisst es dazu aus Moskau. (sda/dpa)

8:43
Erneut russische Luftangriffe auf Kiew und Charkiw
Während der laufenden Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland ist die ukrainische Hauptstadt Kiew einmal mehr von einer Welle russischer Luftangriffe getroffen worden. Die ukrainische Luftwaffe und das Nachrichtenportal «The Kyiv Independent» meldeten nach Mitternacht, die Millionenstadt stehe schwer unter Beschuss.

Behördenvertretern zufolge seien in mehreren Stadtteilen Drohnen und Raketen eingeschlagen. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb später von mindestens einem Todesopfer und vier Verletzten. In den Stadtteilen am Ostufer des Dnipro gebe es zudem erneut Probleme mit der Wärme- und Wasserversorgung.


Der russische Bombenterror richtet sich gegen die Zivilbevölkerung.

Auch aus der ostukrainischen Grossstadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland wurden in der Nacht schwere Luftangriffe gemeldet. Nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow wurden dort mindestens 19 Menschen verletzt. Mehrere Krankenhäuser und Wohngebäude seien beschädigt, manche Opfer unter Gebäudetrümmern eingeschlossen worden, schrieb er bei Telegram. Nach Angaben von Gouverneur Oleh Synjehubob sind unter den Verletzten eine Schwangere und ein Kind.

Angriffe auch auf Tschernihiw
Am Morgen meldeten zudem die Behörden der nordukrainischen Stadt Tschernihiw einen schweren Angriff auf Energieanlagen. Fast in der gesamten Stadt sei der Strom ausgefallen, teilte der Pressedienst des Stadtparlaments mit. Die Umstellung auf Reservekapazitäten werde einige Zeit in Anspruch nehmen. Russland beschiesst systematisch Energieobjekte in der Ukraine. Für die Ukrainer ist in diesem strengen Winter damit die bislang schwerste humanitäre Krise seit Kriegsbeginn ausgebrochen.

(sda/dpa)
06:01
Ukrainer und Russen setzen Gespräche über Kriegsende fort
Die direkten Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien über ein Ende des russischen Feldzugs gegen die Ukraine sind nach monatelanger Pause wieder angelaufen. Nach dem Auftakt der Gespräche am Vorabend in Abu Dhabi werden heute ranghohe Militärvertreter beider Seiten unter Vermittlung der USA aufeinandertreffen.

Ziel des diplomatischen Ringens in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate sei ein würdiger und dauerhafter Frieden, teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow nach der ersten Runde mit. Kurz darauf nahmen die russischen Angreifer in der Nacht wieder ukrainische Grossstädte schwer unter Beschuss.



Bei den Gesprächen auf der Arabischen Halbinsel werden heute nach ukrainischen Angaben auch Generalstabschef Andrij Hnatow und der stellvertretende Chef des Militärgeheimdienstes, Generalleutnant Wadym Skibizkyj, dazustossen. Die russische Verhandlungsdelegation wird angeführt vom Chef des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow. Von US-Seite ist unter anderem der fürs Heer zuständige Staatssekretär Daniel Driscoll dabei.

Gebietsfrage bleibt Hauptproblem bei Verhandlungen
Bei den Friedensgesprächen in Abu Dhabi, die ohne die Staatschefs und Aussenminister der beteiligten Länder geführt werden, geht es im Kern darum, ob Selenskyjs Regierung sich auf die russischen Bedingungen für einen Waffenstillstand einlässt und die ukrainischen Truppen aus dem bislang von ihnen kontrollierten Teil der östlichen Industrieregion Donbass abziehen. Die ukrainische Seite lehnt das bisher ab. Auch in der Bevölkerung gibt es dafür laut Umfragen keine Mehrheit.

(sda/dpa)
Ab hier beginnen Meldungen vom Vortag
15:36
Hilfe gegen Kälte: EU schickt Stromgeneratoren in die Ukraine
Mit fast 450 Notstromgeneratoren will die EU die Not in der Ukraine nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur lindern. Die Geräte im Wert von 3,7 Millionen Euro (3,4 Millionen Franken) sollen Krankenhäuser, Unterkünfte und kritische Dienste wieder mit Strom versorgen.

Das teilte die Europäische Kommission mit. «Die anhaltenden Angriffe Russlands auf die Energieinfrastruktur der Ukraine berauben die Zivilbevölkerung mitten im harten Winter absichtlich der Wärme, des Lichts und der Grundversorgung. Sie sollen den ukrainischen Geist brechen. Sie werden scheitern», sagte EU-Kommissarin Hadja Lahbib.

Seit Beginn der russischen Invasion vor fast vier Jahren hat die EU schon mehr als 9.500 Generatoren in die Ukraine gesendet. Die Kommission habe mehr als 1,2 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe zum Schutz der Zivilbevölkerung bereitgestellt sowie zusätzlich mindestens 3 Milliarden Euro für die Energieversorgungssicherheit. (sda/dpa)
7:15
Moskau bestätigt Teilnahme an Ukraine-Treffen in Abu Dhabi
Russland hat nach Gesprächen des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml erstmals seine Teilnahme an Verhandlungen mit der Ukraine heute in Abu Dhabi bestätigt. Die russische Delegation werde angeführt vom Chef des Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, sagte Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow Nachrichtenagenturen in Moskau zufolge.

Zuvor hatte bereits der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Team für die Gespräche in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate benannt. Die USA sind als Vermittler mit dabei.

Das Treffen in Moskau dauerte nach Kreml-Angaben etwa dreieinhalb Stunden - Witkoff verliess den Kreml gegen drei Uhr Ortszeit (1.00 Uhr MEZ) bei Schneetreiben. Putins Unterhändler Kirill Dmitrijew sprach von bedeutenden Gesprächen, Uschakow bezeichnete die Verhandlungen als nützlich für beide Seiten.

Putin habe betont, dass er aufrichtig an einer diplomatischen Beilegung des Konflikts in der Ukraine interessiert sei, so Uschakow. Laut seinen Worten ist dafür aber nötig, dass die Führung des Nachbarlands sich auf die von Russland geforderten Gebietsabtretungen einlässt. Das hat Selenskyjs Regierung bislang stets abgelehnt. (sda/dpa)

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Februar 2022 befahl der russische Präsident Wladimir Putin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zunächst wurde das gesamte Staatsgebiet des Nachbarlandes angegriffen, mittlerweile konzentrieren sich die Kampfhandlungen auf den Osten, wo Russland regelmässig kleine Geländegewinne verbuchen kann.
  • Die russische Armee bombardiert unnachlässig alle grösseren Städte der Ukraine aus der Luft. Auch Wohnhäuser werden immer wieder getroffen.
  • Die Ukraine wehrt sich ihrerseits mit Drohnenangriffen auf die russische Kriegsinfrastruktur und die Waffenproduktion.
  • Bemühungen um einen Waffenstillstand tragen bisher keine Früchte. Die Versuche von US-Präsident Donald Trump, Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj an einen Tisch zu bringen, sind allesamt gescheitert.
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