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Nahost-Ticker: Israel tötet Hamas-Kommandeur im Südlibanon

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Israel tötet Hamas-Kommandeur im Südlibanon +++ Bodenoffensive im Norden Gazas ausgeweitet

Die wichtigsten Geschehnisse im Nahen Osten in der Übersicht, fortlaufend aktualisiert.
04.04.2025, 10:4904.04.2025, 10:58
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Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einem zweimonatigen Waffenstillstand gibt es erneut Kämpfe im Gazastreifen. Die israelische Armee attackiert die islamistische Terrororganisation Hamas aus der Luft und am Boden und nimmt dabei auch zivile Opfer in Kauf.
  • Nach wie vor sollen 24 lebende Geiseln und 35 Tote in Gaza sein.
  • Die USA unter Präsident Donald Trump unterstützen Israel bedingungslos. Trump hatte der Hamas ein Ultimatum für die Geiselfreigabe gestellt und mit der Vernichtung gedroht.
  • Im Gazastreifen flammten jüngst Proteste gegen die Hamas auf – die Islamisten folterten und töteten in der Folge einen jungen Demonstranten.

Die neusten Entwicklungen im Liveticker

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10:42
Israel tötet Hamas-Kommandeur im Libanon
Die israelische Armee hat bei einem Luftangriff im Libanon nach eigenen Angaben einen Hamas-Kommandeur getötet. Hassan Farhat sei für zahlreiche Angriffe auf israelische Zivilisten verantwortlich gewesen, hiess es in einer Mitteilung der Streitkräfte.

Zudem habe er hinter einem Raketenangriff gestanden, bei dem ein israelischer Soldat getötet und weitere verletzt worden seien.

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA zitierte die Mitteilung einer Gesundheitsbehörde, wonach bei einem israelischen Drohnenangriff auf eine Wohnung in der libanesischen Küstenstadt Sidon drei Menschen ums Leben kamen. Sicherheitsquellen zufolge soll es sich bei den Opfern um Farhat und zwei Familienmitglieder handeln. Demnach ereigneten sich bei dem Angriff zwei Explosionen, die zu einem Feuer und Panik unter Anwohnern führten. (sda/dpa)
A damaged apartment which was hit earlier by an apparent Israeli airstrike, in the southern port city of Sidon, Lebanon, Friday, April 4, 2025. (AP Photo/Mohammed Zaatari)
Lebanon Israel
Bild: keystone
8:56
Israels Armee weitet Bodenoffensive im Norden Gazas aus
Israels Militär weitet seine Bodenoffensive im Norden des Gazastreifens aus, um eine grössere Pufferzone entlang der Grenze zu schaffen. In den vergangenen Stunden habe man damit begonnen, im Viertel Schedschaija in Gaza-Stadt Einsätze durchzuführen, um die «Sicherheitszone» zu erweitern, teilte die Armee am Morgen mit. Dabei seien zahlreiche Terroristen «eliminiert» und Infrastruktur der islamistischen Hamas zerstört worden. Vor und während der Angriffe ermögliche die Armee die Evakuierung von Zivilisten über vom Militär organisierte Routen, hiess es weiter.

Zu möglichen Opfern machte die israelische Armee keine Angaben. Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor eine deutliche Ausweitung der Einsätze angekündigt. Ziel sei es, «das Gebiet von Terroristen und Terror-Infrastruktur zu säubern», hiess es in einer Mitteilung. Darin war auch die Rede von der Eroberung umfangreicher Gebiete, die israelische «Sicherheitszonen» werden sollten. Auch im Süden Gazas weitet die Armee ihre Einsätze aus. (sda/dpa)
epa12007996 An ambulance drives in a street following an Israeli airstrike on the Dar al-Arqam School in the al-Tuffah neighborhood, in Gaza, 03 April 2025. At least 27 people were killed in an Israel ...
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7:45
Bericht: Iran zieht Militärpersonal aus dem Jemen ab
Iran zieht einem Medienbericht zufolge wegen der verstärkten US-Luftangriffe gegen die von Teheran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen eigenes Militärpersonal aus dem Land ab. Die Islamische Republik fahre die Unterstützung für ihre «Stellvertreter» in der Region zurück, um sich auf die direkten Bedrohungen durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump zu konzentrieren, zitierte der britische «Telegraph» einen namentlich nicht genannten ranghohen iranischen Beamten. In den vergangenen Tagen haben sich die Spannungen zwischen dem Regime in Iran und den USA erneut verschärft.

Das Pentagon baut seine Streitkräfte in Nahost laut US-Medien derzeit rapide aus. Irans Rückzug aus dem Jemen diene dazu, eine mögliche Eskalation zu vermeiden, falls ein iranischer Soldat bei US-Luftangriffen im Jemen getötet werde, berichtete der «Telegraph» unter Berufung auf den Beamten. Trump hatte dem Mullah-Regime damit gedroht, dass jeder Schuss, der von den Huthi abgefeuert werde, künftig als Angriff Irans angesehen werde. Die Miliz gehört mit der im Libanon ansässigen Hisbollah und der palästinensischen Hamas zur sogenannten «Widerstandsfront» der Islamischen Republik gegen den Erzfeind Israel. (sda/dpa)
7:36
Israel greift Militärflughäfen in Syrien an
Israels Luftwaffe hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele in Syrien angegriffen. Wie das israelische Militär weiter mitteilte, wurden der syrische Militärflughafen in Hama im Westen des Landes und die sogenannte T4-Basis, ein weiterer Militärflugplatz weiter südlich, getroffen. Auch in der Hauptstadt Damaskus sei militärische Infrastruktur angegriffen worden. Die syrische Nachrichtenagentur Sana bestätigte die Angriffe ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte soll der Militärflughafen in Hama ausser Betrieb gesetzt worden sein. Dort soll es mindestens vier Tote und elf Verletzte gegeben haben. Bei 18 Luftangriffen seien Landebahnen, Kontrolltürme und Flugzeuge getroffen worden. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Grossbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten und Aktivisten vor Ort.

Seit dem Sturz von Syriens Machthaber Baschar al-Assad im Dezember hat die israelische Armee ihre militärischen Aktivitäten auf syrischem Gebiet deutlich ausgeweitet. Israels Armee griff seitdem Hunderte Male in Syrien an. (sda/dpa)
21:59
UN: Mehr als 100'000 Vertriebene in Rafah binnen zwei Tagen
Mehr als 100'000 Menschen im Süden des Gazastreifens sind den Vereinten Nationen zufolge in den vergangenen beiden Tagen vor israelischen Angriffen geflohen. «Gross angelegte israelische Bombardierungen und Bodenoperationen» hätten zudem zu weitreichenden Zerstörungen im Gebiet um die Grenzstadt Rafah geführt, teilten die UN in New York mit.
Displaced Palestinians, who flee from Rafah, arrive in Khan Younis, Gaza, on Monday, March 31, 2025, after the Israeli military issued sweeping evacuation orders covering most of Rafah. (AP Photo/Abde ...
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Zudem zeigte Generalsekretär António Guterres sich schockiert über einen Angriff der israelischen Armee auf einen medizinischen und Notfallkonvoi am 23. März, bei dem 15 Menschen – medizinisches Personal und humanitäre Helfer – in Gaza getötet worden seien, hiess es weiter. Mehrere im Gazastreifen vermisste Sanitäter des Rettungsdienstes Palästinensischer Roter Halbmond (PRCS) waren laut der Organisation zuletzt tot geborgen worden. Retter fanden bei ihrer Suche in Rafah die Leichen von acht Sanitätern, wie es in einer Erklärung des PRCS hiess. Ebenfalls gefunden wurden demnach die sterblichen Überreste von Mitarbeitern des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes sowie die Leiche eines UN-Mitarbeiters.

Nach Angaben der israelischen Armee hatten sich mehrere Fahrzeuge auf verdächtige Weise - ohne Koordinierung und ohne Scheinwerferlicht – israelischen Truppen genähert. Soldaten hätten auf die Fahrzeuge geschossen und einige Mitglieder der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) getötet. Eine erste Untersuchung habe ergeben, dass einige der Fahrzeuge Kranken- und Feuerwehrwagen gewesen seien. Die Armee sprach von Missbrauch von Krankenwagen für Terrorzwecke. Das Militär äusserte sich bislang nicht zum Schicksal der vermissten Sanitäter. Auch diese Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. (sda/dpa)
20:32
Hamas-Behörde: 73 Tote in Gaza bei Angriffen seit dem Morgen
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Laufe des Tages 73 Menschen getötet worden. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten und lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete tödliche Angriffe in Chan Junis im Süden sowie in Al-Sawaida im Zentrum des Gazastreifens. Zudem habe es in Dschabalija im Norden des Gebiets viele Tote gegeben, als bei einem israelischen Luftangriff eine Klinik des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA getroffen worden sei.

«Das Einzige, was unseren weiteren Vormarsch aufhalten kann, ist die Freilassung unserer Geiseln», sagte Israels Generalstabschef Ejal Zamir Armeeangaben zufolge bei einem Truppenbesuch in Rafah im Süden des Gazastreifens. (sda/dpa)
epa12005383 Internally displaced Palestinians inspect the damage at the site of a UN clinic following an Israeli airstrike, in the Jabalia refugee camp, northern Gaza Strip, 02 April 2025. According t ...
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19:11
Hunderte protestieren in Gaza wieder gegen Hamas und Krieg
Im Norden des Gazastreifen hat es Anwohnern zufolge wieder eine grosse Demonstration gegen die Hamas und den Gaza-Krieg gegeben. Hunderte Menschen, darunter Kinder und Frauen, forderten die Islamistenorganisation zum Rückzug auf, wie Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur berichteten. Der Protest zwischen Ruinen der Stadt Beit Lahia richtete sich auch gegen US-Pläne zur Umsiedlung der Menschen.

Auf Videos, die in sozialen Medien kursieren und die Demonstration zeigen sollen, skandieren Palästinenser «Hamas raus».

Bereits in der vergangenen Woche hatte es im Gazastreifen drei Tage am Stück Proteste gegen die Herrschaft der Hamas sowie den Krieg mit Israel gegeben. Kundgebungen dieser Art gibt es nur äusserst selten, da die Terrororganisation dafür bekannt ist, mit grosser Härte gegen interne Gegner vorzugehen. Mitglieder der Hamas sollen jüngst auch einen 22-jährigen Protestteilnehmer entführt und zu Tode gefoltert haben, wie örtliche Medien im Gazastreifen unter Berufung auf seine Familie meldeten. (sda/dpa)
FILE - Palestinians chant slogans during a protest against the war and Hamas in Beit Lahiya, northern Gaza Strip, Wednesday, March 26, 2025, in a rare show of public anger against the militant group t ...
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18:46
Druck auf Hamas: Israel setzt auf Eroberung einer Gaza-Route
Israel wird nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen weiteren Korridor, der den Gazastreifen teilt, kontrollieren. «Wir erobern die Morag-Route», sagte er in einer Videoansprache. Morag war einst eine israelische Siedlung im Süden des Palästinensergebiets. Die Route trennt israelischen Medien zufolge Rafah von der Stadt Chan Junis.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor die Eroberung umfangreicher Gebiete angekündigt, die zu israelischen «Sicherheitszonen» werden sollen.
Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu attends his trial on corruption charges at the district court in Tel Aviv, Israel, Wednesday, April 2, 2025. (Yair Sagi/Pool Photo via AP)
Israel Netanyahu
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Die Teilung des Gazastreifens erhöhe den Druck auf die Hamas, so Israels Regierungschef weiter. Der Druck werde so lange verstärkt, bis die Islamistenorganisation die Geiseln freilasse.

Israels Armee kontrolliert bereits einen Grossteil des sogenannten Netzarim-Korridors, eine strategisch bedeutsame Route, die den Küstenstreifen in eine nördliche und eine südliche Hälfte teilt.

Netanjahu verglich die neue Route zudem mit einem weiteren wichtigen Gebiet, das Israel kontrolliert: «Dies wird der zweite Philadelphi-Korridor sein», so der israelische Regierungschef. Die Kontrolle des Philadelphi-Korridors entlang der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten hat für Israels Führung schon seit langem grosse Priorität. So soll es der Hamas nach israelischen Angaben unmöglich gemacht werden, wie früher durch Tunnel unter der Grenze hindurch Waffen zu schmuggeln.

«Heute Abend haben wir im Gazastreifen einen Gang höher geschaltet. Die israelischen Streitkräfte erobern Gebiete, greifen Terroristen an», sagte Netanjahu.

Im Jahr 2005 zog Israel sich aus dem Gazastreifen zurück und räumte alle 21 israelischen Siedlungen, darunter Morag.(sda/dpa)
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Im Morgengrauen des jüdischen Feiertags Simchat Tora startet die islamistische Terrororganisation Hamas einen Grossangriff auf das umliegende Gebiet in Israel. Mehrere Tausend Raketen werden aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Mehrere tausend Terroristen überwinden die Grenzbefestigungen und töten an einem Musikfestival und in mehreren Ortschaften wahllos Soldaten und vor allem Zivilisten.
Bild: Ein Zimmer in einem Haus im Kibbuz Kfar Aza nach dem Angriff der Hamas.
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quelle: keystone / abir sultan
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