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Nahost-Ticker: Iran: Technische Gespräche mit UN-Atomwächtern

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Iran-Proteste 2026

Ende Dezember begannen Proteste in Iran. Die Aufnahme zeigt Teheran am 9. Januar.

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Iran: Technische Gespräche mit UN-Atomwächtern am Montag in Genf

Die wichtigsten Ereignisse im Nahen und Mittleren Osten in der Übersicht, fortlaufend aktualisiert.
15.02.2026, 14:4616.02.2026, 07:36
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9:45
Medien: «Verdächtiger Umschlag» in Netanjahus Büro gefunden
Im Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu haben Mitarbeiter Medienberichten zufolge einen «verdächtigen Umschlag» entdeckt.

Es habe keine Gefahr für die Menschen bestanden, meldete unter anderem die Nachrichtenseite «ynet» unter Berufung auf eine zuständige Abteilung von Netanjahus Büro.



Die israelische Zeitung «Maariv» berichtete unter Berufung auf eine mit den Einzelheiten des Vorfalls vertrauten Person, dass sich in dem Umschlag Ampullen mit einer unbekannten Substanz befunden haben sollen. Der Umschlag sei in ein Labor geschickt worden.

Eine Regierungssprecherin wollte den Vorfall auf Anfrage nicht bestätigen und verwies an Israels Polizei. Diese äusserte sich zunächst nicht zu den Berichten.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine verdächtige Sendung im Büro des israelischen Regierungschefs auftaucht. Zuletzt untersuchten Sicherheitskräfte im November 2025 den Inhalt eines Umschlags, der schliesslich als nicht gefährlich eingestuft wurde. (sda/dpa)
7:35
Vor US-Iran-Verhandlungen: Gespräche mit UN-Atomwächtern
Der Iran hat im Streit um sein Nuklearprogramm hochrangige Gespräche mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) geführt. Die «tiefgreifenden technischen Diskussionen» in Genf dienten der Vorbereitung der nächsten Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten am Dienstag, schrieb IAEA-Chef Grossi auf X nach seinem Treffen mit Aussenminister Abbas Araghtschi.



Der iranische Aussenminister wurde von Atomexperten seines Landes begleitet. Araghtschi war bereits am Sonntag für die nächste Verhandlungsrunde mit den USA in die Schweiz gereist.

Spannungen zwischen IAEA und dem Iran

Die Beziehungen zwischen der iranischen Regierung und der IAEA hatten sich nach Israels Krieg gegen das Land im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert. Die USA schlossen sich den Angriffen an und bombardierten zentrale Nuklearanlagen, darunter auch Urananreicherungsanlagen. Trump erklärte anschliessend, die Anlagen seien vollständig «zerstört». Unklar blieb jedoch der Verbleib von rund 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran.

Der Iran schränkte den Zugang der Atomwächter daraufhin ein. Erst im September 2025 einigte sich Teheran mit der IAEA auf die Wiederaufnahme von Kontrollen. In welchem Umfang diese erfolgen und ob sie derzeit stattfinden, ist unklar. Grossi geriet selbst ins Visier iranischer Hardliner. Eine ultrakonservative Zeitung bezichtigte ihn als israelischen Spion und forderte die Todesstrafe. Nach Ansicht einiger Regierungsvertreter hatte sich der IAEA-Chef nicht kritisch genug zur Bombardierung iranischer Atomanlagen geäussert. (sda/dpa)
15:13
Klinik in Gaza weist Vorwürfe von Ärzten ohne Grenzen zurück
Eines der grössten noch funktionierenden Krankenhäuser im Gazastreifen hat Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) über die Präsenz Bewaffneter auf dem Klinikgelände zurückgewiesen. MSF hatte mitgeteilt, die Organisation müsse aus diesem Grund ihre nicht dringlichen Aktivitäten im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis im Süden des Gazastreifens einstellen.

Mitarbeiter der Organisation und Patienten hätten in den vergangenen Monaten in dem Krankenhaus «bewaffnete Männer, teilweise maskiert, in verschiedenen Bereichen des grossen Krankenhausgeländes gesehen», hiess es in der Mitteilung von MSF.

Mit einem Anstieg seit Beginn der Waffenruhe vor mehr als vier Monaten hätten MSF-Teams in der Klinik «ein Muster inakzeptabler Handlungen festgestellt, darunter die Anwesenheit bewaffneter Personen, Einschüchterungen, willkürliche Festnahmen von Patienten sowie eine kürzlich aufgetretene Situation mit Verdacht auf Waffenbewegungen», hiess es weiter. Diese Vorfälle stellten «ernsthafte Sicherheitsbedrohungen für unsere Teams und Patienten dar».

Das Nasser-Krankenhaus teilte mit, die Vorwürfe seien falsch und gefährdeten die Klinik. Es habe «vereinzelt gewalttätige Aktionen von Einzelpersonen» gegeben. Deshalb sei eine zivile Polizeitruppe eingerichtet worden, um Mitarbeiter und Patienten zu schützen. Es handele sich «nicht um militärische Aktivitäten, sondern um Schutzmassnahmen».
14:27
Israel billigt umstrittene Westjordanland-Entscheidung
Die israelische Regierung hat nach Medienberichten einen höchst umstrittenen Vorschlag gebilligt, der israelischen Siedlern den Erwerb von Land im Westjordanland erleichtern soll. Die Bundesregierung hatte bereits scharfe Kritik an einer entsprechenden vorherigen Entscheidung des israelischen Sicherheitskabinetts geübt. Der Schritt könnte weitreichende Folgen für die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland haben.


Verteidigungsminister Israel Katz sprach nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 von einem «wesentlichen sicherheits- und verwaltungspolitischer Schritt, der darauf abzielt, die volle Kontrolle, Durchsetzungskraft und Handlungsfreiheit des Staates Israel im Gebiet zu gewährleisten».

Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich sagte demnach: «Wir setzen die Revolution der Siedlungspolitik und der Kontrolle über alle Teile unseres Landes fort.» Zum ersten Mal seit dem Sechstagekrieg 1967 «bringen wir Ordnung und Regierungsführung in die Verwaltung des Bodens in Judäa und Samaria (Westjordanland) zurück», sagte er laut dem TV-Sender.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700'000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Die israelische Organisation Peace Now teilte als Reaktion auf die neue Entscheidung mit: «Die Regierung hat einen massiven Raub von Land im Westjordanland genehmigt – auf dem Weg zu einer de-facto-Annexion, völlig entgegen dem Willen des Volkes und im Widerspruch zum israelischen Interesse.» Die Organisation kritisierte ferner: «Dies ist eine radikale und verantwortungslose Regierung, die das Völkerrecht, das solche Regelungen verbietet, ignoriert, auf die Kritik befreundeter Staaten pfeift und uns in eine Katastrophe zerrt.» (sda/dpa)
8:50
Erneut tödlicher Zwischenfall im Gazastreifen
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach einem Medienbericht mindestens neun Palästinenser getötet und weitere verletzt worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete von tödlichen Angriffen im Norden und Süden des Küstenstreifens.

Nach Angaben des israelischen Militärs handelte es sich um Angriffe auf Ziele der islamistischen Terrororganisation Hamas. Die Armee habe damit auf einen Verstoss der Hamas gegen die seit mehr als vier Monaten geltende Waffenruhe reagiert.

Wie die Armee mitteilte, seien im Norden des abgeriegelten Küstengebiets «mehrere bewaffnete Terroristen» auf der israelischen Seite der sogenannten gelben Linie identifiziert worden. Die Linie markiert die Rückzugsposition der israelischen Armee im Rahmen der Waffenruhe mit der Hamas.

Die «Terroristen» seien scheinbar aus einem unterirdischen Tunnel gekommen und hätten sich unter Trümmern in unmittelbarer Nähe zu Israels Truppen versteckt, hiess es. Zwei von ihnen seien getötet worden, wahrscheinlich auch noch weitere, hiess es. Die Angaben des Militärs liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Immer wieder tödliche Zwischenfälle
Die israelischen Truppen durchsuchten das Gebiet, um die verbleibenden «Terroristen» aufzuspüren und zu «eliminieren», teilte die Armee weiter mit. Ihr Eindringen hinter die gelbe Linie stelle einen «eklatanten Verstoss gegen das Waffenruheabkommen dar.» Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober vergangenen Jahres gibt es immer wieder tödliche Zwischenfälle in Gaza.

Nach unterschiedlichen Angaben kontrolliert Israel etwas mehr als die Hälfte des Gazastreifens, in dem rund zwei Millionen Palästinenser leben. Das Küstengebiet ist rund 41 Kilometer lang und zwischen 6 und 12 Kilometer breit. (sda/dpa)
8:47
Israel greift erneut Ziele im Libanon an
Das israelische Militär hat erneut mehrere Ziele im Libanon angegriffen. Im Süden des Nachbarlandes seien in mehreren Gebieten Waffenlager und Raketenwerfer der Hisbollah-Miliz attackiert worden, teilte das Militär in der Nacht mit. Die Präsenz der Waffen stelle einen Verstoss gegen die Waffenruhevereinbarung zwischen Israel und dem Libanon dar, hiess es. Die Informationen liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Das Militär machte keine Angaben zu möglichen Opfern der Luftangriffe.

Israel und die Hisbollah führten zuletzt bis Ende 2024 Krieg gegeneinander. Im November 2024 trat eine Waffenruhe in Kraft. Dieser Vereinbarung zufolge soll die vom Iran unterstützte Schiiten-Miliz entwaffnet werden. Ende vergangenen Jahres lief eine wichtige Frist dafür allerdings aus.

Die Hisbollah versuche weiterhin, ihre «Terrorinfrastruktur im Südlibanon wieder aufzubauen», erklärte Israels Armee nach den jüngsten Angriffen im grenznahen Süden des Nachbarlandes.

Israels Militär greift dort trotz der geltenden Waffenruhe fast täglich Ziele an. Nach offiziellen libanesischen Angaben wurden seit Inkrafttreten der Waffenruhe mehr als 300 Menschen im Libanon durch israelische Angriffe getötet. Den Vereinten Nationen zufolge waren mehr als 100 davon Zivilisten. Man werde weiterhin «Massnahmen ergreifen, um jegliche Bedrohung für den Staat Israel zu beseitigen», teilte die israelische Armee in der Nacht weiter mit. (sda/dpa)
14:57
USA und Iran führen kommende Woche Gespräche in Genf
Das Sultanat Oman wird kommende Woche in Genf Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran durchführen. Die Schweiz begrüsst und unterstützt die Verhandlungen, wie das Aussendepartement schrieb.

Das eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte entsprechende Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Schweiz sei «jederzeit bereit, ihre Guten Dienste anzubieten, um den Dialog zwischen den USA und dem Iran zu erleichtern», schrieb das EDA am Samstag auf Anfrage von Keystone-SDA. Es stehe mit den Parteien in Kontakt und habe seine Bereitschaft bekräftigt, jede diplomatische Initiative zu unterstützen, die auf eine Deeskalation abziele.

US-Präsident Trump hält einen Machtwechsel im Iran für wünschenswert: «Das scheint das Beste zu sein, was passieren könnte». Zugleich erklärte er aber auch, dass der Iran mit einem «richtigen Deal» einen US-Angriff vermeiden könne. Washington und Teheran hatten bereits im vergangenen Jahr über Irans Atomprogramm verhandelt, die Gespräche gerieten aber ins Stocken. In der vergangenen Woche waren in Omans Hauptstadt Maskat neue Verhandlungen begonnen worden. (sda/dpa)
13:54
Drei iranischen Demonstranten droht Todesurteil
Rund einen Monat nach den Massenprotesten im Iran droht drei Demonstranten die Todesstrafe. Die mit der iranischen Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete am Samstag über einen Prozess gegen drei Männer, denen bei den Unruhen Anfang Januar in einem Vorort der Hauptstadt Teheran Brandstiftung einer Moschee zur Last gelegt wird.

Dem Bericht zufolge wirft die Staatsanwaltschaft den Männern vor, Molotowcocktails in das Gotteshaus geworfen zu haben. Dabei sollen zwei junge Männer ums Leben gekommen sein. Die angeklagten Demonstranten wurden folglich unter anderem wegen Handlungen gegen die «innere Sicherheit», vorsätzlicher Brandstiftung sowie Mordbeteiligung angeklagt.

Die Familien der Opfer traten demnach als Nebenkläger auf. Ein Vater forderte die «strengste Strafe». Ein weiterer rief das Gericht auf, nach islamischem Recht im Iran eine Vergeltungsstrafe zu verhängen. Sollten die Angeklagten wegen Mordes schuldig gesprochen werden, droht ihnen die Todesstrafe.

Justiz fordert «maximale Härte»

Bereits Mitte Januar hatte die iranische Justiz verkündet, erste Anklagen auf den Weg gebracht zu haben. Besonders schwere Fälle von «Randalierern» würden vorrangig und gesondert behandelt. Irans Justizchef hatte Vergeltung für bei den Protesten getötete Sicherheitskräfte und Polizisten gefordert. Im Umgang mit Demonstranten kündigte die Justiz «maximale Härte» an. (sda/dpa)
16:27
Israel legt Iranern Kontaktaufnahme für Zusammenarbeit nahe
Israels Armee hat den Bürgern des verfeindeten Iran nahegelegt, das israelische Militär oder den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad für eine Zusammenarbeit zu kontaktieren.

Iraner könnten sich dafür mit den israelischen Behörden in Verbindung setzen, hiess es in einer auf Persisch auf der Plattform X veröffentlichten Stellungnahme. Israels Armee listet zu dem Zweck auch offizielle Social-Media-Accounts auf.

Es ist nicht das erste Mal, dass Israel Iraner zur Zusammenarbeit aufruft. Im Juni 2025 riet die israelische Armee während eines Kriegs mit dem Iran den laut ihren Angaben besorgten Iranern, den Mossad zu kontaktieren, um auf diese Weise womöglich ihre «Situation zu verbessern». Damals hatte Israel zwölf Tage lang gemeinsam mit den USA Ziele im Iran aus der Luft bombardiert, darunter Atomanlagen. Irans Streitkräfte feuerten ballistische Raketen auf Israel.

Neuer Krieg mit Iran möglich

Derzeit gibt es die Sorge vor einem möglichen neuen militärischen Konflikt, sollten die kürzlich wieder angelaufenen Verhandlungen zwischen Teheran und Washington erfolglos bleiben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump Israels Sicherheitsbedürfnisse betont. Israel warnt vor einem Abkommen mit dem Iran, das sich nur auf das Atomprogramm der Islamischen Republik beschränkt. Der jüdische Staat fordert, dass der Erzfeind auch das Arsenal ballistischer Raketen und die Unterstützung seiner Verbündeten in der Region herunterfährt.



Eine dramatische Wirtschaftskrise hatte Anfang des Jahres im Iran zu landesweiten Protesten geführt. Sicherheitskräfte schlugen sie brutal nieder. Aktivisten haben laut eigenen Angaben verlässliche Informationen über Tausende Tote. (sda/dpa)
13:21
Fokus Iran: Netanjahu fliegt zu Gesprächen mit Trump
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump in die USA gereist.

Vor seinem Abflug sagte der Regierungschef, bei dem Treffen am Mittwoch in Washington gehe es um mehrere Themen, darunter die Lage im Gazastreifen und in der Region sowie vor allem die Verhandlungen mit dem Iran.


Archivbild

Er werde Trump die israelische Auffassung zu den Gesprächen mit der Islamischen Republik darlegen, sagte er nach Medienberichten. Diese seien nicht nur für Israel wichtig, «sondern für alle, die Frieden und Sicherheit wollen».

Vertreter der US-Regierung und des Irans hatten am Freitag in der omanischen Hauptstadt Maskat Gespräche begonnen. Ein Termin für eine mögliche Fortsetzung steht bislang nicht fest.

Geheimdienstinformationen zum iranischen Raketenprogramm

Die israelische Zeitung «Jediot Achronot» berichtete, Netanjahu werde mit Trump voraussichtlich aktuelle Geheimdienstinformationen über das iranische Raketenprogramm teilen, sowie über das Massaker, das das Regime an seinen eigenen Bürgern verübt hat«. Die Führung in Teheran hatte regierungskritische Massenproteste gewaltsam niederschlagen lassen, dabei wurden auf dem Höhepunkt der Proteste in den Nächten des 8. und 9. Januar Tausende Demonstranten getötet.

Weiter hiess es, Netanjahu werde Trump zudem warnen, dass Teheran Langstreckenraketen entwickele, die die Vereinigten Staaten treffen können. Es ist das siebte Treffen der beiden Politiker seit Trumps Amtsantritt.

Israels Forderungen an ein mögliches Abkommen

Israel fordert, dass jegliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran auch eine Begrenzung ballistischer Raketen sowie ein Ende der Unterstützung der iranischen Verbündeten in der Region beinhalten müsse. Der jüdische Staat sieht in dem iranischen Atom- und Raketenprogramm seine grösste existenzielle Bedrohung. Teheran bestreitet den Verdacht Israels und anderer westlicher Staaten, dass es heimlich Atomwaffen bauen will. Der Iran hat aber mehrfach erklärt, dennoch über sein Atomprogramm verhandeln zu wollen, nicht aber über seine Raketen.

Iran wirft Israel Zerstörung diplomatischer Bemühungen vor

Bei einer Pressekonferenz in Teheran forderte Irans Aussenamtssprecher die USA auf, ihre Entscheidungen in den Verhandlungen unabhängig von Israel zu treffen. Ein Problem der Amerikaner sei die »Gefolgschaft gegenüber den Forderungen des zionistischen Regimes«, sagte Ismail Baghai. Israel habe wiederholt gezeigt, »Zerstörer jeglicher diplomatischer Prozesse" in der Region zu sein. Dazu zähle auch die seit 40 Jahren erhobene Behauptung, der Iran strebe nach einer Atombombe, sagte er. (sda/dpa)
16:10
Israel erleichtert Siedlungsbau im Westjordanland – Kritik
Die jüngsten Beschlüsse Israels zum Siedlungsbau im besetzten Westjordanland rufen heftige Kritik hervor.

Die EU verurteilte die «Entscheidungen des israelischen Sicherheitskabinetts, die israelische Kontrolle im Westjordanland auszuweiten», wie ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas sagte. Auch mehrere muslimisch geprägte Staaten verurteilten die Beschlüsse.



Das Sicherheitskabinett hatte israelischen Medien zufolge am Sonntag mehrere Massnahmen gebilligt, die Beobachtern zufolge zu einer Ausweitung des israelischen Siedlungsbaus führen werden.

«Dieser Schritt ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung», sagte Kallas' Sprecher. Saudi-Arabien, die Türkei und andere muslimisch geprägte Länder teilten in einer gemeinsamen Stellungnahme mit, die Entscheidungen, verhinderten eine Zweistaatenlösung.

Mit Zweistaatenlösung ist ein unabhängiger palästinensischer Staat gemeint, der Seite an Seite mit Israel existiert. Israels rechtsreligiöse Regierung lehnt eine Zweistaatenlösung mit der Begründung ab, ein palästinensischer Staat gefährde die Existenz des jüdischen Staats.

Kritik kam auch von der palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die Teile des Westjordanlands verwaltet. Israel intensiviere damit seine Bemühungen, das Westjordanland zu annektieren.

So sehen die Beschlüsse aus

Konkret beschloss das Sicherheitskabinett den Berichten zufolge, dass frühere Regelungen, die den Landkauf von Siedlern verhindert haben, abgeschafft werden. Zudem sollen den Angaben zufolge Grundbucheinträge im Westjordanland erstmals öffentlich zugänglich gemacht werden. Die israelische Nachrichtenseite «ynet» schrieb, auf diese Weise könnten Kaufinteressenten Landbesitzer direkt kontaktieren.

Ausserdem sollen Medien zufolge Genehmigungen für Bauvorhaben von Siedlern in Hebron künftig ausschliesslich von israelischen Behörden genehmigt werden. Bislang bestimmten sie demnach gemeinsam mit der Stadtverwaltung, die der Palästinensischen Autonomiebehörde untersteht. In der Altstadt leben israelische Siedler in einer Enklave inmitten von mehr als 200.000 Palästinensern.

Entscheidung kommt vor Treffen zwischen Netanjahu und Trump

In der Koalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sind mehrere Hardliner, die eine Annexion des Westjordanlands fordern. Die US-Regierung lehnt dies ab. Netanjahu will US-Präsident Donald Trump am Mittwoch in Washington treffen. «Es bleibt unklar, ob die Kabinettsentscheidungen mit den Amerikanern abgestimmt waren», meldete «ynet».

Die Regierung treibt den Siedlungsausbau im Westjordanland und in Ost-Jerusalem stetig voran. Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700.000 israelische Siedler inmitten von rund drei Millionen Palästinensern leben. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. (sda/dpa)
10:37
Israel holt Mitglied einer militanten Gruppe aus dem Libanon
Israels Armee hat nach eigenen Angaben im Südlibanon ein hochrangiges Mitglied der militanten Gruppe Al-Dschama al-Islamija festgenommen und nach Israel gebracht.

Libanons Ministerpräsident Nauaf Salam sprach von der Entführung eines libanesischen Staatsbürgers, wie sein Büro mitteilte. Der Vorfall verstosse gegen die Waffenruhe-Vereinbarung und sei ein Bruch des Völkerrechts.

Der israelische Armeesender berichtete, das Militär habe sich dafür entschieden, den Mann zu entführen, statt ihn aus der Ferne zu töten, um Informationen über die Aktivitäten der Organisation im Libanon und in Syrien zu erhalten.

Der Mann solle in Israel weiter vernommen werden, teilte das israelische Militär mit. Israels Armee hat bereits mehrfach in Nachbarländern Personen gefangen genommen und nach Israel geholt, denen sie Terroraktivitäten vorwirft.

Al-Dschama al-Islamija steht Hisbollah und Hamas nahe

Die sunnitische Gruppe steht der Hisbollah im Libanon und der palästinensischen Terrororganisation Hamas nahe und unterstützt nach eigenen Angaben den Kampf der schiitischen Hisbollah-Miliz gegen Israel. Sie verurteilte in einer Stellungnahme das Eindringen israelischer Soldaten sowie «die Entführung ihres Funktionärs Atwi Atwi aus seinem Haus». Er sei in der Nacht an einen unbekannten Ort gebracht worden.

Libanesische Sicherheitskreisen bestätigten, dass es sich bei dem Mann um ein hochrangiges Mitglied der Gruppe handle. Israels Armee teilte mit, Einsatzkräfte hätten «eine gezielte Razzia in einem Gebäude» ausgeführt. Dort hätten israelische Soldaten auch Waffen sichergestellt.

Aus dem Libanon gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme zu der Festnahme eines Staatsbürgers durch israelische Soldaten. (sda/dpa)

Das Wichtigste

  • Im Iran kam es um den Jahreswechsel zu heftigen Protesten gegen das Mullah-Regime. Auslöser war der Zerfall der iranischen Währung Rial sowie die seit langem andauernde Repression im Land.
  • Das Regime ging mit grosser Gewalt gegen die Menschen vor und sperrte das Internet, so dass wenig nach aussen dringt. Menschenrechtsorganisationen berichten von bis zu 36'500 Toten seit Protestbeginn.
  • US-Präsident Donald Trump hat den Protestierenden Hilfe in Aussicht gestellt. Zuletzt haben die USA Streitkräfte in der Region zusammengezogen. Verhandlungen laufen, doch eine Eskalation ist nach wie vor möglich.
  • Im Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza kam es im Oktober 2025 zu einer Waffenstillstandsvereinbarung. Die Lage ist weiter fragil. Jüngst attackierte Israel nach eigener Darstellung wieder Terroristen in Gaza und im Libanon. Beide Seite rüsten sich derzeit laut Berichten für neuerliche Kämpfe.

Die Folgen des Kriegs in Gaza:

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