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Nato-Gipfel in der Türkei: Alle News und Infos live im Ticker

epa13092354 NATO banners near the Millet Mosque ahead of the NATO Summit 2026 in Ankara, Turkey, 06 July 2026. The summit will take place on 07–08 July, focusing on strengthening defense industrial pr ...
Der Nato-Gipfel findet dieses Jahr in Ankara in der Türkei statt.Bild: keystone
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Merz bekam von Erdogan Revolver geschenkt ++ Wadephul: «Nato stärker als je zuvor»

Am Dienstag und Mittwoch geht in der Türkei der Nato-Gipfel über die Bühne, zahlreiche Staats- und Regierungschefs werden in Ankara erwartet. Die wichtigsten News gibt es hier im Liveticker.
08.07.2026, 23:4708.07.2026, 23:47
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23:45
Merz bekam von Erdogan Revolver und Munition geschenkt
Bundeskanzler Friedrich Merz und andere Regierungschefs haben auf dem Nato-Gipfel vom türkischen Gastgeber Recep Tayyip Erdogan einen scharfen Revolver samt einer Schachtel Munition geschenkt bekommen. Ein Regierungssprecher sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur: «Der Revolver wurde der Botschaft übergeben, damit er ordnungsgemäss eingeführt und dann in der Sammlung offizieller Geschenke inventarisiert werden kann.»

Von den ungewöhnlichen Geschenken hatte zunächst der britische Premier Keir Starmer Reportern auf dem Heimflug berichtet, wie der «Guardian» und die Nachrichtenagentur Press Association berichteten. In jede Waffe war demnach der Name des Beschenkten eingraviert. Auch eine Ausfuhrgenehmigung Erdogans habe jeweils beigelegen.
23:44
Wadephul: Die Nato ist stärker als sie je zuvor war
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul (CDU) hält die Nato trotz des sprunghaften Verhaltens von US-Präsident Donald Trump nicht für schwach. «Diese Nato hält zusammen», sagte er in den ARD-«Tagesthemen». Am Ende des Nato-Gipfels in Ankara sei Trump ganz klar an der Seite aller Verbündeten in Europa gewesen. Auf die Frage, wie nahe die Nato an einem Bruch sei oder gewesen sei, sagte Wadephul: «Die Nato ist stärker als sie je zuvor war.»

Schweden und Finnland seien jüngst beigetreten, weil sie dem Bündnis trauten. Und die Nato habe gezeigt, dass sie die Ukraine stark unterstützen könne. Wadephul räumte ein, dass es auf dem Gipfel «irritierende Bemerkungen» gegeben habe. «Aber in der heutigen internen Diskussion waren wir sehr einig und sehr klar beieinander. Und wir erleben auch die Amerikaner in allen Stäben, in allen politischen Diskussionen innerhalb der Nato als sehr zuverlässig.» Die Europäer übernähmen mehr Verantwortung in der Nato - das sei gut, weil man dann vielleicht etwas weniger abhängig von anderen sei. Gerade auch Deutschland habe die Aufgabe, ein bisschen «Kitt» zu sein in dem Bündnis.


19:39
Trump: Haben «sehr erfolgreichen Nato-Gipfel abgeschlossen»
US-Präsident Donald Trump zieht zum Abschluss des Nato-Gipfels in der Türkei eine positive Bilanz. «Wir hatten eine grossartige Zeit», sagte er auf einer Pressekonferenz in Ankara. «Wir haben gerade hier in der Türkei einen sehr erfolgreichen Nato-Gipfel abgeschlossen.» Trump bedankte sich dabei explizit beim Gastgeber, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, sowie bei Nato-Generalsekretär Mark Rutte.

Für Rutte, der als Trump-Versteher Nummer eins unter den Europäern gilt, fand Trump dabei besonders lobende Worte: Er habe «fantastische Arbeit» geleistet. «Er ist einer, der vereint.» (sda/dpa)
16:24
Rutte zieht Gipfelbilanz: Bündnis ist stärker als je zuvor
Nato-Generalsekretär Mark Rutte wertet das Gipfeltreffen in Ankara trotz der Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Alliierte als Erfolg. «Dieser Gipfel hat gezeigt, dass das Bündnis stärker ist als je zuvor: ein Bündnis, das geschlossen ist und bereit, jeden Zentimeter unseres Territoriums zu verteidigen», sagte der Niederländer in der Abschlusspressekonferenz.

Als Beleg wertete er, dass die Verbündeten in der Gipfelerklärung ihr Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 des Bündnisvertrags bekräftigen. «Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle», sagte Rutte. Im Fall der Fälle werde man zusammenstehen.

Mit Blick auf Trumps Kritik an der Lastenteilung im Bündnis verwies Rutte darauf, dass sich die Staats- und Regierungschefs darauf verständigt hätten, das Bündnis zu modernisieren und für die Zukunft aufzustellen. «Das bedeutet: ein stärkeres Europa in einer stärkeren Nato - mit europäischen Verbündeten und Kanada, die gemeinsam mit den Vereinigten Staaten mehr Verantwortung für die Verteidigung des Bündnisses übernehmen», sagte er.

Genau darum gehe es bei der sogenannten Nato 3.0: um ein Bündnis, das sich weiter anpasse, und um ein Bündnis, das weiter liefere, um eine Milliarde Menschen zu schützen. (sda/dpa)
14:58
Rüstungsdeals in Milliardenhöhe
Die Nato-Staaten haben bei ihrem Gipfeltreffen in Ankara neue Rüstungsverträge im Umfang von «mehr als 50 Milliarden US-Dollar» (mehr als 43 Mrd. Euro) angekündigt. Im Text der Abschlusserklärung heisst es zudem, man verpflichte sich dazu, die gemeinsamen Produktionskapazitäten auszubauen.

Die Investitionen sollen dem Text zufolge insbesondere dazu beitragen, der langfristigen Bedrohung entgegenzutreten, die Russland für die euroatlantische Sicherheit und Stabilität darstelle. «Unsere Investitionen liefern die Fähigkeiten, die wir benötigen, und stärken zugleich unsere industrielle Basis und unsere Resilienz», heisst es. Zudem wolle man auch weiter daran arbeiten, die Handelshemmnisse im Verteidigungsbereich zwischen den Verbündeten abzubauen, um die Zusammenarbeit zu maximieren. (sda/dpa)

14:44
Nato-Staaten versprechen Ukraine bei Gipfel Milliardenbetrag
Die von Russland angegriffene Ukraine hat beim Nato-Gipfel in Ankara eine neue Zusage für milliardenschwere Militärhilfen erhalten. Für dieses Jahr sagen Verbündete 70 Milliarden Euro für Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung zu. 2027 soll die Militärhilfe mindestens auf diesem Niveau fortgesetzt werden, wie aus der am Nachmittag von den Staats- und Regierungschefs angenommenen Gipfelerklärung hervorgeht. (sda/dpa)

14:28
Deutschland bietet der Nato Kampfschiffe und Flugzeuge an
Deutschland bietet der Nato als Ersatz für bislang garantierte Fähigkeiten des US-Militärs in Europa Schiffe, Kampfflugzeuge und unbemannte Waffensysteme an.

Dabei geht es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um militärische Zusagen für den Nordwesten des Bündnisgebietes («Joint Operation Area North West»/JOA NW) unter Verantwortung des Hauptquartiers in Norfolk sowie den Südosten (JAO SE), für den das Hauptquartier in Neapel zuständig ist.

Demnach soll für jede der beiden Verteidigungszonen eine deutsche Fregatte vom Typ F125 eingemeldet werden, das Modell für den Südosten mit dem Luftverteidigungssystem Iris-T ausgestattet. Die Bundeswehr bezeichnet die Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse als technologisch führende Kriegsschiffe, die als Aufgabenspektrum Seeraumüberwachung oder auch Missionen für Embargokontrolle und Anti-Piraterie-Operationen haben.



Für den Südosten werden auch zwei Seefernaufklärer vom Typ P-8 Poseidon genannt, die mit Radar, akustischen Systemen und hochauflösenden Optiken ausgestattet sind und U-Boote bekämpfen können, wie erklärt wurde. Zudem sollen acht zusätzliche Eurofighter für den Nordwesten des Bündnisses gestellt werden.

Zum deutschen Angebot zählen auch eine Korvette K130 – diese dienen der Seeraumüberwachung in Küstennahe – sowie 5 Drohnen des Typs Heron TP und 2 Kampfdrohnen aus US-Produktion.

Die Bundeswehr hatte im Januar acht dieser Drohnen vom Typ MQ-9B beim US-Hersteller General Atomics bestellt. Die unbemannten Flugzeuge werden nach diesen Angaben vor allem für den Einsatz über See beschafft und künftig von den Marinefliegern eingesetzt. Die ersten Systeme erhält die Marine ab 2028. Noch gesprochen wird zudem über die Bereitstellung von zwei Tankschiffen für die Marine.

Die USA hatten entschieden, weniger militärische Fähigkeiten für Abschreckung und Verteidigung unter Nato-Kommando in Bereitschaft zu halten. Es geht dabei um Zusagen für das genannte Nato Force Model.

Darüber wird im Bündnis festgelegt, welche Mitgliedstaaten wie viele Kräfte und Fähigkeiten bereithalten und wie schnell diese verfügbar sein müssen. Zudem hatten die USA auch angekündigt, mehrere Tausend Soldaten aus Deutschland abzuziehen, und die eigentlich vereinbarte Stationierung von Mittelstreckenwaffen abgesagt. (sda/dpa)
19:51
NATO-Gipfel mit Festbankett bei Gastgeber Erdogan begonnen
Der NATO-Gipfel in der Türkei hat mit einem Festbankett auf Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan begonnen. Er empfing gemeinsam mit seiner Frau Emine Erdogan die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Staaten im Präsidentenpalast in der türkischen Hauptstadt Ankara. Auch die Staats- und Regierungschefs der Partnerstaaten Ukraine, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland sowie EU-Vertreter waren eingeladen.

Am Mittwoch sind Arbeitssitzungen geplant. Beim Gipfel soll es um die weitere Stärkung der Abschreckung und der Verteidigungsfähigkeit in Europa gehen, die künftig vor allem von den europäischen Alliierten garantiert werden soll. Zudem werden Gespräche über die Entwicklung der Verteidigungsausgaben, die Unterstützung der Ukraine und die aus US-Sicht mangelnde Unterstützung von Bündnispartnern für den Iran-Krieg erwartet.

Bei seiner Ankunft in Ankara hatte US-Präsident Donald Trump erneut Deutschland und andere Verbündete kritisiert, denen er mangelnde Unterstützung seines Kriegs gegen den Iran vorhält.

Die Türkei richtet zum zweiten Mal einen NATO-Gipfel aus. Der Erste fand 2004 in Istanbul statt. (sda/dpa)
18:42
Kanadas Premier will neben U-Booten auch Haaland
Auch der NATO-Gipfel kommt ohne die Fussball-WM nicht aus. Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre schlug der kanadische Premierminister Mark Carney scherzhaft vor, den gerade auf den Weg gebrachten U-Boot-Deal der drei Länder auf den sportlichen Bereich auszuweiten. Zu dem gemeinsamen Projekt gehöre auch, sich die Crews der U-Boote zu teilen. «Und bei der nächsten Weltmeisterschaft kannst Du Erling Haaland teilen», sagte Carney zu Store. Der reagierte mit der Ruderbewegung, mit der die norwegischen Fans bei der WM für Furore sorgen.

Norwegen hat durch einen spektakulären Sieg gegen Brasilien das Viertelfinale der WM in den USA, Kanada und Mexiko erreicht. Haaland erzielte dabei den Siegtreffer. Deutschland und Kanada sind dagegen bereits ausgeschieden. Deutschland flog schon im Sechszehntelfinale gegen Paraguay raus, Kanada eine Runde später gegen Marokko. (sda/dpa)
18:36
Deutschland meldet Nato Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe
Deutschland hat der Nato erneut Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe gemeldet. Die Bundesregierung übermittelte für das laufende Jahr einen Betrag von 124,7 Milliarden Euro (rund 115 Milliarden Franken). Das geht aus Daten hervor, die das Verteidigungsbündnis zum Auftakt seines Gipfeltreffens in Ankara veröffentlichte.

Dies entspricht einer Steigerung um 25,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2025 wurden die Ausgaben auf rund 99,3 Milliarden Euro beziffert. In absoluten Zahlen ist der Anstieg um rund 25,4 Milliarden Euro der höchste, der für Deutschland in der jüngeren Geschichte registriert wurde. Innerhalb der Nato geben damit nur die USA mehr Geld für Verteidigung aus als die Bundesrepublik.

Der Anteil der Verteidigungsausgaben am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird damit nach Nato-Berechnungen 2,69 Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr hatte die Quote noch bei nur 2,22 Prozent gelegen. Sie wird auf Grundlage von Zahlen berechnet, die inflations- und wechselkursbereinigt sind. (sda/dpa)
14:59
Selenskyj drängt erneut auf mehr Flugabwehr
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für die Abwehr russischer ballistischer Raketen erneut grössere Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen von den Partnerstaaten eingefordert.

«Das ist Russlands letzter grosser Vorteil», sagte der Staatschef bei einem Auftritt im Rahmen des Nato-Gipfels in Ankara. Der Aufbau europäischer Kapazitäten zur Produktion von eigenen Abwehrsystemen und zugehörigen Raketen müsse Priorität haben. «Alles andere können wir selbst produzieren», sagte Selenskyj. (sda/dpa)
14:55
Selenskyj: Nato mit Ukraine ist das Bündnis der Zukunft
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Rande des Nato-Gipfels in Ankara eindringlich für einen Bündnisbeitritt seines Landes geworben. «Die Nato mit der Ukraine ist das Bündnis der Zukunft», sagte er bei einem Verteidigungsindustrieforum.

Die Allianz müsse den Herausforderungen der modernen Welt gewachsen sein - gemeinsam mit der Ukraine, der Stärke ihrer Verteidigungsindustrie und der Widerstandskraft der Menschen.

Die Nato-Beitrittsperspektive für die Ukraine ist in der Allianz ein hochumstrittenes Thema. Zuletzt hatte die US-Regierung von Präsident Donald Trump mehrmals deutlich gemacht, dass die Ukraine aus ihrer Sicht ihre Ambitionen auf einen Nato-Beitritt aufgeben sollte, um ein Ende des russischen Angriffskriegs zu ermöglichen. Andere Nato-Staaten lehnen solche Zugeständnisse an Russland allerdings kategorisch ab.

Selenskyj sagte, er wolle seine Anerkennung für die Haltung der Staats- und Regierungschefs derjenigen Länder ausdrücken, die unmissverständlich erklärt hätten, dass die Ukraine zur Nato gehöre. Namen nannte er nicht. In der Vergangenheit hatten sich aber etwa führende Politiker aus den baltischen Staaten entsprechend geäussert. Dort sehen sich viele Menschen ebenfalls stark von Russland bedroht. (sda/dpa)
14:09
Trump ist zum Nato-Gipfel in Ankara angekommen
US-Präsident Donald Trump ist für den Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara eingetroffen. Am frühen Nachmittag (Ortszeit) stieg er dort aus seiner neuen Air Force One.

Den Jumbojet hatte Trump vergangenes Jahr in einem umstrittenen Akt als Geschenk vom Golfemirat Katar angenommen - nun nutzte er ihn erstmals für eine Auslandsreise, wie Trump auch der Übersetzerin des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach der Landung stolz erzählte.

Erdogan empfing Trump direkt auf dem Flugplatz Etimesgut, auf dem ein Nato-blauer Teppich ausgerollt wurde. An diesem standen Soldaten für Trump Spalier.

Begleitet wird Trump bei dem Gipfel unter anderem von Aussenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Finanzminister Scott Bessent.

Der US-Präsident hatte europäischen Partnern zuletzt vor allem mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg vorgeworfen. Für Streit sorgten zudem die Verteidigungsausgaben einiger Bündnispartner, die Trump für zu niedrig befand. Nato-Generalsekretär Mark Rutte dagegen stellte vor dem Gipfel heraus, dass die Bündnispartner der USA ihre Investitionen bereits deutlich gesteigert haben. (sda/dpa)
14:06
Nato-Chef fordert «Revolution» in der Verteidigungsindustrie
Nato-Generalsekretär Mark Rutte fordert angesichts der Bedrohungen durch Länder wie Russland, China und Nordkorea eine «Revolution» in der transatlantischen Verteidigungsindustrie.

«Das Summen der Maschinen muss zu einem Dröhnen werden», sagte der Niederländer am Rande des diesjährigen Bündnisgipfels in der Türkei. Das klinge dramatisch, sei aber machbar.

Als konkrete Schritte für die Revolution nannte Rutte unter anderem weitere langfristige Bestellungen, Investitionen und Bürokratieabbau. Gleichzeitig müsse aber die Industrie bereit sein, mehr Risiken einzugehen. «Die Nachfrage ist da, und das wissen Sie», sagte er an Vertreter der Verteidigungsindustrie gerichtet.

Zu den Bedrohungen sagte Rutte, Russland stecke fast die Hälfte seines Staatshaushalts in seine Kriegsmaschinerie, und die Verteidigungsindustrie arbeite rund um die Uhr. Zudem bauten China und Nordkorea ihre nuklearen Fähigkeiten aus, und auch beim Iran müsse man trotz der Angriffe der USA wachsam bleiben. «Diese Länder arbeiten zunehmend zusammen», sagte Rutte. «Das sollte uns alle beunruhigen.» (sda/dpa)
12:42
USA und Europa vereinbaren in Ankara Rüstungskooperationen
Die USA und europäische Verbündete wollen ihre Fähigkeiten zur Herstellung und Wartung von modernen Lenkflugkörpern gemeinsam ausbauen.

Dazu solle mit Partnern die Produktion von Raketen des Typs AMRAAM ausgeweitet und für PAC3-Lenkflugkörper des Flugabwehrsystems Patriot ein Wartungszentrum in Europa geschaffen werden, sagte der US-Unterstaatssekretär für Beschaffung, Michael P. Duffey, auf dem Rüstungsforum des Nato-Gipfels in Ankara.

Seine Regierung sei auch für eine Ausweitung der PAC3-Produktion über die Grenzen der USA hinaus offen, sagte Duffey. In welchem europäischen Land das vereinbarte Wartungszentrum entstehen werde, ist nach seinen Worten noch nicht entschieden. Eine Absichtserklärung dazu unterschrieben Vertreter aus Deutschland, Polen den Niederlanden und Schweden. Die AMRAAM (Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile) ist ein Luft-Luft-Lenkflugkörper mittlerer Reichweite zur Bekämpfung von Flugzielen. Das Waffensystem ist wie die Patriot-Flugabwehrraketen ein knappes Gut.

«Indem wir unsere gemeinsamen industriellen Stärken bündeln, bauen wir die globale AMRAAM-Lieferbasis aktiv aus, beschleunigen die Produktion und stellen sicher, dass unsere Soldaten weiter den Herausforderungen der modernen Bedrohungslage begegnen können», sagte Duffey. Eine Absichtserklärung für das Projekt unterschrieben Vertreter aus Deutschland, den Niederlanden, Grossbritannien, Norwegen, Kanada, Belgien und aus Finnland.

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall will gemeinsam mit dem US-Hersteller Lockheed Martin Kurzstreckenraketen des Typs ATACMS bauen und unterzeichnete auf dem Rüstungsforum eine Absichtserklärung. Damit solle die erste Koproduktion dieser Raketen in Europa entstehen, teilte Rheinmetall mit.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger erklärte dazu: «Mit dem Aufbau der ATACMS-Produktion am Rheinmetall-Standort Unterlüss schaffen wir neue Fähigkeiten für Deutschland und Europa, sichern die Versorgung unserer Kunden und stärken unsere verteidigungspolitische Autonomie.» (sda/dpa)
10:49
Nato setzt bei Aufklärung nicht mehr auf US-Flugzeuge
Die Nato setzt bei der Erneuerung ihrer in Deutschland stationierten Flotte von Awacs-Aufklärungsflugzeugen nicht wie ursprünglich geplant auf US-Maschinen. Künftig sollen Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier genutzt werden.

Das kündigte Generalsekretär Mark Rutte am Rande des Gipfeltreffens in Ankara an. Die Maschinen seien mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye des schwedischen Rüstungskonzerns Saab ausgerüstet, sagte er weiter. Die Bestellung werde bis zu zehn Flugzeuge umfassen, sagte er.

GlobalEye ermögliche die gleichzeitige Überwachung des Luftraums, des Seeraums und des Bodens von einer einzigen Plattform aus und verschaffe den militärischen Befehlshabern ein umfassendes Lagebild, erklärte Rutte. Das System könne unter anderem Drohnenschwärme, ballistische Raketen und Marschflugkörper aufspüren, verfolgen und identifizieren. Es wird auf Flugzeuge des Typs Bombardier Global 6000 oder Global 6500 installiert.

Ursprünglich hatte die Nato eigentlich US-Maschinen vom Typ Boeing E-7A Wedgetail bestellen wollen. Dieses Vorhaben wurde allerdings vorerst aufgegeben, nachdem die US-Regierung im vergangenen Sommer ihren Ausstieg aus dem Programm angekündigt hatte.

Dass Boeing möglicherweise später auch noch einen Auftrag bekommt, ist nach Angaben aus Nato-Kreisen denkbar. Es habe zuletzt wieder Gespräche gegeben, heisst es.

(sda/dpa)
5:55
Hilfe für die Ukraine
Beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr bekam der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nur nationale Zusagen - aber keine des Bündnisses. Das soll in Ankara nun anders werden. Das von Russland angegriffene Land soll ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darüber gibt es schon eine grundsätzliche Einigung, die die Gipfelrunde jetzt abschliessend billigen soll. Konkret geht es darum, über zwei Jahre hinweg eine Mindestfinanzierung in Höhe von 70 Milliarden Euro pro Jahr für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung bereitzustellen - also insgesamt 140 Milliarden Euro. Ein EU-Hilfspaket wird dabei allerdings mitgerechnet. Über dieses soll die Ukraine bis Ende 2027 rund 60 Milliarden Euro für verteidigungsrelevante Ausgaben bekommen. Unter dem Strich blieben damit noch rund 80 Milliarden Euro, die Nato-Staaten aus ihren nationalen Haushalten stemmen müssten.
5:54
Was sich Deutschland vom Gipfel erhofft
Donald Trump nannte unter anderem auch Deutschlands Nato-Beitrag «lächerlich». Das will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Ankara nicht auf sich sitzen lassen. Wie aus seinem Umfeld verlautet, ist er eher optimistisch für den Ausgang des Gipfels. Er hoffe, dass so etwas wie «ein Geist von Ankara», entstehe. Sticheleien von Trump hin oder her, von Ankara solle das Signal ausgehen: «Wir bauen eine europäischere Nato, damit diese Nato transatlantisch bleiben kann».

Und dann ist da noch das milliardenschwere U-Boot-Geschäft mit Kanada. Es geht nicht nur um U-Boote, sondern auch um eine Zusammenarbeit über Jahrzehnte. Kanada kauft bis zu zwölf U-Boote bei der Kieler Werft TKMS. Die Verkündung kurz vor dem Nato-Gipfel wertete Merz als «starkes Zeichen» der transatlantischen Zusammenarbeit.
1:13
Rutte: Wir müssen der Ukraine weiter beistehen
Rutte rief die Nato-Verbündeten zu weiterer Unterstützung für den Abwehrkampf der Ukraine auf. «Die Ukraine verändert derzeit dank des Mutes, des Engagements und des Einfallsreichtums ihrer Streitkräfte die Dynamik auf dem Gefechtsfeld», sagte er. «Und lassen Sie mich ganz klar sagen: Alle Bündnispartner müssen ihren Beitrag leisten, damit unsere Unterstützung für die Ukraine weiterhin fliesst, denn die Sicherheit der Ukraine ist eng mit unserer eigenen verbunden.»

Die Ukraine soll beim Gipfel ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen erhalten. Vorgesehen ist über zwei Jahre hinweg eine Mindestfinanzierung von 70 Milliarden Euro pro Jahr für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung. Insgesamt wären das 140 Milliarden Euro. Ein EU-Hilfspaket von rund 60 Milliarden Euro bis Ende 2027 soll dabei mitgerechnet werden. Damit blieben etwa 80 Milliarden Euro, die Nato-Staaten national stemmen müssten.


1:12
Selenskyj hofft auf Erfolg beim Nato-Gipfel
Nach dem verheerenden russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew setzt Präsident Wolodymyr Selenskyj grosse Hoffnungen in den Nato-Gipfel in Ankara. Der Gipfel dürfe nicht nur «leere Worte» hervorbringen, sondern mehr Schutz für die Ukraine, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. «Es war ein brutaler Angriff», beschrieb er die russischen Drohnen- und Raketenattacken gegen Kiew und das Umland in der Nacht zum Montag. Es seien 22 Menschen getötet und rund 90 weitere verletzt worden.
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Die Geschichte der Nato
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Die Geschichte der Nato
1949: In Washington wird am 4. April der Nordatlantikvertrag unterzeichnet. Das Bündnis hat anfangs zwölf Mitglieder: Belgien, Dänemark, Frankreich, Grossbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA.
quelle: epa/u.s. national archives / u.s. national archives and records administration / handout
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NATO-Generalsekretär Mark Rutte schleimt bei Donald Trump, was das Zeug hält
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