«Männerstaat» mit Bombendrohungen in Verbindung gebracht: Das ist zur Gruppe bekannt
«Heute wird euer Himmel rot.» Mit diesen Worten endet eine Drohmail, die am Donnerstag an mehrere Empfänger im europäischen Luftverkehr verschickt wurde. Die Verfasser behaupten, Sprengsätze in Passagierflugzeugen platziert zu haben. Unterschrieben ist die Nachricht im Namen des Männerstaats, einer rechtsextremen Bewegung aus Russland.
Die Drohungen sind Teil einer Serie, die in dieser Woche zahlreiche Flüge in Europa beeinträchtigt hat. Maschinen wurden umgeleitet, Kampfjets stiegen auf, Flugzeuge wurden durchsucht. Sprengsätze wurden bislang nicht gefunden.
Aer Lingus flight #EI402 (Dublin - Rome) is diverting to Evreux Fauville Air Base, with squawk 7700. https://t.co/acg3BCwzKM
— Flightradar24 (@flightradar24) November 5, 2026
Was steht in den Drohmails?
Nach Recherchen des US-Senders CNN und der Nachrichtenagentur AFP gingen entsprechende Schreiben unter anderem an Flughäfen in Italien und Bulgarien. Die Absender drohten mit Explosionen innerhalb von 60 Minuten und bezeichneten ihre angeblichen Aktionen als Kampf gegen ein «feministisches Regime».
Ob tatsächlich Anhänger des Männerstaats hinter den Drohungen stecken, ist bislang jedoch unklar.
Was ist über die Gruppe bekannt?
Die Bewegung wurde 2016 von dem russischen Blogger und Fitnesstrainer Wladislaw Posdnjakow gegründet. Ihre Anhänger verbreiten frauenfeindliche, rassistische und homophobe Inhalte und propagieren ein sogenanntes «nationales Patriarchat», in dem Frauen den Männern untergeordnet sein sollen.
Die Gruppe fiel wiederholt durch gezielte Einschüchterungskampagnen auf. Betroffene wurden im Internet öffentlich angeprangert und bedroht. 2021 erklärte ein russisches Gericht die Bewegung für extremistisch und verbot sie.
Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verbreiteten Anhänger zunehmend Kriegspropaganda und unterstützten die Invasion. Teile der Bewegung traten später unter dem Namen Male Legion auf.
Gründer bestreitet Beteiligung
Posdnjakow wies gegenüber Reuters jede Verbindung zu den Bombendrohungen zurück. Die ursprüngliche Gruppe existiere nicht mehr, erklärte er.
Wer die Nachrichten tatsächlich verschickt hat, ist weiterhin ungeklärt. Auch eine Verbindung zum russischen Staat ist nicht nachgewiesen. Dass die Absender den Namen einer bekannten extremistischen Bewegung verwenden, bedeutet nicht, dass diese für die Drohungen verantwortlich ist.

