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Krieg Russland Ukraine: Selenskyj lässt Eisenbahnen verstärken

A passenger train is seen damaged following Russia's drone attack on a railway station in Shostka, Sumy region, Ukraine, Saturday, Oct. 4, 2025. (Kordon Media via AP)
Russia Ukraine War
Russland nimmt immer wieder ukrainische Züge ins Visier, hier am Banhof Shostka in der Region Sumy, am 4. Oktober 2025.Bild: keystone

Selenskyj lobt Eisenbahner und lässt Schutz verstärken

16.09.2026, 00:55

Nach intensiven russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen stärkeren Schutz für die Eisenbahn angekündigt. «Obwohl die Russen unsere Bahn als eines ihrer Hauptziele betrachten, funktioniert die ukrainische Eisenbahn weiterhin auf hohem Niveau», sagte der Staatschef. Dabei dankte er den Bahnmitarbeitern für ihre «äusserst professionelle und mutige Arbeit». Die Logistik werde trotz Verspätungen und der angerichteten Schäden aufrechterhalten.

Selenskyj stellte zusätzliche Schutzmassnahmen für Eisenbahnanlagen und auch für die Grenzübergänge der Bahn in Aussicht. Er habe darüber mit Regierungschef Serhij Korezkyj und anderen Regierungsvertretern gesprochen. «Das ist keine abstrakte Frage, es geht um das Leben der Ukraine», unterstrich Selenskyj. Am vergangenen Wochenende hatte eine russische Drohne eine Lokomotive am Grenzbahnhof Jahodin in der Westukraine getroffen. Kurz davor hatte den Bahnhof nach ukrainischen Angaben ein Zug mit ehemaligen westlichen Regierungsvertretern und Diplomaten passiert.

Ukraine braucht Hunderte neue Loks

Zuvor hatte Aussenminister Andrij Sybiha über 500 seit Kriegsbeginn beschädigte oder zerstörte Loks informiert. «Mehr als die Hälfte davon in diesem Jahr», schrieb Sybiha auf der Plattform X. Der Diplomat betonte dabei die Bedeutung der Eisenbahn für die ökonomische und soziale Stabilität der Ukraine. «Die Eisenbahn der Ukraine hält das Land in Bewegung», schrieb er. Dabei gehe es um die rasche Evakuierung von Zivilisten aus den Frontgebieten, den Transport von Getreide und anderen lebenswichtigen Gütern.

Gleichzeitig appellierte er an die Unterstützerstaaten, Ersatz für die ausser Betrieb gesetzten Lokomotiven in der in den Staaten der Ex-Sowjetunion üblichen Spurweite von 1'520 Millimetern zu finden. Dafür sei auch eine Finanzierung notwendig.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine hatte die ukrainische Eisenbahn 2021 etwas mehr als 1'500 Lokomotiven im aktiven Einsatz und verfügte über eine Reserve von über 220 Loks. Damit wäre fast ein Drittel der vor dem Krieg verfügbaren Triebfahrzeuge entweder beschädigt oder zerstört.

Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen die russische Invasion. (sda/dpa)

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