Haralds Erbe: Das Vermögen der norwegischen Königsfamilie
Mit dem Tod von König Harald V. wurde sein Sohn Haakon zum neuen König Norwegens und erbte vermutlich auch das Vermögen seines Vaters. Obwohl das norwegische Königshaus als eines der ärmsten Europas gilt, soll sein Vermögen immer noch mehrere Millionen Euro betragen.
So schätzen Portale wie das «Vermögen Magazin» das Gesamtvermögen der norwegischen Königsfamilie heute auf 30 Millionen Euro (gut 28 Millionen Franken), der «Kölner Stadtanzeiger» und «OE24» führen eine Summe in Höhe von 28 Millionen Euro auf. Wie hoch es tatsächlich ist, verrät das Königshaus selbst nicht; es hält sein Privatvermögen traditionell geheim. Laut der «Daily Mail» war es 2015 jedoch das ärmste aller europäischen Monarchien. Die britische Zeitung schätzte das Privatvermögen von König Harald auf rund 8,7 Millionen Franken.
Rund 12 Millionen Franken habe der König zudem als jährliche Unterstützung von der norwegischen Regierung erhalten, damit seien etwa die Ausgaben seines Sohnes Haakon und dessen Frau Mette-Marit finanziert worden.
Bereits 2000 schätzte ein norwegisches Medium das Vermögen von König Harald V. Anlass war die Aussage, er könne die Reitkosten seiner Tochter Märtha Louise nicht selbst tragen. Geschäftsleute unterstützten ihn finanziell, was Kritik auslöste. Wohl auch deshalb, weil sein Vermögen damals in achtstelliger Höhe gelegen haben soll. Der norwegische öffentlich-rechtliche Rundfunk NRK ging von einer Summe von umgerechnet 9,4 bis 11,3 Millionen Franken aus. Das Kapital soll zu diesem Zeitpunkt bei zwei verschiedenen Vermögensverwaltern in zwei Ländern ausserhalb Norwegens in Aktien- und Anleihenfonds angelegt gewesen sein. Es habe eine jährliche Rendite von umgerechnet rund 850'000 Franken eingebracht.
Das Erbe von Königin Maud
Wie schon sein Vater König Olav V. soll auch Harald sein gesamtes Vermögen als privaten Krisenfonds für schwierige Zeiten zurückgelegt haben. Nahezu alle Erträge seines Vermögens seien ebenfalls in diese Fonds eingeflossen. NRK hatte auch Einsicht in Dokumente, die zeigten, dass die norwegische Exilregierung in London 1940 einen Krisenfonds für die königliche Familie bei der Federal Reserve Bank in den USA eingerichtet hatte. Dieser Fonds sei für die damalige Zeit erheblich gewesen und habe einem Wert von heute umgerechnet etwa 2,5 Millionen Franken entsprochen.
Das Vermögen der norwegischen Royals soll auf dem Erbe wohlhabender Vorfahren beruhen. Das bedeutendste Erbe stammt von Königin Maud, Haralds Grossmutter. Der britische Königshausexperte Howard Brooks-Baker schätzte den Wert im Jahr 2000 auf etwa 4,7 bis 5,6 Millionen Franken. Hofpräsident Lars Petter Forberg erklärte jedoch, dass dem Palast keine Details bekannt und die Dokumente dazu noch ungeöffnet seien.
Forberg vermutete zudem, dass ein grosser Teil des Vermögens von Königin Maud im Zweiten Weltkrieg aufgebraucht wurde. Laut NRK belegten historische Archivdokumente jedoch, dass die norwegische Königsfamilie damals auf Kosten von Staatsgeldern lebte. Die Familie soll während des Krieges einen Grossteil der privaten Ausgaben vom Staat erstattet bekommen und eine grosszügige Apanage erhalten haben.
Die Apanage der Norweger
Eine Apanage ist eine regelmässige finanzielle Zuwendung an nicht regierende Mitglieder eines Adels- oder Fürstenhauses. Für 2025 soll das Storting, das norwegische Parlament, dem Königshaus laut «Nettavisen» eine Apanage von 25 Millionen Franken bewilligt haben, 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon sollen 1,2 Millionen Franken für Harald und Sonja und 1 Million Franken für Haakon und Mette-Marit eingeplant gewesen sein.
Auch die vor Haralds Todesfall angefertigten Särge von ihm und Sonja wurden aus Staatsmitteln finanziert. Wie die schwedische Zeitung «Svensk Damtidning» unter Berufung auf den Staatshaushalt berichtete, standen den beiden dafür etwa 1,7 Millionen Franken zur Verfügung.
Über die Verwendung der staatlichen Mittel veröffentlicht das norwegische Königshaus jedes Jahr einen Bericht. Der Jahresabschluss für 2025 zeigte ein Defizit von etwa 57'000 Franken. Gleichzeitig habe es einen Überschuss von rund 105'000 Franken gegeben, der für zukünftige Projekte zurückgelegt worden sei. Die Betriebskosten des Hofes weisen ein weiteres Defizit von etwa 164'000 Franken aus, vor allem aufgrund geplanter Sanierungsarbeiten am Palast und Investitionen in die Digitalisierung.
Die Apanage des norwegischen Königshauses ist strikt von seinem privaten Vermögen getrennt und dient ausschliesslich der Finanzierung offizieller Aufgaben und Ausgaben. Royal-Expertin Tove Taalesen forderte bei «Nettavisen» mehr Transparenz über Haakons Finanzen. Seine privaten Einnahmen aus Mietzahlungen auf dem Anwesen Skaugum und die Apanage machten die Finanzlage laut Taalesen undurchsichtig.
Grosse Immobilien wie Schlösser, Paläste und offizielle Residenzen gehören jedoch nicht der Königsfamilie selbst, sondern dem norwegischen Staat oder der königlichen Stiftung. Zum Privatbesitz der Royals sollen dagegen Privathäuser in Oslo und weitere Immobilien in Fredrikstad und Rio de Janeiro sowie Jachten, Schmuck und Kunstsammlungen zählen.
Verwendete Quellen:
- nrk.no: "Konge uten midler" (norwegisch)
- dailymail.com: "The Royals you've NEVER heard of (but who make the Queen look poor): Europe's wealthiest royals revealed... but the richest family isn't the one you'd expect" (englisch)
- oe24.at: "So reich war König Harald V. von Norwegen"
- ksta.de: "Blaublütiger Kassensturz: Das sind die 11 reichsten Royals Europas – nur 3 sind Milliardäre"
- kongehuset.no: "Det kongelige hoffs årsrapport for 2025" (norwegisch)
- vermoegenmagazin.de: "Haakon von Norwegen Vermögen: Was dem König gehört und was dem Staat"
- svenskdam.se: "Norska hovet bekräftar: Harald och Sonja planerar för sin död" (schwedisch)
- nettavisen.no: "Kronprinsparet får 12,9 millioner i apanasje" (norwegisch)

