Die USA haben ihren 64. Nationalpark – hier liegt die «Insel im Himmel»
Seit dieser Woche ist es offiziell: US-Präsident Donald Trump hat das Gesetz unterzeichnet, das aus dem Chiricahua National Monument einen Nationalpark macht. Es ist der 64. der USA und der vierte in Arizona, nach Grand Canyon, Petrified Forest und Saguaro. Politiker aus Arizona hatten es seit 2016 immer wieder versucht, nun klappte es mit einer parteiübergreifenden Vorlage.
Bekannt ist der Park für Tausende Felsnadeln und balancierende Blöcke aus Rhyolith, entstanden durch einen Vulkanausbruch vor rund 27 Millionen Jahren. Die Apachen nannten die Gegend «Land der aufrecht stehenden Felsen». Die Chiricahua Mountains sind eine sogenannte «Sky Island», ein Gebirge, das wie eine Insel aus Wüste und Grasland ragt. Hier treffen Sonora- und Chihuahua-Wüste, Rocky Mountains und Sierra Madre aufeinander.
Entsprechend gross ist die Artenvielfalt. Im Park leben 71 Säugetierarten, darunter Schwarzbären und Weisswedelhirsche. Auch Pumas, Halsbandpekaris und mehr als 20 Fledermausarten sind hier zu Hause. Besonders sind Nasenbären und das Chiricahua-Fuchshörnchen, die in den USA nur ein kleines Verbreitungsgebiet haben, im Park aber recht häufig zu sehen sind. Auch für Vogelfans ist die Gegend ein Paradies: Fast 200 Vogelarten wurden im Park nachgewiesen, unter anderem der farbenprächtige Kupfertrogon.
Unter Schutz steht das Gebiet schon seit 1924. Mit rund 49 Quadratkilometern ist es etwa so gross wie der Thunersee und gehört zu den kleinsten Nationalparks der USA. Letztes Jahr kamen gut 70'000 Besucher. Zum Vergleich: Der meistbesuchte Nationalpark der USA, der Great Smoky Mountains NP, zählte 2025 über 11,5 Millionen.
Wer hin will: Von Tucson im Süden Arizonas sind es rund zwei Stunden mit dem Auto in Richtung New Mexico. Ein 27 Kilometer langes Wegnetz führt durch die Felsen, am angenehmsten ist es im Frühling und im Herbst. Restaurants gibt es keine, Proviant müssen Besucherinnen und Besucher also selbst mitnehmen.
Mit dem neuen Status dürften die Besucherzahlen steigen, laut einem Experten um rund 20 Prozent. Kritiker fragen, wer die zusätzlichen Besucherinnen und Besucher betreuen soll: Der Park Service hat unter Donald Trump massiv Personal abgebaut. Für Naturschützer ist die Aufwertung trotzdem eine seltene gute Nachricht. Erst im Juli hatte Trump zwei National Monuments in Utah um über 12'000 Quadratkilometer verkleinert.
